Summerschool 2016

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„Sommer, 35° Grad plus. Der Nu Fluss schlängelt sich rasant durch die mit Maisfeldern übersäten Berge. Mitte Juli treffen immer mehr deutsche Freiwillige im kleinen 80.000-Leute Städtchen Liuku ein. Warum? Ganz klar – Summerschool.

Mein Name ist Wang Li Po. Ich wohne in einem Slum weit weg von der Xiao Sha Ba Grundschule, die ich jetzt schon zum vierten Mal, auch während der Ferien, besuche. Jeden Morgen holt mich ein Deutscher von zuhause ab und fährt mit mir im Bus zur Grundschule auf die andere Flussseite. Ich gehöre zu den letzten Kindern die ankommen, habe aber trotzdem noch ein paar Minuten lang Zeit mit meinen Freunden auf dem Hof Basketball zu spielen oder (was den deutschen Lehrern nicht so gefällt, aber das müssen sie ja nicht erfahren) in die Grünanlagen zu gehen und sie dadurch kaputt zu machen. Um acht Uhr gibt es Frühstück. Wir, also alle 60 Kinder, die zur diesjährigen Summerschool kommen, waschen uns die Hände mit Seife und stellen uns in Zweierreihen in unseren Klassen auf. Die deutschen Lehrer gehen mit großen Schüsseln voller Baozi von Klasse zu Klasse und geben jedem großen Schüler einen, den kleinen einen halben. Ich möchte mir am liebsten immer gleich drei nehmen, aber wir bekommen erst einen zweiten oder dritten Baozi, wenn wir den vorherigen aufgegessen haben. Danach heißt es Zähneputzen. Ich versuche mich davor zu drücken, weil ich so viel lieber Basketball spielen würde, aber die Lehrer kriegen es jedes Mal mit. Nach dem Zähneputzen ist auch kaum noch Zeit dafür.

Bob 2

Heute ist Donnerstag. Ich habe zuerst Chinesischnachhilfe in einer Gruppe von insgesamt sieben Schülern meiner Summerschoolklasse (insgesamt 21 Schüler). Ich kann alle Fragen stellen, die ich zu dem Fach habe. Der chinesische Lehrer nimmt sich viel Zeit für mich und hilft mir dabei, alles besser zu verstehen. Genauso in der zweiten Stunde im Mathenachhilfeunterricht. In der dritten Stunde habe ich Englischnachhilfe mit den deutschen Lehrern. Sie bereiten immer so lustige Arbeitsblätter vor, die ich manchmal nicht verstehe, aber das macht nichts – es freut mich, dass sich alle Lehrer endlich einmal Zeit für mich nehmen und sich um meine Probleme kümmern. Nach den drei Stunden Nachhilfe kommt noch eine Stunde richtiger Unterricht. Danach heißt es: bereitmachen zum Mittagessen.
Wie beim Frühstück auch waschen wir uns alle die Hände und stellen uns auf. Wir Großen müssen seit der vorletzten Summerschoolwoche jeweils mit einem ganz kleinen Kind aus der Vorschulklasse an der Hand bis zum Restaurant laufen. Das nervt. Aber was soll’s. Ich habe ja Erfahrung mit meinen kleinen Geschwistern. Das Essen ist immer super lecker – zwei verschiedene Beilagen, eine Suppe und natürlich Reis. Die Lehrer achten immer darauf, dass wir alle gemeinsam mit dem Essen anfangen und ausreichend Reis in ihren Schüsseln haben. Sobald wir wieder an der Grundschule sind, müssen wir uns die Zähne putzen, bevor die Lehrer uns unsere Bälle geben. Meistens spiele ich zwei oder drei Runden mit meinen Jungs … und dann gehen wir runter zu den Wasserschläuchen und machen uns einmal komplett nass. Unsere Sachen trocken dann bis zum Unterricht von ganz alleine in der Mittagshitze.
Aber in dieser, der letzten Summerschoolwoche, haben wir nachmittags keinen Unterricht mehr. Wir durften uns aussuchen, was wir nachmittags machen wollen. Ich habe mich natürlich für Basketball eingetragen. Der Sportlehrer ist fast so cool wie ich. Meine Schwester Wang Li Du ist beim Singen in der ersten Etage. Während ich draußen für Basketball trainiere, höre ich sie singen und ab und zu auch eine Gitarre dazu spielen. Eigentlich wollte sie aber zur Tanzgruppe. Ich glaube, im zweiten Stockwerk ist noch eine Mal- und Bastelgruppe.
Um 16.20 Uhr räumen wir alle zusammen die Schule auf. Putzen. Wischen. Fegen. Alles was dazu gehört. Auch dazu versuchen ich und meine Jungs uns meistens zu drücken, aber das endet meistens darin, dass wir die Toiletten putzen dürfen.

