Am 28.04.2013 waren wir im sogenannten „Myanmar-Slum“ um dort eine Hygieneaktion durchzuführen. Den Slum nennen wir so, weil die Bewohner irgendwann einmal nach Myanmar ausgewandert sind, aber aufgrund der politischen Situation dort wieder zurückgekehrt sind. Eigentlich heißt er QingShanGongYuan. Sie gehören der Minderheit LISU an und sind strenge Christen. Der Slum liegt ganz in der Nähe von Momme und Ninas Schule und so wurde diese auch als Treffpunkt ausgewählt.

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Um neun Uhr morgens trafen wir uns mit unseren Übersetzern (vier Schülerinnen der Lushui Yi Zhong) und liefen die fünf Minuten Fußweg den Hügel hinauf in den Slum.

Auf den ersten Blick erscheint dieser ein wenig gepflegter als der XiaoShaBa-Slum. Die Ställe für die Tiere sehen sehr gut aus und auch die Hütten selbst sind viel aufgeräumter und sauberer. Die Kinder laufen allerdings auch etwas schmuddelig herum und die hygienischen Umständen könnten sich noch verbessern.

Zu aller erst gingen wir in jede der fünf Hütten um uns anzukündigen und die Kinder zusammen zu trommeln. Die Bewohner waren sehr aufgeschlossen und freuten sich über unseren Besuch. In einer Hütte lag eine kranke Frau, aber sonst ging es allen gut.

Dora, eine unserer Übersetzerinnen fing in dieser Hütte an zu erklären, warum es wichtig ist sich die Hände zu waschen und wie man es richtig macht.

Anschließend versammelten sich alle und wir spielten ihnen das Zahnputz-Spiel vor. Unsere Übersetzerinnen erklärten auf LISU die Handlung.

Danach verteilten wir Zahnbürsten. Diese stammten alle aus Deutschland. Ein befreundeter Zahnarzt von Momme hatte großzügig gespendet und auch Pias Mutter hatte mit ihrem Bekanntenkreis Zahnbürsten gesammelt.

Wir zeigten wie man sich am effizientesten die Zähne putzt und das die Zahnbürsten nach dem Putzen ordentlich ausgewaschen werden müssen.

Jede Familie bekam einen Zahnputzbecher, in dem die Zahnbürsten mit dem Kopf nach oben rein gestellt werden mussten. Dies ist wichtig, damit sie gut trocknen und nicht anfangen zu schimmeln.

Danach haben wir eine Schüssel mit Wasser vor die belebteste Hütte gestellt und ein wenig Seife hineingegeben. Dann wuschen wir mit den Kindern Hände und das hat ihnen sichtlich Spaß gemacht.

Unsere Übersetzerinnen haben erklärt, wann man sich immer die Hände waschen muss, zum Beispiel nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Diesbezüglich haben ein paar fleißige Freiwillige Plakate gemalt und laminieren lassen, die wir dann, als Erinnerungsstütze für die Slumbewohner, an eine Hütte nagelten.

Nach dem Händewaschen verteilten wir in jede Hütte Seife und Shampoo, die auch von Pias Mutter gespendet wurden.

Unsere Schülerinnen der Lushui Yi Zhong hatten alle Nagelknipser dabei und baten sich an, den Kindern die Fingernägel zu schneiden und weil das so eine gute Idee war, haben sie es auch gemacht.

Zum Schluss spielten wir mit den Kindern. Caro hatte kleine Mal- und Sachbücher dabei und Momme hatte eine Trommel in seiner Wohnung gefunden, die er den Kindern schenkte.

Ein Junge aus dem Slum hat eine körperliche Behinderung. Deswegen kann er leider nicht in die Schule gehen, obwohl er sehr klug ist. Um ihm etwas geistigen Beschäftigung zu geben überlegen wir uns immer neue Sachen. Diesmal hatten wir ihm einen Zauberwürfel mitgebracht.

In dem Slum gibt es ein Neugeborenes Kind und die Mutter konnte nicht mit dem Kind aus der Hütte kommen. Deswegen sind ein paar von uns noch einmal dort hin gegangen um alle hygienischen Präventionen zu erklären und darauf hinzuweisen wie wichtig es gerade bei Neugeborenen ist darauf zu achten.

Alles in allem haben wir in diesem Slum das Gefühl gehabt, dass die Bewohner sich sehr über unsere Hilfe gefreut und den Sinn unseres Kommens verstanden haben. Wir sind optimistisch, dass viel von dem was wir vermitteln wollten hängen geblieben ist und auch umgesetzt wird. 

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