Endlich geschafft! 4 Wochen Summer School sind vorbei. Wir wollen ja nicht lügen, es war schon ziemlich anstrengend, aber es hat auch super viel Spaß gemacht.
Dieses Jahr wurden 12 potenzielle Schüler und alle anderen bereits eingeschulten Schüler unterrichtet, in insgesamt vier Klassen. Jeden Morgen wurden die Kinder von Freiwilligen aus ihrem jeweiligen Slum abgeholt und zum Frühstück in die Schule gebracht. Im Verlauf des Tages hatten die Schüler Mathe, Chinesisch, Sport und Musik.
Ein Novum dieses Jahr war der Englischunterricht für die zukünftigen Drittklässler, der von uns Freiwilligen gegeben wurde. Der restliche Unterricht wurde von Bekannten und teilweise von unseren ehemaligen Schülern gehalten, die großes Interesse am Projekt haben. Anders als wir sprechen sie chinesisch (fließend) und Lisu, die Muttersprache der Kinder, was ihnen einen nicht unerheblichen Vorteil verschafft ;). Auch wenn wir uns mit Chinesisch Mühe gegeben haben, wurden unsere Anweisungen nicht immer verstanden. Da unsere Kinder ziemlich clever sind, haben sie uns aber sicher auch ab und zu absichtlich missverstanden.
Trotzdem war die Summerschool ein voller Erfolg. Wir hatten feste Regeln und Abläufe an die sich die Schüler schnell gewöhnt haben: Hände Waschen vor dem Essen, Zähne putzen danach und regelmäßig Haare waschen. Vor allem die Haarpflege erfreute sich riesiger Beliebtheit. Bald haben sich jede Pause Schüler die Haare gewaschen, teils mit Seife, wenn sie kein Shampoo hatten. Mit viel Elan erledigten sie ihre Pflichten. Niemals hätte man einen deutschen Schüler so begeistert den Schulhof kehren oder die Toiletten putzen sehen.
Diese Gewöhnung an den Schulalltag und Vermittlung der Wichtigkeit von Körperhygiene waren ein Hauptziel der Summer School. Dass besonders Letzteres notwendig war, kann man daran sehen, dass manche Kinder während der gesamten 4 Wochen jeden Tag die selbe dreckige Kleidung trugen.
Das Ziel des eigentlichen Unterrichts war die stoffliche Vorbereitung und Vertiefung besonders in den Fächern Chinesisch und Mathematik. Anhand des Verhaltens und der Leistung der Schüler im Unterricht, konnten wir bei den 12 Neuen entscheiden wer dieses Jahr schon bereit für die Schule ist und wer noch nicht. Bei den älteren bereits eingeschulten Kindern geht es in der Summer School vor allem darum ihnen für das nächste Schuljahr einen kleinen Vorsprung zu verschaffen.
Noch lieber als den Unterricht mochten sie jedoch die Pausen, in denen die Jungs egal bei welchem Wetter Basketball gespielt haben und die Mädchen Seil gesprungen sind. Sie dabei zu beaufsichtigen war schwieriger als einen Sack Läuse zu hüten (wobei wir uns letztere teilweise eingefangen haben). Auch wenn wir bis weilen an den Rand des Wahnsinns getrieben wurden, hatten wir Schüler und Lehrer eine tolle Zeit .

Tobias Fischer und Maxine Freistühler