Bob 2

Das wichtigste passiert aber auf dem Rückweg. Vor der Busstation ist ein kleiner Kiosk. Mein Vater gibt mir jeden Morgen einen Yuan mit, damit ich mir etwas Leckeres kaufen kann. Manchmal kaufen uns auch die Lehrer etwas. Am Ende sitze ich im Bus mit 30 anderen Kindern und wir alle haben etwas zum Knabbern oder Schlabbern in den Händen. Ein ganz großartiges Erlebnis. Die deutschen Lehrer bringen uns auch immer zurück nach Hause. Ich und meine Schwester steigen aber einfach an unserer Station aus und sagen der Lehrerin, die mit einigen Kindern noch weiter fahren muss, „Bye, Bye! Bis morgen!“.
Ein voller Tag für ein Kind.

Für die Freiwilligen gibt es aber noch mehr zu tun. In der Mittagspause treffen wir uns mit allen chinesischen Helfern, um Aktuelles zu besprechen. Abends treffen wir Deutschen uns noch einmal untereinander, um zu klären, was gut lief und was nicht. Außerdem stehen am Wochenende diverse Unternehmungen mit den chinesischen Helfern an: KTV, schwimmen gehen, auf einen Berg wandern, kochen oder einfach einen Film gucken. Außerdem schreiben wir über jedes Kind einen Bericht, damit den Paten in Deutschland auf dem neusten Stand ihrer und unserer Schützlinge sind. Und was am fast am bedeutendsten ist: die in den letzten vier Wochen betreutem Summerschool-Vorschulkinder zum kommenden Schuljahr einzuschulen.

Das ist alles die Summerschool. Zumindest ein Ausschnitt. Nur im Umfang eines Buches könnte angemessen vermittelt werden, was die Summerschool wirklich ist. Und dann auch nur aus meiner Sicht. Kurz gefasst kann ich diese Erfahrung, dieses Abenteuer aber so umreißen: Die Summerschool ist Spaß, ist Stress, ist ein Mega-Projekt, dass uns alle vor große Herausforderungen gestellt hat, noch immer stellt und uns persönlich als auch alle Beteiligten einen großen, geistigen Schritt nach vorne machen lässt.

von Ulrike Knoll

Brieffreunde von ganz weit her…

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Kurz vor Ende des Schuljahres war es endlich so weit, stolz hielten 15 chinesische Schülerlein Post aus Deutschland in ihren Händen – doch bis dahin war es ein weiter weg.
Angefangen hatte das Projekt ungefähr 6 Wochen vor Beginn der Sommerferien, weshalb die Zeit natürlich drängte.

Doch wie bekommt man chinesische Fünftklässler, die noch nie zuvor mehr als fünf zusammenhängende Sätze auf Englisch geschrieben haben, dazu einen ganzen Brief zu verfassen?

Bob 2

Eine große Hilfe waren dabei vor allem die chinesischen Lehrer, von dem Vorhaben begeistert haben sie geholfen Schüler anzusprechen und geeignete Zeiten und Räumlichkeiten für Projekttreffen zu organisieren.
Ganz wichtig außerdem: eine kooperierende deutsche Schule finden! Erste Adresse bot dabei meine ehemalige Schule, das Evangelische Gymnasium in Lippstadt, die auch direkt zusagte und mit einer 5. Klasse an Bord war. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an das Engagement der deutschen Seite!
Während sich das verfassen der Briefe in der deutschen Klasse innerhalb einer Doppelstunde abhandeln ließ, schließlich sind die deutschen Schüler das freie Schreiben viel mehr gewohnt, fing ich bei meiner chinesischen Klasse ganz klein an. Thema des Briefes sollte sein: „Introduce yourself, your life and your school“. Scheint klar und simpel? Der schein trügt, denn gut die erste Woche (jede Woche trafen wir uns zwei bis drei Mal a 40 Minuten) verbrachten wir damit eine Mind Map zu erstellen, wo die Schüler alles über ihre Familie, ihre Heimatstadt, ihre Hobbies, ihre Schule etc. sammeln sollten. Diese völlig neuen Gewässer durchgequert ging es dann auch schon zu der Frage – was ist überhaupt und Brief? Wie ist ein solcher aufgebaut? (Zu Zeiten den modernen Medien ist das nämlich gar nicht so klar!). Weiterhin wurden den Schülern zahlreiche Wörter und useful phrases, die ihnen hoffentlich auch im Schulalltag weiterhelfen, mit an die Hand gegeben. Nach ca. drei Wochen ging es dann auch „schon“ ans schreiben.

