Nach den positiven Erfahrungen im Zuge unserer Weihnachtsaktion wollten wir nun auch an Ostern die Chance nutzen einen Teil unserer deutschen Kultur den Chinesen näher zu bringen. Den Schülern einen schönen Tag – unter ihrem meist doch so tristen Schulalltag – zu bereiten ist dabei natürlich ein wunderbarer Nebeneffekt.

Ein Rezept für ein solches Projekt möchten wir euch im folgenden vorstellen.

Zutaten:

– Man nehme einen Projektverantwortlichen, der den Projektverlauf kommentiert und die Ideen der Gruppe sammelt und sortiert. Natürlich muss er den Überblick behalten und alle auf dem neuesten Stand halten.
– Eine Aktion bringt nichts, wenn niemand davon weiß! Daher ist es ebenfalls wichtig, die Schüler bereits vor der Aktion darauf aufmerksam zu machen. Wir haben dies dieses Mal durch Unterrichtseinheiten zum Thema Ostern, das Wochenthema der English Corner bildete ebenfalls das Osterfest. Hinzu kommt eine von uns auf Chinesisch verfasste Durchsage, die einige Tage vor der Aktion nach dem Unterricht gespielt wurde. In der Schule aufgehangene Plakate durften natürlich auch nicht fehlen.
– Hasenohren und 100 Hühnereier. (Wer sich nun wundert, schaue bitte unter Zubereitung!)
– Zu guter letzt natürlich eine ordentliche Portion Motivation und Freude an der Sache!

Zubereitung:

Wie kann man ungefähr 3000 Schülern ohne große Kosten eine Freude machen?
Unter dieser Leitfrage schritten wir zur Tat. Der Plan sah so aus, dass die Schüler jeweils in den großen Pausen die Aufgabe hatten uns als Osterhasen verkleidete – ganz genau, mit Ohren und Hasenschwänzchen – auf dem Schulhof zu suchen. Wobei die Schüler so motiviert waren, dass es später buchstäblich zu einer „Hasenjagt“ wurde.
Jeder von uns Freiwilligen hatte dabei eine bestimmte Farbe in der er beziehungsweise sie gekleidet war. Sobald man erwischt wurde wurde ein Osterei in der entsprechenden Farbe auf die Hand gemalt. Hatte eine Schülerin oder ein Schüler 5 verschiedene Eier gesammelt durfte dieser sich ein kleines Geschenk abholen. Dies galt allerdings nur für die schnellsten 100 Schüler, wodurch die Motivation und die Gespanntheit natürlich besonders groß war! Denn natürlich war es eine Überraschung.

Das womöglich zeitaufwendigste truf sich einen Tag vor der Aktion zu. So verbrachten wir den Sonntag damit 100 Hühnereier auszupusten – die Überraschung sollten nämlich original selbstbemalte Ostereier werden – und sie mit möglichst kreativen Mustern zu bemalen. Dies gelang nicht immer so ganz, doch wurde stets mit viel Liebe durchgeführt! Um das Gefühl eines Osterfests authentisch zu gestalten wurden die Eier nicht einfach nur verteilt, sondern wie in einem deutschen Garten im Raum der English Corner versteckt. Eine richtige „Eierjagt“ stand also bevor.
Am Ostermontag waren alle entsprechend aufgeregt. Die Pause hatte noch keine 2 Minuten begonnen und die Schüler liefen den ersten Hasen schon hinterher. Ziemlich schnell wurde klar, dass 100 Eier bei weitem nicht ausreichen werden.
Bereits in der zweiten Pause waren alle 100 Ostereier in den Händen stolzer Schüler. Doch davon ließen sich die Schüler nicht deprimierend, denn vor allem die Mittelschüler hatten danach immer noch Freude uns Hasen zu jagen und Eier beziehungsweise Unterschriften auf die Hände gemalt zu bekommen.
Die älteren Schüler interessierten sich eher für nähere Informationen zu unserem Osterfest und dem eigentlichen Hintergrund. Was ein Osterhase mit dem Tod und der Auferstehung Christi zu tun hat ist sicherlich auch nicht allen Deutschen klar!

Geschmacksprobe:

Insgesamt blicken wir Jiangxi Freiwilligen also auf einen wunderbaren Tag zurück. Wir hoffen eine vielzahl der jungen Generation der Chinesen erreicht und ihnen die Chance gegeben zu haben sich ein Stück weit mehr mit der westlichen Kultur verbunden zu fühlen.

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