Internationaler Welttanztag 2016

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Jinggangshan im Südosten Chinas. Es ist Ende April. Die Sonne steht hoch am wolkenlosen Himmel, als sich sechs der Baumhaus-Freiwilligen zum Flaggenmast ihrer Schule begeben. Unter ihrem Arm haben sie eine Musikbox und auf den Lippen ein Lächeln.

Die Idee: Von der neunten Klasse an sind die Schüler von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr in der Schule. Fünf Unterrichtsstunden am Vormittag, zwei Stunden Pause, vier Unterrichtsstunden am Nachmittag, wieder zwei Stunden Pause und dann noch drei Unterrichtsstunden am Abend. Um 21.10 Uhr sind sie auf ihren Zimmern der Schulunterkunft und lernen, machen Hausaufgaben bis Mitternacht. Sechs Stunden später klopft ein Mann an ihre Tür, weckt die Schüler mit einer Trillerpfeife. Auch am Wochenende.
Die Klassenräume sind mit 50 bis 80 Schülern hemmungslos überfüllt. Der Unterricht wird stur in Form eines Lehrervortrags durchgezogen. Auf das Individuum wird keine Rücksicht genommen. Am Ende eines jeden Monats werden zwei Tage lang Examen geschrieben.
Die Schüler stehen dauerhaft unter enormen Druck von Seiten der Eltern, der Lehrer und der Gesellschaft. Zeit um den Druck abzulassen haben sie kaum und wenn sie gut in der Schule sein wollen gar nicht.
Da kommen wir Freiwilligen ins Spiel. Auch außerhalb unseres Unterrichts wollten wir den Schülerinnen und Schülern der 井冈山 中学 Jinggangshan ZhongXue Abwechslung bieten und dabei noch einen ordentlichen Haufen europäisch/amerikanische Kultur vermitteln. Da kam uns der internationale Welttanztag gerade recht.

Die Umsetzung: Nach zahlreichen Planungstreffen stand ein Ablauf für unsere Tanzaktion fest. Daraufhin schwärmten wir aus und organisierten alles. Lautsprecherdurchsagen, Musik, Einweihen der Lehrer, Durchsagen in den Klassen.
Am Freitag um 11.50 standen wir also am Fahnenmast der Zhongxue und warteten darauf, dass der Macarena durch die Schullautsprecher abgespielt wird, während sich hunderte Schüler um uns herum sammelten. Zehn Minuten lang tanzten wir mal mehr, mal weniger mit den Schülern.
Eine Stunde Mittagspause.
Mit uns trudelten auch die ersten Schüler wieder auf dem Schulgelände ein. Um sie für unsere Tanzaktion zu sammeln, hatten wir Volkstänze rausgesucht und gelernt. Eine gute viertel Stunde tanzten wir diese einfachen, traditionellen Tänze aus Afghanistan, Slowenien und Polen. Zu Beginn waren wir 10, am Ende um die 60 Leute.
Mit den Tanzbegeisterten Schülerinnen und Schülern machten wir uns dann an klassische Standarttänze. Zuerst den Disco Fox und schließlich lernten sie auch noch den Walzer. Für die Schüler war es ein absolutes Highlight, wenn sie einen ihrer ausländischen Lehrer zum Tanz aufforderten und diese dann auch noch zusagten.
Zum Ende der Pause wurden alle Schüler in Form einer Polonaise pünktlich in ihre Klassenräume gebracht.

Die Schüler lachten ausgelassen, sprangen umher, bedanken sich bei uns für so viel Spaß. Sie zogen Fratzen für die Kamera, winkten ihre Freunde heran um mitzumachen. Sie gaben fremden Schülern die Hand, kamen aus sich heraus um andere zum Tanzen aufzufordern.

Für solche Momente sind wir hier.

Geduld und Tee-Eis – eine Chinesin und ihre Deutschen in Beijing

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Warum studiert jemand Mitten in der Chinesischen Pampa, im für Chinesen kleinen und altmodischen Hohhot (drei Millionen Einwohner und wesentlich mehr Struktur und Schönheiten, als eine Stadt wie Bremen es sich jemals vorstellen könnte, aber eben im direkten Vergleich mit Shanghai) – warum studiert hier jemand Travel and Tourism?