Bob 2

…über die Ergebnisse kann man wirklich mehr als stolz sein, ich bin der Meinung, die Schüler sind wirklich über sich selbst herausgewachsen und es ist ihnen hoffentlich bewusst geworden, wie viel sie eigentlich schon können, wenn sie nicht mal über jedes Wort nachdenken und sich dann trotzdem aus der Angst heraus etwas falsch zu machen, nichts schreiben.

Bob 2

Das Fazit aus Jinggangshan zu diesem Projekt ist also: eine zwar aufwendige und nicht ganz einfache Angelegenheit, aber der stolze Gesichtsausdruck eines Schülers, der tatsächlich den Brief eines für sie so interessanten 外国人 (Ausländer) erhalten hat, ist wirklich mehr als unbezahlbar!

Außerdem sieht man wieder einmal: Eigentlich sind wir alle gar nicht so verschieden. Denn insgesamt unterscheiden sich vor allem die Interessen, Wünsche, Familienverhältnisse der Schüler, auch wenn sie aus so weit voneinander entfernten Ländern kommen, gar nicht so sehr voneinander.

Brillenprojekt in Jinggangshan

Brillenprojekt in Jinggangshan

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Wenn man bei uns in Jinggangshan an der Mittel – und Oberschule Unterricht in einer der schlechteren Klassen hält wird einem ziemlich schnell klar: Es trägt zwar fast niemand eine Brille, aber mindestens genauso viele Schüler wie in Deutschland brauchen eigentlich eine, um das lesen zu können, was vorne an der Tafel steht. Ruft man nämlich jemanden auf, um etwas vorzulesen oder eine Aufgabe zu machen, wird meistens von irgendwoher eine Brille organisiert und auf die komischsten Arten aufgesetzt. Oft ist es auch die eigene Brille, die der Schüler nicht tragen möchte und unter seinem Tisch versteckt, manchmal hat er gar keine und bekommt eine geliehen. Sobald die Aufgabe erfüllt ist, wird die Brille sofort wieder abgesetzt, weil er sie dann ja nicht mehr braucht. Dass ein Großteil der Schüler so oft nichts vom gesamten Unterricht verstehen interessiert hier nicht viele, denn – überraschenderweise – sind es genau die Schüler, die die schlechtesten Noten haben und in diesem Bildungssystem nicht gerade gefördert werden..
Wir empfinden dieses Problem als sehr gravierend, und deshalb haben wir unser Brillenprojekt gestartet!
Zunächst haben wir Informationen gesammelt. Warum tragen die Schüler keine Brillen? Viele haben gesagt, eine Brille ist hässlich und unpraktisch, andere meinen sie bekommen davon Kopfschmerzen und es ist schlecht für die Augen. Stimmt das? Die Forschung ist sich auf diesem Gebiet sehr uneinig, allerdings sind einige der Gerüchte die hier kursieren schlichtweg falsch. Wir haben viele Informationen gesammelt und deutsche wie chinesische Experten befragt.
Danach war sehr viel organisatorische Arbeit zu leisten, das heißt mit den Lehrern Termine, Räume und Klassen abzusprechen, versuchen den Augenarzt für unser Projekt zu gewinnen, mit einem Brillengeschäft Kontakt aufzunehmen und so weiter.
Schließlich haben wir die Erlaubnis für zwei Aktionen bekommen. Die erste schon relativ bald mit den sechs schlechtesten Klassen Stufe 11, und die zweite zwei Wochen später in Stufe 10. Wir haben zwei übereinanderliegende große Vortragsräume zur Verfügung gestellt bekommen.

