Brillenprojekt

Viele Freiwillige haben die Erfahrung gemacht, dass Schüler Schwierigkeiten beim Sehen aufzeigen. Zum Beispiel können sie oft schwer das Geschriebene auf der Tafel erkennen. Nur die wenigsten Schüler besitzen eine Brille. Zum einen fehlt das Bewusstsein in den Familien für die Wichtigkeit einer Brille im jungen Alter, zum anderen bei einigen Familien auch die finanziellen Mittel. Die Problematik besteht nun darin, dass die Schüler aufgrund ihrer Sehschwäche eingeschränkt sind dem Unterrichtsverlauf zu folgen. Folglich erzielen sie niedrigere Ergebnisse als ihre Mitschüler ohne Sehschwäche und verschlechtern ihre Chancen in den weiterführenden Bildungseinrichtungen.

Um diesem Nachteil entgegenzuwirken soll den Schülern das Tragen einer Brille kostengünstig ermöglicht werden. Da die Einschränkung durch die Brille entfällt, besteht in diesem Fall nun gleiche gesundheitliche Voraussetzungen für alle Schüler auf eine gute schulische Karriere.

Zunächst soll sich das Projekt nur auf Grundschüler beschränken. Vor allem weil Grundschüler am Anfang ihrer persönlichen und schulischen Entwicklung stehen, muss besonders auf gesunde Schulbedingungen für eine reibungslose Erziehung wert gelegt werden. Außerdem soll sich in dieser frühen Phase der Entwicklung des Kindes ein Bewusstsein für die Brille bilden. Das Bewusstsein soll sich im Laufe der sechs Grundschuljahre verfestigen und ein langfristiges Tragen nach dem Schulwechsel gewährleisten. Ebenfalls werden durch das Wohlbefinden des Kindes, sowohl die Eltern als auch die Lehrer Verständnis und Unterstützung für das Projekt zeigen. Nur die zwei zuletzt genannten Instanzen sichern die nachhaltige Fortführung dieses Projektes.

Die Idee gliedert sich in drei Teile: Schülerfindung, Materialbeschaffung und Einführung des Projektes in den Schulen.

1. Schülerfindung
Zunächst müssen die Schüler mit Sehschwäche ausfindig gemacht werden. Mit Sehtafeln können schnell viele Schüler auf ihre Sehstärke getestet werden. Veranstaltungen wie der jährlich ausgeführte gesundheitliche Test können dabei von Vorteil sein. Die eingegrenzte Auswahl von seh­-schwächeren Schülern soll nun einen genauen Sehtest beim lokalen Optiker durchführen.

2. Materialbeschaffung
An Materialien benötigt man das Brillengestell und die Gläser. Daher sollen Firmen, vorzugsweise chinesische, kontaktiert werden, die in dieser Branche tätig sind. Erweisen sie das nötige Interesse für das Projekt, kann eine Kooperation starten. Die Sehtestergebnisse sollen nun an den Brillenglashersteller weitergeleitet werden. Außerdem soll eine Bestellung von identischen Brillengestellen erfolgen, deren Gläser leicht austauschbar sind.

3. Einführung des Projektes in den Schulen
Die Umsetzung an den Schulen beruht auf einem Leihsystem. Die Brillen werden der Schule zur Verfügung gestellt. Der Klassenlehrer soll seinen Schülern die Brillen zu Beginn des Unterrichts geben und sie nach Unterrichtsende wieder einsammeln. Da besonders der Fokus auf Bildung liegt werden die Brillen an erster Stelle in der Schule gebraucht, sodass die Schüler sie nicht in den Pausen oder in ihrer Freizeit außerhalb der Schule tragen und eventuell beschädigen können. So gewährleistet man das Erhalten der Brille über einen längeren Zeitraum.

Ein Schüler leiht sich eine Brille für die gesamte Grundschulzeit und muss sie nach Abgang wieder abgeben. Ziel ist es eine Gläsersammlung an den Schulen zu etablieren um jedem eine auf sich zugeschnittene Brille ermöglichen zu können ohne enorme Ausgaben für neue Gläser zu tätigen.
Das Leihsystem spart auf einem längeren Zeitraum sehr viel Geld für neu Anschaffungen von Gläsern. Die Schüler, die von der Schule abgehen haben danach zwar keine Brille mehr, jedoch hat sich in ihrer Grundschulzeit ein Bewusstsein dafür gebildet. Nun können sie sich selbstständig eine Brille für die Weiterführende Schule besorgen, da sie ihre Wichtigkeit und Vorteile selber erfahren haben.