…finden, dass auch in China ein bisschen Weihnachten sein muss, wenn wir schon hier sind und Kulturaustausch betreiben wollen.
Dies war zumindest unser Gedanke, da wir schon ein Weihnachtsfest als solches verpassen sollten. Denn Weihnachten wird hier zumindest abseits der großen Städte normalerweise gar nicht gefeiert. Die einzig bestehende „Tradition“, die man hier vorfindet, ist, dass sich die Jüngeren (das heißt Chinesen, die maximal 20-22 Jahre alt sind) gegenseitig Äpfel schenken, da das Wort für Weihnachten 平安夜 (Ping’an Ye) dem Wort für Apfel 苹果 (Pingguo) ähnelt, und daraus hervorgehend als Symbol für Sicherheit einsteht. Der Ursprung des Festes sowie sämtliche Traditionen sind einem Großteil der Schüler unbekannt, Santa Claus wenn überhaupt als „Alter Weihnachtsmensch“ ein Begriff, selbst von der Bescherung haben viele noch nie gehört, ein Umstand, den wir in den zwei Wochen zuvor in Unterricht und English Corner zu verändern suchten.
Nun zur eigentlichen Aktion:
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An Heilig Abend selbst besorgten wir uns schließlich drei riesige Säcke Mandarinen und spielten damit auf unsere Weise Weihnachtsmann: In der erste halbstündigen Pause sowie zu Beginn der Mittagspause im Gang zwischen den beide Senior-Gebäuden stehend, zu MP3s Weihnachtslieder mitsingend und an alle vorbeikommenden Schüler die Früchte verteilend. Zum Ende der Mittagspause und während der ersten folgenden Stunde zogen wir dann bei de Juniors durch die Klassenräume, wo wir jeweils als Gesangsquintett mit Weihnachtsmützen auf dem Kopf „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ zum Besten gaben und anschließend jedem Schüler eine Mandarine schenkten – Programm, dass bei diesen (und anscheinend auch bei deren Lehrern) gut ankam, wir aber bei den Seniors leider so nicht durchführen konnten, da diese an diesem Tag gerade ihre monatlichen Examen schrieben.

Einhergehend mit einer Protfolio-Aktion, bei der wir in allen Zimmern der Dormitories A5-Blätter mit Informationen zu Baumhaus und uns Freiwillige verteilten, war es alles in allem ein recht anstrengender Tag, der uns jedoch in der Hoffnung ließ, mit dem ganzen Drumherum im Unterricht zumindest einigen das westliche Weihnachten näher gebracht zu haben, sowie uns in der Schule bekannter.

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