Kennenlernen in der Schulkantine, Lois, Cici und wir

Kennenlernen in der Schulkantine, Lois, Cici und wir

Cici, PanWenxi, haben wir kennengelernt, weil sie ins Ausland möchte. Sie hat uns zu ihren English-Teachers auserkoren – und uns vor allem am Anfang im Gegenzug gemästet. Für die Universität in England muss sie einen Sprachtest bestehen, den IELTS-Test, ein Wort, das ihr wochenlang Albträume beschert und sie sogar auf ihren Radiergummis in Großbuchstaben verfolgt hat. Wir als ihre qualifizierten Traumfänger in dem Bereich haben ihr vor allem mit dem mündlichen Teil geholfen, Fragen nach ihrer Lieblingsfarbe genauso durchgekaut wie die, ob sie gerne alleine oder mit anderen Shoppen geht und ab und zu, was sie so von der Ein-Kind-Politik hält. Für uns waren diese täglichen Besuche immer abends, nach Essen und Unterricht, auch ziemlich unterhaltsam, ein Guckloch hinein in das Gewirr der chinesischen Gesellschaft (das heißt, wenn es mal nicht darum ging, wann sie zuletzt gehört hat, dass jemand ein bestimmtes Geräusch gemacht hat). Als die Frage kam, welches Gesetz sie einführen würde, hat sie entgegen aller Vorurteile gegenüber den Chinesen als erstes nach dem Wort für Umweltverschmutzung gefragt und beim Thema Druck und Lernen erzählt, dass Eltern ihren Kindern sagen, wenn sie später das Haus putzen wollen, können sie spielen gehen – wenn sie es besitzen wollen, sollen sie besser lernen.

Kartoffelsalat, Grüne Soße und Deutschsein bei uns mit der ganzen Gruppe, Lois, Cici, Ella, Maria

Kartoffelsalat, Grüne Soße und Deutschsein bei uns mit der ganzen Gruppe, Lois, Cici, Ella, Maria

Nach ein paar Tagen waren wir Freunde, nach ein paar Wochen fest zu einer Grassland-Tour mit ihrer Familie eingeplant und nach ein paar Monaten durften wir bei ihr das Frühlingsfest, wichtigstes und höchstes Fest der Chinesen, miterleben. Wir wurden ein fester Teil ihrer Freundesgruppe und ihre Gruppe wurden alle auch unsere guten Freunde. Yue lai yue, sagen die Chinesen, Schritt für Schritt wurde ihr Englisch immer besser, sie versteht inzwischen unsere Fragen und traut sich zu, frei und viel zu sprechen (auch wenn sie weiß, dass vielleicht nicht immer alles in den grammatischen Regeln ist).

Sie haben unsere Mützen gestohlen! Chinesische Weihnachtswichtel…Ella, Sonja, Lois, Soraya und Cici

Sie haben unsere Mützen gestohlen! Chinesische Weihnachtswichtel…Ella, Sonja, Lois, Soraya und Cici

Der Tag, an dem sich nun alles für sie entschieden hat, war vor einiger Zeit in Peking angesetzt, die wichtigsten provinzübergreifenden Prüfungen und Auszeichnungen chinesischer Universitäten finden meistens hier statt. Wir mussten Cici versprechen, den Prüfungsstress mit ihr durchzustehen und konnten sie in Peking unterstützen.

Nach all dem Essen noch lachen zu können ist die hohe Kunst! – Weiser Spruch zum Chinesischen Frühlingsfest

Nach all dem Essen noch lachen zu können ist die hohe Kunst! – Weiser Spruch zum Chinesischen Frühlingsfest

Vor einer Woche stiegen wir mit der ganzen Gruppe in den Nachtzug nach Beijingbei – und versuchten die ganze Zugfahrt hindurch, unsere Freundin zu beruhigen, die jedes Mal besorgniserregende Englischeinstürze zeigt, sobald sie nervös wird. Wörter wie emperor und apple kann man dann irgendwie doch noch gleich aussprechen und wir durften zuschauen, wie ihr panischer Blick ruhelos durch das Zugabteil glitt, wenn wir es wagen wollten, nochmal nachzufragen, was genau sie eigentlich sagen wollte.
Aber als wir alle sie zum Prüfungsgebäude gebracht haben, hatte sie vor allem wieder das Grüner-Tee-Eis vor Augen, das wir direkt danach zusammen genießen wollten (ein Ausdruck unserer Liebe zu ihr – ohne den chinesischen Geschmack in ein ungutes Licht rücken zu wollen, wir würden weder diese Kreation, noch die kleine Schwester Blumentee jemals weiterempfehlen wollen). Pünktlich zum Abendessen, also um fünf Uhr, kam Cici viel glücklicher, als sie reingegangen war, aus der großen Tür geschritten. Sie wurde nach ihrer Einschätzung von Geduld gefragt und erzählte uns sehr stolz, dass sie dem Prüfer zuerst berichtet hatte, wie wichtig diese Tugend ist und dass sie diese eines Tages gerne an ihre Kinder weitergeben möchte. Deshalb wäre es eine sehr schlaue Methode, als Mutter einfach grundsätzlich immer zu spät zu kommen, damit die Kinder sich von früh an darin üben können…

Chinesische Touris, mit Sonnenschirm im Sommerpalast und lenken Cici dezent mit einhunderttausend Fotos ab,