Teil 1 (Stufe 11)

Für Stufe 11 hatten wir eine Schulstunde, das heißt 40 Minuten, Zeit. Wir haben die Klassen in zwei Gruppen aufgeteilt und die eine Gruppe zunächst in den unteren, die andere in den oberen Raum bestellt, dabei haben uns die Klassenlehrer geholfen. Im ersten Raum haben Eckart und ich einen zehnminütigen Vortrag halb auf Englisch halb auf Chinesisch gehalten, in dem wir versucht haben die Argumente, die gegen ein Brille sprechen auf eine spannende und unterhaltsame Weise zu entkräften und dann Argumente für Brillen zu finden. Zum Beispiel haben wir Fotos von uns gemacht, auf denen wir zunächst die eigene und dann die Brille des jeweils anderen tragen um so den Schülern zu zeigen, dass nicht alle Brillen hässlich aussehen und es nur darauf ankommt, die für einen selbst richtige auszusuchen. Eigentlich sollte der Arzt in diesem Raum noch einen Vortrag halten und dann für Fragen bereitstehen, aber wir hatten es so kurzfristig nicht geschafft, ihn zum Essen einzuladen, was hier sozusagen als Vertragsschluss gilt, und so hatte er uns für dieses erste Mal mit einer Ausrede abgesagt. Er lädt uns aber weiterhin immer wieder ein, selbst am Abend vor der Aktion haben wir mit ihm gegessen. Deshalb hoffen wir, ihn wenigstens für das zweite Mal in Stufe 10 noch gewinnen zu können.
Nach der Hälfte der Zeit wurde getauscht und die erste Gruppe ist nach oben gegangen, wo wir im zweiten Raum und auf dem Gang verschiedene Stände aufgebaut hatten. Dort konnten die Schüler Sehtest machen, wir hatten aus einem Brillengeschäft verschiedene Gestelle ausgeliehen die sie anprobieren durften, außerdem konnten verschiedene Brillen den passenden Gesichtsformen zuordnen und an den Wänden hatten wir Plakate mit Informationen, einem Quiz und noch einigen weiteren Informationen aufgehängt. Hier war alles komplett auf Chinesisch, denn es geht bei diesem Projekt wirklich um den Inhalt, nicht um die Sprache. Insgesamt war auch dieser Teil ein Erfolg, als ein bisschen problematisch hat sich herausgestellt, dass die Schüler zunächst dachten, auch hier würde ein Vortrag stattfinden und sich hingesetzt haben. Wir werden daher beim nächsten Mal auf den oberen Raum verzichten und die Stände alle im Gang aufbauen.
Wir wissen, dass wir, auch wenn die Schüler uns unglaublich toll finden und alles glauben was wir sagen, in diesen 40 Minuten nicht das gesamte Problem beseitigen können. Aber wir hoffen durch diese Aktion sind sich die Schüler noch einmal bewusst geworden, wie wichtig Brillen sind, dass wir ein paar falsche Gerüchte beseitigen konnten, aber vor allem, dass sie das ganze Thema etwas lockerer sehen und es nicht weiter fast als Tabu gilt, darüber zu reden. Auch die Klassenlehrer waren ja dabei, um ihre Schüler zu begleiten und wurden vielleicht etwas für diese Problematik sensibilisiert, was im positiven Fall wohl einen noch nachhaltigeren Effekt haben kann.

Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden und freuen uns mit einigen Verbesserungen (und vielleicht dem Arzt) auf die zweite Aktion!

Teil 2 (Stufe 10)

Eine Woche vorher stellte sich heraus, dass die Schüler am eigentlich geplanten Termin Examen schreiben würden. Zunächst schien es, als ob die Aktion somit nicht mehr stattfinden könnte, aber beim letzten Morgenappell haben wir unsere Kontaktlehrerin noch einmal angesprochen, und innerhalb von fünf Minuten wurde organisiert, dass wir am nächsten Tag die drei Abendstunden zur Verfügung hatten. Der Arzt hat natürlich wieder kurzfristig abgesagt…
In Stufe 10 haben die fünf besten Klassen und zwei eher schlechte Klassen teilgenommen. Da wir sehr viel Zeit hatten, konnten fast alle Klassen einzeln entweder unten im Vortragsraum sitzen oder oben bei den Ständen sein. Dadurch konnten wir vor allem bei den Ständen viel besser auf jeden einzelnen eingehen. Ansonsten war der Ablauf der gleiche wie beim ersten Mal.

