Kurz nach dem Zwischenseminar war es wieder so weit: Die nächste Kleiderverteilung war geplant und sollte dienstags in Puladi stattfinden. Nina und Nadja waren leider mit Unterrichten beschäftigt, also waren aus Gongshan nur Helen und ich (Franzi) dabei. Allerdings bekamen wir durch Yizhu, Jana und Ninas Schwestern Anna und Vera viel willkommene Unterstützung.
Puladi ist ein kleines Dorf, das an der Straße in Richtung Liuku ungefähr eine halbe Stunde von Gongshan entfernt liegt. Die Grund- und Mittelschule geht von der 1. bis zur 9. Klasse und wird von ca. 600 Schülern besucht.

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Kontakte zur Schule zu knüpfen war nicht schwierig, da eine Lehrerin der Grundschule in Gongshan dort auch schon Kleider verteilt hatte. Die Englischlehrer hätten auch gerne Freiwillige an ihrer Schule, sodass sie sich immer sehr gefreut haben, wenn wir zum Unterrichten dorthin kamen. Da wir die Lehrer also schon ganz gut kannten, wurden wir bei der Vorbereitung und der Verteilung sehr gut von ihnen unterstützt. Im Vorfeld hatten wir nach einer Liste mit bedürftigen Schülern gefragt, da die Schule ziemlich groß ist und wir sowohl Anzahl als auch Alter der Schüler für die Verteilung wissen mussten. Als wir die Liste bekommen hatten, standen darauf nicht weniger als 216 Namen, also eine ziemliche Menge.

Mittags wurden wir mit dem Schulauto und einem Minibus, den die Schule für uns organisiert hatte, abgeholt, um unsere Kleidervorräte transportieren zu können. Die Kleider kamen zum Teil aus Liuku und sind von den Freiwilligen dort gesammelt worden, es waren aber auch Kleiderspenden von China Radio International aus Peking mit dabei. In der Schule angekommen, wurden wir sehr freundlich vom Schulleiter und einigen weiteren Lehrern empfangen, die uns sofort in ein kleines Restaurant zu sehr leckerem Essen einluden – das ist in China so üblich und darf keinesfalls abgelehnt werden. Als alle mehr als satt waren, gingen wir zur Schule und konnten in einem leeren Klassenzimmer die vorsortierte Kleidung auf Tischen ausbreiten.
Kaum waren wir fertig, brachte einer der Englischlehrer auch schon die Kinder aus der ersten Klasse. Wir hatten die Kleider für Mädchen und Jungs sowie Grund- und Mittelschulkinder vorsortiert und versuchten, jedem Kind einen Pullover oder eine Jacke, ein T-Shirt und eine Hose oder einen Rock zu geben. So arbeiteten wir langsam aber stetig die Liste ab, die immer von einem Lehrer genau abgehakt wurde. Bei einer so großen Menge von Kindern ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Schließlich soll die Kleidung möglichst gerecht und zum jeweiligen Kind passend verteilt werden. Aber wir haben inzwischen schon so viel Routine, dass uns das recht gut von der Hand geht.

Wie befürchtet reichten unsere Vorräte nicht für alle Schüler, obwohl wir fast alle Kleidungsstücke verteilen konnten. Wir werden diese Schule also nochmals besuchen. Als alle Säcke und Kisten wieder verstaut waren, wurden wir erneut zum Essen eingeladen. Wie schon so oft waren wir von der chinesischen Gastfreundschaft
überwältigt. Am Abend fuhren wir mit einem Minibus nach Hause. Ohne Kleiderpakete reichte für die Rückfahrt ein Fahrzeug aus. Ziemlich müde, aber sehr froh über die gelungene Verteilung, gelangten wir am Abend wieder nach Gongshan zurück.

Franziska Dreher, 12.05.2013

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