Chinesische Touris, mit Sonnenschirm im Sommerpalast und lenken Cici dezent mit einhunderttausend Fotos ab,

Die nächsten beiden Tage durften wir Peking-Ente probieren, uns, nachdem von unseren Freunden einschlägig kam, wir würden jetzt in einen Park gehen, im Sommerpalast wiederfinden und generell nach der Ankündigung, wir würden uns ein bisschen ruhigere Orte für die Wartezeit auf die Ergebnisse aussuchen, am Ende fast alle Sehenswürdigkeiten, die die Chinesische Hauptstadt so zu bieten hat, besuchen.
Am letzten Tag war es dann soweit – eine zitternde Cici und ihre zwei zuversichtlichen Englisch-Teachers durften zusammen die Ergebnisse abholen. Wir werden sie am 20. Juni zum Flughafen bringen!

Konfuzius hat schon immer geholfen!

Konfuzius hat schon immer geholfen!

Gestern waren wir seit sieben Monaten in China und kennen Cici schon beinahe die ganze Zeit. Kaum zu glauben, dass ihr langer Weg in die UK schon wieder vorbei ist, dass sie sogar zwei Monate vor uns in Richtung Europa fliegt, kaum zu glauben, dass sie es geschafft hat. Nein, nicht kaum zu glauben, wir waren schon ein gutes Team!

Pekingente am Tiananmen, nach der Prüfung kann man sofort wieder mehr essen!

Pekingente am Tiananmen, nach der Prüfung kann man sofort wieder mehr essen!

Travel and Tourism, das geht in Europa vielleicht sogar besser, als in China – vor allem mit Tourism zu deutschem Weihnachten und fester Planung bei der Portionenberechnung für die Weihnachtsgans! Und mit zwei Deutschen auf Reisen ins schöne britische Sheffield…
Liebe Cici! Du schaffst das schon! Denk immer daran, wie man Geduld lernt und alles ist gleich sehr viel leichter. Dein S²

Abschied aus Peking im Park. Dem Himmelstempel-Park!

Abschied aus Peking im Park. Dem Himmelstempel-Park!

Wenn 3000 Schüler auf Eierjagd gehen!

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Nach den positiven Erfahrungen im Zuge unserer Weihnachtsaktion wollten wir nun auch an Ostern die Chance nutzen einen Teil unserer deutschen Kultur den Chinesen näher zu bringen. Den Schülern einen schönen Tag – unter ihrem meist doch so tristen Schulalltag – zu bereiten ist dabei natürlich ein wunderbarer Nebeneffekt.

Ein Rezept für ein solches Projekt möchten wir euch im folgenden vorstellen.

Zutaten:

– Man nehme einen Projektverantwortlichen, der den Projektverlauf kommentiert und die Ideen der Gruppe sammelt und sortiert. Natürlich muss er den Überblick behalten und alle auf dem neuesten Stand halten.
– Eine Aktion bringt nichts, wenn niemand davon weiß! Daher ist es ebenfalls wichtig, die Schüler bereits vor der Aktion darauf aufmerksam zu machen. Wir haben dies dieses Mal durch Unterrichtseinheiten zum Thema Ostern, das Wochenthema der English Corner bildete ebenfalls das Osterfest. Hinzu kommt eine von uns auf Chinesisch verfasste Durchsage, die einige Tage vor der Aktion nach dem Unterricht gespielt wurde. In der Schule aufgehangene Plakate durften natürlich auch nicht fehlen.
– Hasenohren und 100 Hühnereier. (Wer sich nun wundert, schaue bitte unter Zubereitung!)
– Zu guter letzt natürlich eine ordentliche Portion Motivation und Freude an der Sache!

Zubereitung:

Wie kann man ungefähr 3000 Schülern ohne große Kosten eine Freude machen?
Unter dieser Leitfrage schritten wir zur Tat. Der Plan sah so aus, dass die Schüler jeweils in den großen Pausen die Aufgabe hatten uns als Osterhasen verkleidete – ganz genau, mit Ohren und Hasenschwänzchen – auf dem Schulhof zu suchen. Wobei die Schüler so motiviert waren, dass es später buchstäblich zu einer „Hasenjagt“ wurde.
Jeder von uns Freiwilligen hatte dabei eine bestimmte Farbe in der er beziehungsweise sie gekleidet war. Sobald man erwischt wurde wurde ein Osterei in der entsprechenden Farbe auf die Hand gemalt. Hatte eine Schülerin oder ein Schüler 5 verschiedene Eier gesammelt durfte dieser sich ein kleines Geschenk abholen. Dies galt allerdings nur für die schnellsten 100 Schüler, wodurch die Motivation und die Gespanntheit natürlich besonders groß war! Denn natürlich war es eine Überraschung.

