Als Mohammed und Dominik wandern waren, fanden sie das kleine Dorf DaDaKe, etwas südlich von Fugong, etwa eine Stunde den Berg hinauf. Das Dorf, aus welchem auch ein Großteil der Menschen welche in den Slums rund um Liuku leben kommen, hat auch eine kleine Vorschule, weshalb schnell die Idee aufkam in dem Dorf eine Kleiderverteilung, gepaart mit einer Hygieneaktion an der Vorschule durchzuführen. Das Dorf an sich war recht ärmlich. Die Kleidung der Leute war teilweise kaputt, viele trugen entweder nur Latschen oder gar keine Schuhe. DSC_5683 Bei der Verteilung begleiteten uns auch zwei Studenten aus Kunming: Jack und Du Fei, welche gerne mal bei einer Verteilung helfen wollten. Drei von uns fuhren in einem Minibus mit der Kleidung die Strecke hoch; der Rest lief. Wir verteilten auf dem Dorfplatz. Ursprünglich war geplant jeder Gruppe (Mädchen, Frauen, Jungen, Mädchen, Kleinkinder) parallel Kleidung auszugeben, wofür wir auf dem Platz fünf Haufen platzierten, und je einer eine Zielgruppe übernehmen sollte. Schnell wurde jedoch klar, dass dies nicht möglich war, da wir mehr oder weniger alle Kräfte brauchten um einen einzigen Haufen zu verteilen. Vielleicht lag es daran, dass es so viele Menschen waren, an welche wir verteilten, vielleicht daran, dass unser Ansprechpartner im Dorf so jung war und dementsprechend kaum Autorität hatte, auf jedem Fall waren die Menschen bei dem Versuch an Kleidung zu kommen kaum zu bändigen. Es wurde gedrängelt, fünf Leute auf einmal wollten Kleidung, auf die Aufforderung ein paar Schritte zurück zu gehen reagierte die Menge nach dem zweiten mal gar nicht mehr. In dem Chaos ergatterten ein paar Leute mehr Kleidungsstücke als geplant, während andere – vornehmlich die Alten und Behinderten – mit zu wenig oder sogar gar keiner Kleidung aus der Aktion hervorgingen. Besonders schlimm war der Fall einer sehr alten, behinderten Dame, welche sich im Gedrängel nicht durchsetzen konnte und so gänzlich ohne Kleidung ausging. Zum Glück bemerkten wir dies und schafften es noch ihr Kleidung zu geben. DSC_5742 Nach der Verteilung stand die Hygieneaktion an. Wir versammelten sämtliche Kinder (ca. 25) in der kleinen Vorschule. Als alle Kinder saßen, führten wir das Schauspiel auf, welches wir von den letzten Generationen kannten. Wir hatten uns extra dafür einen riesigen Lolli, zwei Bonbons und eine Zahnbürste von anderthalb Metern Größe gebastelt. Da wir keinen direkten Lisu-Übersetzer hatten, las Jack den dazugehörigen Text auf Chinesisch vor, woraufhin der Vorschullehrer das Vorgelesene ins Lisu übersetzte. Das Publikum verfolgte unsere künstlerische Darstellung gebannt. Nach dem Stück verteilten wir die Zahnbürsten und die Zahnpasta in einer feierlichen Übergabe – diesmal in normaler Größe. Es erfolgte der Versuch den Inhalt des Stücks auf die Realität zu übertragen, wobei sich sämtliche Freiwillige kollektiv mit den Kindern die Zähne putzten. DSC_5773 Einige der Kinder kannten das Procedere schon, aber andere schienen sich im Leben noch nie die Zähne geputzt zu haben, bzw. nicht seit einem recht langem Zeitraum. Als alle wieder ein schönes, weißes Lächeln hatten, wurde noch die Seife verteilt. Da es keine funktionierenden Wasserhähne in der Schule gab, putzten sich die Kinder je in Fünfergruppen an einem der zwei Eimer die Hände. Anschließend hängten wir die Zettel, auf welchem noch mal der Sinn und die Regeln des Zähneputzens und Händewaschens erklärt wurde in der Schule auf und dann war es Zeit zu gehen. Mit den Abschiedsrufen der Kinder in den Ohren machten wir uns erschöpft, aber im Allgemeinen zufrieden auf den Rückweg. SAMSUNG CSC