Weihnachten ist zwar schon wieder vorüber, aber natürlich saßen wir in China sowie in Peru über die Feiertage nicht auf der faulen Haut! In den nächsten Tagen werden wir von unseren Weihnachtsaktionen, die so unterschiedlich wie die bunten Kugeln eines geschmückten Christbaums sind, berichten.

Weihnachten ist kein Fest, das in China traditionell gefeiert wird, doch das heißt nicht, dass wir keine Weihnachtsstimmung aufkommen lassen können!
Am Samstag den 19.12.15 war es endlich soweit! Nach mehrtägiger Organisation und Vorbereitung haben die deutschen Freiwilligen zur Weihnachtsfeier geladen. Schon Mittwoch wurden die ersten Plätzchenteige geknetet (zwar haben wir keinen Kühlschrank, aber in einer Tüte kann man alles bequem aus dem Fenster hängen, bei -10°C ist ein Gefrierfach überflüssig). Donnerstag standen wir dann von 9:00 Uhr bis nachmittags um 3 Uhr vor dem…„Ofen“. Dieser sieht eher aus wie ein rundes Waffeleisen, das beim Schließen zwischen den beiden Heizplatten ca. 3,5 cm Luft lässt. Durchmesser vielleicht 30 cm. Zwei Heizstufen. Die ersten 3 Fuhren Plätzchen sind etwas dunkel geworden, aber dann hatten wir den Dreh raus: 30 Sek. auf II heizen, 3 Minuten auf I ziehen lassen, 10 Sek. auf II, 1:30 Minuten ziehen lassen, Deckel öffnen, Deckel schließen…so in etwa ging das 6 Stunden lang vor sich hin. Aber das Resultat konnte sich wirklich sehen lassen! Zimtplätzchen, Zitronenplätzchen (sogar liebevoll ausgestochen), Schwarz-Weiß-Gebäck und Kokos-Rosinen-Kekse. Am Freitag dann die letzten Einkäufe; Melina, Julia und Soraya haben noch 2 Kuchen gebacken und ein paar extra Cookies (diesmal in dem Ofen von Freunden) und Samstagvormittag haben wir uns dann aufgeteilt für die Zubereitung von Obst-, Nudel- und Tomaten-Gurken-Salat.
Nach dem Mittag dann den Klassenraum umräumen und vor allem säubern. Es war schon erstaunlich, in wie vielen Tischfächern Eierschalen rumlagen! Oder leere Instantnudelbecher! Obwohl wir uns inzwischen richtig an diese Hartgekochte-Eier-Snack-Kultur angepasst haben. Allerdings räumen wir hinter uns auf. Wobei anzumerken ist, dass es sich um den Klassenraum der ausländischen Studenten handelte.
Alles in allem haben wir, da sind wir uns einig, hervorragende Arbeit geleistet! Der Raum sah sehr schön aus. Was uns noch ein bisschen Sorgen gemacht hat, war als einige der Eingeladenen uns im Vorfeld fragten, ob das Programm denn schon feststehe. Welches Programm?! Bei vorsichtigem Nachfragen erfuhren wir dann, dass es bei chinesischen Feiern anscheinend immer ein Programm mit Erstens, Zweitens, Drittens gibt, welches den Gästen mitgeteilt wird. Wir haben uns dann aber dafür entschlossen, kein richtiges Programm vorzubereiten, dafür fehlte sowieso die Zeit. Schließlich geht es um Kulturaustausch und wir wollten eine Weihnachtsfeier veranstalten, wie wir sie kennen. Gemütliche Stimmung, Freunde, Tee, Kekse und Büffet, Weihnachtsmusik.
Zu Beginn waren unsere chinesischen Gäste noch etwas zurückhaltend, aber das hat sich nach einiger Zeit gegeben und man unterhielt sich angeregt in kleinen Gruppen. Es wurde gegessen und gelacht und um dem Programmcharakter etwas entgegen zu kommen, haben wir auch „Fröhliche Weihnacht“ vorgesungen und ein paar Reaktionsspiele gespielt. Für die meisten Gäste war es ihre erste Weihnachtsfeier und sie haben sich sehr darüber gefreut. Besonders lieb fanden wir, dass sie kleine Geschenke mitgebracht haben, weil sie sich unsicher waren, wie man sich bei einer solchen Feier richtig verhält. Schließlich schenken wir uns an Weihnachten ja gegenseitig etwas. Das meiste war leckerer Knabberkram, zum Beispiel frittierte Süßkartoffelchips, getrocknete Erbsen mit Rinderbrühegeschmack, Erdnüsse im Teigmantel, Trockenfrüchte… Ein besonders guter Freund hat uns einen ganz speziellen Tee geschenkt, der 2 Jahre lang zu Pferd von der Provinz Yunnan bis in die Innere Mongolei transportiert wurde. Mit genau 15 Pferden, wenn wir das richtig verstanden haben. Sieht sehr edel aus!
Wir hatten jedenfalls einen tollen, sehr weihnachtlichen Tag!
Davon abgesehen, bekommt man in Hohhot auch so mit, dass es Weihnachtszeit ist. Es gibt immer wieder westliche Bäckereien zwischen den anderen Läden, diese sind in den Schaufenstern mit Weihnachtsmännern und anderem Schnick-Schnack geschmückt. In Importläden läuft durchgängig Weihnachtsmusik (das arme Personal) und in den Shopping-Malls werden alle Register gezogen, was die Dekoration angeht. In den meisten dieser Läden müssen alle Angestellten Weihnachtsmützen, -haarreife oder sogar komplette Weihnachtsmannoutfits tragen. Einen Weihnachtsmann haben wir auch schon auf dem Fahrrad durch die Stadt touren sehen. Am 23. und 24. gab es überall in bunter Folie und Geschenkkartons eingepacktes Obst zu kaufen. Das Weihnachtsfest wird in China offensichtlich immer populärer, wobei natürlich fraglich ist, worum es den Leuten dabei geht. Anscheinend hauptsächlich die nette Stimmung und das gegenseitige aneinander Denken.

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