Strahlend blauer Himmel, Berge, die bis zu den Wolken zu reichen scheinen, Menschen, die auf den zahlreichen Reisterassen arbeiten und einem hin und wieder ein freundliches „Hua Hua!“ zurufen und mittendrin wir, fünf Baumhausfreiwillige auf dem Weg zu einer weiteren Hygieneaktion im Bergdörfchen Kandi.

Bereits letzen November hatten wir Kandi einen Besuch abgestattet und Kleidung, Zahnpasta und Zahnbürsten an die 30 Schülerinnen und Schüler der Dorfgrundschule verteilt, sowie anschließend gemeinsam mit den Kindern Zähne geputzt.

Nachdem dies nun fast ein halbes Jahr her war, hatten wir beschlossen dort einen Kontrollbesuch zu machen, den Zahnpasta- sowie Zahnbürstenvorrat zu erneuern und neben der Zahnputz- auch eine Händewaschaktion durchzuführen.

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Nach dreistündiger Wanderung kamen wir dann auf dem Basketballplatz vor der Grundschule in Kandi an, wo uns die 30 Schüler mit ihren beiden Lehrerinnen schon erwarteten. Bevor wir jedoch mit unserem eigentlichen Vorhaben beginnen konnten, stellten die Lisu wieder einmal ihre Gastfreundschaft unter Beweis und luden uns zum Essen ein. Ein Nein als Antwort wird dabei nicht akzeptiert.

Unser Gastgeber war diesmal wieder der Freund des Dorfpfarrers, welcher uns auch schon bei der letzten Verteilung behilflich war und unser Ansprechpartner in Kandi ist.

Nachdem unsere Bäuche gefüllt, die Schüsseln leer und unser kleines Gesangsrepertoire zum Besten gegeben worden war, konnte die Hygieneaktion beginnen.

Die Lehrerinnen versammelten die Schüler in drei Reihen, sodass wir erst einmal ein paar einleitende Worte gesagt sowie eine Zahnputzgeschichte vorgelesen werden konnte, welcher dann unser Zahnputzschauspiel folgte.

Nach dem Schauspiel, das unseren jungen Zuschauern sehr gut gefiel, verteilten wir Zahnpasta und Zahnbüsten an die Kinder und teilten sie in drei Gruppen auf, sodass sie immer mit einem Freiwilligen gemeinsam Zähne putzen. Der Freiwillige erklärte den Kindern noch einmal, wie wichtig das regelmäßige Zähneputzen ist und zeigte, wie man seine Zähne richtig putzt. Voller Eifer folgten die Schüler diesem Beispiel.

Schon bald war die Zahnpasta teilweise rot gefärbt und einigen Kindern lief Blut aus dem Mund, was auf den schlechten Zustand der Zähne und des Zahnfleischs zurückzuführen ist, die Kinder putzten aber dennoch munter weiter. Nachdem alle ihren Mund mit Wasser ausgespült hatten, strahlten uns dann aber doch 30 frisch geputzte Kindermünder entgegen.

Während sich die meisten Schüler beim „Ochs` am Berg“- oder „Faules Ei“-Spielen austobten, kamen kleine Schülergruppen zum gemeinsamen Händewaschen.

Zunächst zeigte ein Freiwilliger wie man sich richtig die Hände wäscht und dann durfte jedes der Kinder die kostbare Seife selbst in den Händen halten und zeigen, was es sich bei uns abgeguckt hatte.

Abschließend wiederholten wir noch einmal die wichtigsten Regeln, wie zum Beispiel „Wann wäscht man sich die Hände?“ oder „Wann und wie oft putze ich mir die Zähne?“,  bevor wir uns dann, nicht ohne einmal „Liang Zhi Laohu“ (das chinesische Bruder Jakob“) gesungen und ein  gemeinsames Erinnerungsfoto gemacht zu haben, wieder auf den Rückweg ins Tal machten.

Wir wurden noch ein paar Schritte von einer der beiden Lehrerinnen sowie einigen Kinder begleitet und wanderten, nach einer kurzen Pause im Hause der Lehrerin, zurück nach Fugong.

Insgesamt waren wir mit dieser Hygieneaktion sehr zufrieden. Nicht zu letzt Dank der Hilfe des Freundes des Pfarrers sowie der beiden Lehrerinnen war die ganze Aktion reibungslos abgelaufen und sowohl wir als auch die Schüler hatten eine Menge Spaß.

Nach solch einem herzlichen Empfang und einer erfolgreich durchgeführten Aktion konnten wir den Tag in einer anschließenden Feedback-Runde vollauf zufrieden Revue passieren lassen. Der Anblick eines strahlenden Kindergesichts sowie das Gefühl anderen Menschen helfen und etwas von seinem eigenen Glück abgeben zu können; diese Momente machen ein Freiwilliges Soziales Jahr aus.