Ccapi

Mit der zweiten Generation gab es nicht nur einen Zuwachs an Freiwilligen sondern auch an Standorten und das Baumhaus-Projekt in Peru vergrößerte sich. So zogen 2014 das erste Mal zwei Freiwillige in das kleine Dorf Ccapi um dort für ein Jahr zu unterrichten und zu arbeiten.
Ccapi ist die Hauptstadt der Region Paruro, die wie alle anderen Standorte auch in dem Distrikt Cusco liegt und ist eigentlich die Sammelbezeichnung für zahlreiche kleinere Dörfer, die relativ verstreut in 3.200 Meter Höhe liegen. Das Zentrum dieser Dörfer ist Inkacona, das ungefähr 2.000 Einwohner hat und in dem auch die Freiwilligen leben, da sich hier die Grund- und Gesamtschule Ccapis befinden.
Da einige Schüler so einen Schulweg von über zwei Stunden Länge haben, gibt es neben einer kleinen Krankenstation auch ein Internat, in dem zwischen 15 und 20 Schüler unter der Woche zusammen mit den Lehrern leben. So entsteht ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern, die selber meist nicht aus Ccapi kommen. Fast alle Lehrer, Beamten der Municipalidad (Rathaus/Verwaltung) und Angestellten der Krankenstation haben ihren Hauptwohnsitz in Cusco und pendeln jedes Wochenende die 5-stündige kurvige Schotterpiste zwischen ihrem Arbeitsort und ihrer Heimatstadt hin und her. Auf Grund der daraus resultierenden Belastung und deutlich schlechteren Bezahlung, kehren fast alle so schnell wie es ihr Vertrag zulässt wieder in die größeren Städte zurück. Dies führt zu häufigen Wechseln und Unterbesetzungen innerhalb des Lehrkörpers aber auch des Verwaltungs-und Gesundheitssystems.
Darunter leiden besonders die Einwohner und Schüler, da die medizinische Versorgung nicht durchgängig gewährleistet ist und zum Beispiel der Englischunterricht nur von unausgebildeten Lehrern mit mangelnden Englischkenntnissen abgedeckt werden kann.
Hinzukommt, dass ein Großteil der Schüler aus sehr einfachen und zum Teil sehr armen Familien kommt, sodass nicht immer Geld für Schulmaterialien vorhanden ist und viele Kinder neben oder teilweise auch an Stelle des Schulbesuches ihre Familie finanziell unterstützen müssen. Die Schüler, deren Noten und finanzielle Mittel ausreichen um zu studieren, verlassen mit dem Ende der Schulzeit nicht nur das Colegio, sondern auch Ccapi und kehren meist nicht zurück.
Durch seine sehr schlechte infrastrukturelle Anbindung und einem gewissen Desinteresse der Regierung hat es Ccapi schwer der Armut zu entkommen. So haben zum Beispiel längst nicht alle Häuser fließendes Wasser, dennoch ist seit den letzten Jahren ein langsamer Aufschwung zu spüren, z.B. wird gerade ein großes Krankenhaus und eine neue moderne Grundschule gebaut.
Trotz oder gerade wegen der vielen Probleme und der Armut, gegen welche die Einwohner zu kämpfen haben, ist Ccapi ein sehr familiäres und freundliches Dorf. Die Einwohner sind sehr gastfreundlich und weil die Moderne noch nicht so richtig Einzug gefunden hat, kann man hier noch traditionelle Handwerkskunst und wahres Landleben hautnah erfahren.

Blick auf Ccapi