Insgesamt war diese Aktion zwar anstrengender, aber auch noch besser als die erste!
Wir werden jetzt den Schülern noch ihre Bilder schicken und außerdem die Plakate im Schulhaus aufhängen und somit die Aktion abschließen.

Internationaler Welttanztag 2016

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Jinggangshan im Südosten Chinas. Es ist Ende April. Die Sonne steht hoch am wolkenlosen Himmel, als sich sechs der Baumhaus-Freiwilligen zum Flaggenmast ihrer Schule begeben. Unter ihrem Arm haben sie eine Musikbox und auf den Lippen ein Lächeln.

Die Idee: Von der neunten Klasse an sind die Schüler von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr in der Schule. Fünf Unterrichtsstunden am Vormittag, zwei Stunden Pause, vier Unterrichtsstunden am Nachmittag, wieder zwei Stunden Pause und dann noch drei Unterrichtsstunden am Abend. Um 21.10 Uhr sind sie auf ihren Zimmern der Schulunterkunft und lernen, machen Hausaufgaben bis Mitternacht. Sechs Stunden später klopft ein Mann an ihre Tür, weckt die Schüler mit einer Trillerpfeife. Auch am Wochenende.
Die Klassenräume sind mit 50 bis 80 Schülern hemmungslos überfüllt. Der Unterricht wird stur in Form eines Lehrervortrags durchgezogen. Auf das Individuum wird keine Rücksicht genommen. Am Ende eines jeden Monats werden zwei Tage lang Examen geschrieben.
Die Schüler stehen dauerhaft unter enormen Druck von Seiten der Eltern, der Lehrer und der Gesellschaft. Zeit um den Druck abzulassen haben sie kaum und wenn sie gut in der Schule sein wollen gar nicht.
Da kommen wir Freiwilligen ins Spiel. Auch außerhalb unseres Unterrichts wollten wir den Schülerinnen und Schülern der 井冈山 中学 Jinggangshan ZhongXue Abwechslung bieten und dabei noch einen ordentlichen Haufen europäisch/amerikanische Kultur vermitteln. Da kam uns der internationale Welttanztag gerade recht.

Die Umsetzung: Nach zahlreichen Planungstreffen stand ein Ablauf für unsere Tanzaktion fest. Daraufhin schwärmten wir aus und organisierten alles. Lautsprecherdurchsagen, Musik, Einweihen der Lehrer, Durchsagen in den Klassen.
Am Freitag um 11.50 standen wir also am Fahnenmast der Zhongxue und warteten darauf, dass der Macarena durch die Schullautsprecher abgespielt wird, während sich hunderte Schüler um uns herum sammelten. Zehn Minuten lang tanzten wir mal mehr, mal weniger mit den Schülern.
Eine Stunde Mittagspause.
Mit uns trudelten auch die ersten Schüler wieder auf dem Schulgelände ein. Um sie für unsere Tanzaktion zu sammeln, hatten wir Volkstänze rausgesucht und gelernt. Eine gute viertel Stunde tanzten wir diese einfachen, traditionellen Tänze aus Afghanistan, Slowenien und Polen. Zu Beginn waren wir 10, am Ende um die 60 Leute.
Mit den Tanzbegeisterten Schülerinnen und Schülern machten wir uns dann an klassische Standarttänze. Zuerst den Disco Fox und schließlich lernten sie auch noch den Walzer. Für die Schüler war es ein absolutes Highlight, wenn sie einen ihrer ausländischen Lehrer zum Tanz aufforderten und diese dann auch noch zusagten.
Zum Ende der Pause wurden alle Schüler in Form einer Polonaise pünktlich in ihre Klassenräume gebracht.

Die Schüler lachten ausgelassen, sprangen umher, bedanken sich bei uns für so viel Spaß. Sie zogen Fratzen für die Kamera, winkten ihre Freunde heran um mitzumachen. Sie gaben fremden Schülern die Hand, kamen aus sich heraus um andere zum Tanzen aufzufordern.

Für solche Momente sind wir hier.