Am 18. Dezember ging es endlich los: Team Lanping machte sich auf den Weg zu seinen ersten Kleiderverteilungen. Unser Ziel waren vier Grundschulen, die in den Bergdörfern des Verwaltungsbezirks He Xi liegen. Ein mit 80 Kleidersäcken, 6 Freiwilligen und 2 chinesischen Übersetzern beladener Pickup bahnte sich den Weg über die holprigen Straßen ins 2 Stunden entfernt gelegene He Xi. Da es die Tage zuvor heftig geschneit hatte, war die Aktion lange unsicher gewesen, weil es bei Schnee nicht möglich ist die abgelegenen Bergschulen, die unser Ziel waren, zu erreichen. Nachdem die Kleiderverteilung mehrfach verschoben werden musste, gab uns die Regierung von He Xi am Vorabend endlich Bescheid, dass die Straßen wieder befahrbar seien. 1 Unser erstes Ziel war eine Bergschule in Gong Xing, wo 22 Jungen und Mädchen bereits gespannt auf unsere Ankunft warteten. Nachdem wir die schweren Säcke abgeladen und nach Geschlecht sortiert hatten, wurden die Grundschüler einer nach dem anderen eingekleidet, wobei wir zum einen auf ihre Körpergröße, zum anderen aber auch auf ihre Wünsche geachtet haben. Zwei Jungen wurden zusätzlich mit Schuhen und Socken ausgestattet, da sie nur sehr dünne und abgenutzte Schuhe trugen. Zum Abschluss noch schnell ein Foto und dann weiter nach Qing Hua, wo uns bereits die nächsten 36 Schüler erwarteten. Auch hier lief die Verteilung reibungslos ab. Diesmal wurden besonders viele dicke Winterjacken verteilt, da die Kinder trotz eisiger Kälte und Schnee bei fehlenden Heizungen und teils sogar Fensterscheiben in Klassenräumen oder Schlafsälen oft nur in Pullis vor uns standen. Ein Mädchen, so berichteten uns die chinesischen Übersetzter, war sogar so arm, dass es nur die Kleidung besaß, die es am Körper trug. Den stolzen Blick und das strahlende Lächeln mit dem es seine neuen Sachen zu den Schlafsälen trug, werden wir sicherlich nicht so schnell vergessen. 2 Nach dem Mittagessen in der Schulmensa machten wir uns auf den Weg zu unserer letzten Verteilung des Tages. Das Ziel war eine abgelegene Grundschule in Sheng Xing mit 43 Schülern. Wegen des Schnees schafften wir es nicht mit dem Pickup bis ins Dorf hoch zu fahren, da sämtliche Anschieb-Versuche erfolglos blieben. Schließlich konnten wir mit einem kleineren Auto die schweren Kleidersäcke bis zum Dorfplatz transportieren und bahnten uns dann selber einen Weg durch den Schnee querfeldein bis zur im Hang gelegenen Schule. Die Kleiderverteilung musste letztlich auf einem matschigen Parkplatz stattfinden, da selbst das Auto nicht bis zur Schule durchfahren konnte. Trotz fehlenden Tischen und Platzmangels verlief die Verteilung jedoch weitgehend gut. Freudig nahmen die Kinder ihre neue Kleidung in Empfang und schauten einen ganz entsetzt an, wenn man sie ihnen nur kurz aus der Hand nehmen wollte, um sie eine Jacke anprobieren zu lassen. Wenn sie dann all ihre Anziehsachen empfangen hatten, bedankten sie sich brav, um dann schnell zu ihren Freunden zu laufen und ihnen ihre neuen Schätze präsentierten. Am Abend machten wir uns dann erschöpft, aber glücklich auf den Rückweg nach He Xi. 3 Am nächsten Morgen brachen wir mit den restlichen Kleidersäcken in die größte der vier Grundschulen, nach Lian He auf, wo wir 105 Schüler eingekleidet haben. Da die Schule größer und besser zu erreichen war, haben wir diesmal zwei Klassenzimmer zur Verfügung gestellt bekommen, in denen wir die restliche Kleidung auspacken und vorsortieren konnten, bevor die ersten Schüler in die Räume gebeten wurden. Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn man ein kleines Kind in einem alten Pulli vor sich stehen hat, und ihm eine dicke Jacke geben kann. Wenn das neue Kleidungsstück passt und gefällt, breitet sich ein Lächeln über dem Gesicht des Kindes aus, die Augen leuchten und es nickt ganz begeistert, wenn man es fragt, ob es die Kleidung haben will. Bringt man das Kind dann fertig angekleidet wieder auf den Schulhof, wird es von staunenden Klassenkameraden in Empfang genommen, denen es seine neue Kleidung stolz präsentiert. Das Kind, welches man als nächstes an die Hand nimmt, kann sich dann meistens vor Freude kaum noch zurückhalten. Ein ganz besonderes Gefühl. Am Ende der Verteilung konnten wir sogar die restliche Kleidung, die zu klein war, an der Schule lassen, da die Lehrer sie an die kleinen Geschwisterkinder verteilen wollten. Zusätzlich haben wir auch Erwachsenenkleidung an alle 4 Schulen gebracht, damit der Schulleiter dafür Sorge tragen konnte, dass auch diese mit neuer Kleidung versorgt wurden. So haben wir insgesamt in den zwei Tagen über 1.800 Kleidungsstücke verteilen können und 206 Grundschülern durch den kalten Winter in den Bergen geholfen. In diesem Sinne möchten wir uns auch noch einmal bei den chinesischen und deutschen Spendern bedanken, die dies ermöglicht haben, sowie der Regierung von He Xi für ihre tatkräftige Unterstützung. 4