Tourismus

Das Nujiangtal. Das Tal des wütenden Flusses. Diese Region hat sehr viel zu bieten. Dies haben Baumhaus-Freiwillige vieler Generationen wie auch die Regierung bereits erkannt. Letztere baut nun eine Straße, die den Bezirk Gongshan mit der am Mekong gelegenen Stadt Deqin verbindet, um unter anderem somit den Tourismus zu fördern. 2015 wird das Nujiangtal also keine Sackgasse mehr sein, sondern auf der Route Dali, Lijiang, Shangri-La aufgrund seiner Schönheit zu einem unverzichtbaren weiteren Reiseziel werden.

Die Freiwilligen des Baumhaus-Projekts wirken nun auch mit, damit mehr Touristen und somit auch mehr Wohlstand in das Nujiangtal kommen. Hierzu wird im Kreise aller Freiwilligen ein Reiseführer erstellt, der auf interessante Orte und Routen in Nujiang hinweist. Dieser soll nach seiner Vollendung mit Plakaten in Hostels der umliegenden Touristenstädte beworben werden und dort auch ebenfalls ausliegen, sodass sich Reisewillige über Nujiang informieren können. Damit man auch auf Reisen sich informieren kann, wird parallel eine Webseite erstellt, die all die Inhalte, zusätzliche Fotos und einige Wanderrouten enthält.

Das Prinzip ist einfach. Kommen mehr Leute nach Nujiang, wird auch mehr ausgegeben. Sei es auch nur die eine Person im Minibus, die nun zusätzlich mitfährt, anschließend noch eine Nudelsuppe isst und dann in Fugong im Hotel schlafen geht. All dies kurbelt die Wirtschaft im Kleinen an. Im Gegensatz zu anderen Touristenstädten, in denen häufig Großinvestoren profitieren, sollen bei diesem Projekt die kleinen Leute den Nutzen davontragen.

Um dies zu unterstützen bewerben die Freiwilligen das bisher unbekannte Nujiang-Tal auch auf diversen Webseiten, die Tipps zum individuellen Reisen geben – selbst bei einigen Fernsehsendern wurde schon angefragt, ob diese Interesse daran haben, über das Tal eine Dokumentation zu drehen.

Außerdem geschieht in enger Zusammenarbeit mit einem Team von Entwicklungshelfern in Fugong eine andere Art des kulturellen Austausches. Es ist geplant, dass Touristen die Möglichkeit haben, mit den einheimischen Mitarbeitern dieser NGO in Bergdörfer zu wandern, um dort Familien ethnischer Minderheiten kennen zu lernen und mit ihnen gemeinsam zu essen. Der ein oder andere wird dort auch übernachten und einige handgemachte Produkte kaufen.

Dieser Zweig des Projekts ist so angedacht, dass er kulturschonend ist und einigen Menschen finanzielle Unterstützung gibt. Die Gastfamilien, die von unserem Partner finanziell unterstützt werden, sollen für einen Besuch Sachgegenleistungen wie beispielsweise Nahrungsmittel oder Haushaltsgegenstände erhalten, damit sie keinen wirtschaftlichen Schaden davontragen. Unsere Partner-NGO bekommt für solch einen Besuch Geld, mit dem sie dann ihre sozialen Projekte ausweiten und weitere Familien finanziell unterstützen können. Dadurch dass die Familien nicht direkt Geld für ein Essen bekommen, erhoffen sich alle Beteiligten, dass die Gastfreundschaft bestehen bleibt und nicht zu einem allzu kommerziellen Verhältnis wird.