Unser erstes Patenkind des Sparks-Projekts sucht Paten! Schenken Sie einem bedürftigen chinesischen Schüler eine universitäre Bildung!

Sonntag Morgen an der Lushui Yi Zhong, der zweitbesten Mittelschule in Liuku, der Präfekturhauptstadt Nujiangs: Eine ungewohnte Stille liegt über dem Schulhof, die meisten der über 2000 Schüler sind froh, nach sechs anstrengenden Schultagen ihren einzigen freien Vormittag bei ihrer Familie oder in der Stadt zu verbringen. Nur einige wenige Schüler sind noch auf dem Schulgelände. John, der mit chinesischem Namen 余春南 (Yu Chun Nan) heißt, ist einer von ihnen. Er verlässt die Schule nicht, da sein zu Hause zu weit entfernt liegt, um dort für einen halben Tag hinzufahren. Er geht auch nicht ins Stadtzentrum mit seinen Mitschülern, da er zu arm ist, um sich der Läden und Attraktionen zu erfreuen. Jeden Sonntag gehört John also zu denjenigen, die sich die Zeit mit Sport oder Lernen vertreiben, in ihren einzigen freien Stunden.

Unser erstes Sparks-Patenkind

Unzufriedenheit ist jedoch keine Eigenschaft Johns. Auch wenn er keinen eigenen Basketball besitzt, hat er sehr viel Spaß daran mit anderen zu spielen.

Generell ist John ein sehr glücklicher Junge, trotz einer wenig erfreulich klingenden Familiengeschichte. John ist Vollwaise. In einer von Drogen- und Menschenhandel geprägten, verarmten Gegend wie Johns Heimat ist dies leider keine Seltenheit. Johns Geburtsdorf liegt nordwestlich von Liuku und unmittelbar vor der Grenze zu Myanmar. Viele Kinder dieser Gegend verlieren ihre Eltern durch Drogenkonsum und die dadurch hohe Aidsrate in diesen Dörfern. Aus Perspektivlosigkeit ziehen viele Erwachsene in Großstädte, um dort unter inhumanen Bedingungen in Fabriken zu arbeiten, wobei sie täglich ihr Leben riskieren.

Seit früher Kindheit wurden John und seine jüngere Schwester von ihren Großeltern in seinem Heimatdorf großgezogen. Diese legten Wert darauf, dass er Chinesisch lernt und nicht nur die dortige Minderheitensprache. Nur wer Chinesisch spricht, hat die Möglichkeit, eine Schulbildung zu erhalten und mit einem guten Job in einer größeren Stadt der Armut in den Bergen zu entkommen. Johns Großvater schickte ihn zunächst auf die Grundschule in Ega, einem kleinen Dorf in den Bergen des Nujiang-Tals, nahe der Grenze zu Myanmar.

Der Schulbesuch ist keine Selbstverständlichkeit, da dadurch eine Arbeitskraft im Haus und auf dem Feld wegfällt. Viele Familien können sich dies nicht leisten.

Die Grundschule in Ega beherbergt nur die erste und zweite Klasse, für die nächsten vier Jahre der Grundschule müssen die Kinder schon nach Liuku oder Pihe gehen, beides Städte im Tal gelegen und somit sehr weit entfernt von ihrer Heimat. Das bedeutet, dass Kinder wie John schon sehr früh von ihrer Familie getrennt werden und die Kinder in der Schule leben und essen müssten, ein Umstand der für viele Familien finanziell untragbar ist. John musste durch diesen Umstand schon sehr früh selbstständig werden und war auf sich alleine angewiesen.

Sehr viele Kinder aus dieser Gegend brechen die Grundschule ab und gehen nach den ersten paar Jahren zurück auf die Felder in ihren Heimatdörfern ohne Perspektive auf ein besseres Leben.

Da John ein sehr fleißiger und aufgeweckter Schüler ist, bestand für ihn die Möglichkeit, auf die Xiaoshaba-Grundschule am Rande Liukus zu gehen. Somit hatte er schon mit jungen Jahren mehr gesehen, als viele Bewohner seines Dorfes je sehen werden, da diese ihr Geburtsdorf nie verlassen werden. Sein neues Leben in der Stadt mit den breiten Straßen und mehrstöckigen Häusern war sehr beeindruckend für John und weckte in ihm schon sehr früh den Wunsch, Architekt zu werden. Dies erzählt er, ohne zu zögern auf die Frage nach seinem zukünftigen Beruf, sodass keine Zweifel bleiben, dass er alles dafür tun wird, dieses Ziel zu erreichen.

Johns Leistungen in der Grundschule waren so herausragend, dass er nach dem sechsten und finalen Jahr in Xiaoshaba an die erste Mittelschule Liukus gehen konnte. Hier befindet er sich momentan im zweiten Jahr und ist der beste Schüler seiner Klasse. Insgesamt befindet er sich auf Platz drei seines Jahrgangs, er ist somit besser als circa 250 Gleichaltrige, von denen viele mit Chinesisch als Muttersprache aufgewachsen sind und die Vorzüge des Stadtlebens erfahren konnten. Dies stellt heraus, wie einzigartig Johns noch junge Geschichte jetzt bereits ist. Dieser Bildungs- und Lebensweg ist wirklich nicht der Regelfall für ein Kind aus einem Bergdorf Nujiangs, zu dem nicht einmal eine Straße führt.

In Englisch, seinem Lieblingsfach, antwortete er auf die Frage, ob ihm die Schule gefiel, dass er hier sehr glücklich ist, da er viele Freunde hat und ihm das Lernen in seiner Klasse Spaß macht.

John sind seine Familie und seine Freunde sehr wichtig. Seine kleine Schwester geht nicht zur Schule, da sie den Großeltern auf dem Feld und im Haus helfen muss. John will in der Zukunft für seine junge Schwester sorgen und sie an seinem Glück, zur Schule gehen zu können, teilhaben lassen.

In China ist das Bildungssystem sehr auf Leistung ausgerichtet, dadurch können auch Schüler ärmerer Herkunft eine Universität besuchen, jedenfalls in der Theorie. Wie unzählige Studien belegen, ist der Zugang zu höherer Bildung schwerer zugänglich für arme Menschen im Vergleich zu höheren sozialen Schichten, in denen eine positivere Lernatmosphäre herrscht. In Deutschland wie in China ist dies gültig. Um dieser sozialen Ungerechtigkeit entgegenzuarbeiten, unterstützen wir Schüler wie John, die hervorragende Leistungen zeigen, denen es aber schwer bis unmöglich ist, zur Universität zu gehen, um einen akademischen Beruf zu erlangen. Die Zukunft seiner Familie liegt in Johns jungen Händen, da er seiner Schwester, seinen Großeltern und sich selbst ein besseres Leben ermöglichen kann.

Mit dem Fördern dieser Schüler helfen wir nicht nur einem Einzelnen, sondern einer ganzen Familie, einem Dorf und sogar der gesamten Region Nujiang. Werden Sie heute noch Pate!

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