An einem Montagmorgen trafen wir uns zu sechst in 福贡 Fugong, wo wir einen Minibus organisierten, mit welchem wir die Strecke bis zum Anfang des Bergpfades überbrückten. Unglücklicherweise verletzte sich Marie noch in der Stadt am Knie und musste daher in LaJiaMuDi aussteigen. So reduzierte sich die Anzahl der Teilnehmer auf die Zahl Fünf. Unbeirrt machten wir uns jedoch motiviert, mit Zahnpasta, Zahnbürsten und Seife in den Rucksäcken, auf den Weg zur ersten Bergschule.

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Das Wetter hätte nicht besser sein können und wir wanderten bei strahlend blauem Himmel den Berg hinauf. Während der Wanderung trafen wir wie immer viele Einheimische, die uns entgegen kamen oder auf den Reisterrassen arbeiteten. Mehreren war der Zweck unseres Besuches offensichtlich schon bekannt und sie wussten von den vorherigen Verteilungen in Kandi.

Wir kamen zügig voran und kurz vor unserem ersten Ziel blieb uns noch ein wenig Zeit für eine letzte Besprechung: Der Ablauf der Aktion wurde nochmals erläutert, die verschiedenen Aufgaben und die Rollen für das Theaterspiel zugeteilt. überpünktlich kamen wir an der Schule an, wo die Kinder zunächst noch eine Stunde Unterricht hatten, bevor sich dann alle dreißig auf dem Basketballplatz versammelten.

Einleitend lasen die Lehrerin und der Lehrer den Schülerinnen und Schülern die Karius-und-Baktus-Geschichte vor und erklärten ihnen unser Zahnputz-Theaterstück, in das wir sie zuvor eingeweiht hatten. Anschließend verteilten wir an jedes Kind eine Zahnbürste mit einer Portion Zahnpasta und ordneten sie in Gruppen von etwa zehn Leuten an. Während jeweils eine Freiwillige oder ein Freiwilliger mit einer dieser Gruppen gemeinsam die Zähne putzte, erklärten die anderen die richtige Technik und kommentierten das Geschehen.

Bei nicht wenigen Kindern tropfte etwas Blut aus dem Mund. Mit Hilfe der aus abgeschnittenen Flaschen selbst gebastelten Becher wurde anschließend Wasser zum Ausspülen des Mundes verteilt und jedes Kind oder Geschwisterpaar bekam eine eigene Tube Zahnpasta.

Nachdem sie ihre neuen Utensilien in den beiden Klassenzimmern verwahrt hatten, gingen wir zum Händewaschen über. Um dies einfacher zu gestalten, baten wir stets fünf Schülerinnen oder Schüler mit zwei von uns Freiwilligen zu kommen, während die übrigen auf dem Platz blieben und gemeinsam verschiedene Spiele spielten. Als Wasserhahn diente ein Schlauch auf dem Boden.

Wir waren positiv überrascht, wie sorgfältig die Kinder sich bereits eigenständig die Hände einseiften und mussten sie so nicht zur Gründlichkeit ermahnen. Als alle Hände sauber waren, versammelte man sich abermals und wir gaben jedem Mädchen und jedem Jungen ein Stück Seife. Zu guter Letzt wiederholten wir noch einmal mündlich das Gelernte und erklärten den Kindern erneut, wann man sich die Zähne putzen und die Hände waschen sollte. Nach einem Gruppenfoto wurde es Zeit, zur nächsten Schule zu wandern.

Diese ist von der ersten Schule etwa eine Stunde Fußmarsch den Berg hinauf entfernt. Die nur zehn Schülerinnen und Schüler werden von einem jungen Lehrer in einem kleinen Gebäude unterrichtet. Wir gingen nach demselben System vor und führten erst das Theaterstück auf, putzten dann mit den Kindern Zähne, wuschen die Hände und spielten Spiele, was allen große Freude bereitete. Aufgrund der geringen Zahl der Kinder ging dies recht schnell von statten und schon bald verabschiedeten wir uns. Der sehr nette Lehrer lud uns anschließend noch zu sich nach Hause ein, wo wir etwas zu Trinken und zu Essen bekamen. Nachdem wir uns bedankt hatten, traten wir den Weg ins Tal an, wo wir am späten Nachmittag ankamen.

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