Das womöglich zeitaufwendigste truf sich einen Tag vor der Aktion zu. So verbrachten wir den Sonntag damit 100 Hühnereier auszupusten – die Überraschung sollten nämlich original selbstbemalte Ostereier werden – und sie mit möglichst kreativen Mustern zu bemalen. Dies gelang nicht immer so ganz, doch wurde stets mit viel Liebe durchgeführt! Um das Gefühl eines Osterfests authentisch zu gestalten wurden die Eier nicht einfach nur verteilt, sondern wie in einem deutschen Garten im Raum der English Corner versteckt. Eine richtige „Eierjagt“ stand also bevor.
Am Ostermontag waren alle entsprechend aufgeregt. Die Pause hatte noch keine 2 Minuten begonnen und die Schüler liefen den ersten Hasen schon hinterher. Ziemlich schnell wurde klar, dass 100 Eier bei weitem nicht ausreichen werden.
Bereits in der zweiten Pause waren alle 100 Ostereier in den Händen stolzer Schüler. Doch davon ließen sich die Schüler nicht deprimierend, denn vor allem die Mittelschüler hatten danach immer noch Freude uns Hasen zu jagen und Eier beziehungsweise Unterschriften auf die Hände gemalt zu bekommen.
Die älteren Schüler interessierten sich eher für nähere Informationen zu unserem Osterfest und dem eigentlichen Hintergrund. Was ein Osterhase mit dem Tod und der Auferstehung Christi zu tun hat ist sicherlich auch nicht allen Deutschen klar!

Geschmacksprobe:

Insgesamt blicken wir Jiangxi Freiwilligen also auf einen wunderbaren Tag zurück. Wir hoffen eine vielzahl der jungen Generation der Chinesen erreicht und ihnen die Chance gegeben zu haben sich ein Stück weit mehr mit der westlichen Kultur verbunden zu fühlen.

Nachgefragt…

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Was machen wir Freiwillige eigentlich den ganzen Tag? Was erleben wir, worüber machen wir uns Gedanken? Sicherlich spannende Fragen, vor allem weil die Erlebnisse an den verschiedenen Standorten teilweise sehr unterschiedlich, manchmal aber auch sehr ähnlich ausfallen.

Um einen Eindruck von den (Erlebnissen) der Freiwilligen zu bekommen wurden Freiwillige aus allen Provinzen befragt.
Beginnen möchten wir mit der 19 jährigen Ulrike (Gruppenleiterin in Jiangxi, Jinggangshan) und dem ebenfalls 19 jährigen Sebastian (Yunnan, Pu’Er).

Sebastian & Ulli

Ulli, wie sieht ein typischer Tag bei dir in China aus?
“Ausschlafen, Mittagessen, unterrichten, Kram erledigen, Abendessen und dann was mit den anderen Freiwilligen machen – so sieht ein „langweiliger“ typischer Tag aus.
Ein interessanter und ebenfalls irgendwie typischer Tag sieht so aus, dass ich denke mir stünde ebenso ein stink normaler Tag bevor – dann bekomme ich aber einen Anruf, eine E-Mail, eine Textnachricht oder sonst etwas und plötzlich muss ich meinen ganzen Tag auf den Kopf stellen, um zu einem wichtigen Essen zu gehen, einen Zettel zu organisieren oder etwas zu beantragen.”
Sebastian hingegen unterteilt seine Tage ganz klar in “typisch” und “untypisch”.
Typisch: Ich stehe um 10 Uhr auf, gehe duschen, dann eine nudelsuppe holen (die verkäuferin verwechselt mich mit Constantin und ich muss sie dazu bringen, mir keine Mehl- sondern Reisnudeln zu kochen). Im Anschluss Kaffee trinken, Musik hören und eventuell etwas Schreibarbeit erledigen.
Um 12 Uhr kommt es dann zu einem plötzlichen Aufschrecken, weil mein Nachbar „Sebastian, Sebastian“ durch’s Haus schreit. Mit ihm und Constantin geht es dann ab in die Kantine zum Mittagessen, danach eine traditionelle Runde Basketball. Anschließend der Versuch, die Mittagspause irgendwie produktiv zu nutzen… Aufwachen, ein wenig chinesisch lernen, später Unterricht (1-2 Stunden). Dann Englischcorner mit anschließendem Essen.

Untypisch: Um 8 Uhr aufstehen, auf’s Fahrrad schwingen und ab in den Süden. Sich nach 10 bis 20 Kilometern einen Teeberg aussuchen, den man erklimmt und sich anschließend irgendwo hinsetzen, lesen und Chinesisch lernen. Zurückfahren, dann um 5 Uhr Unterrichten und Abends nach einem aufregenden Tag früh schlafen gehen.”

Die interessanteste Unterhaltung, die Sebastian je mit einem Chinesen geführt hat, war mit einem atheistischen „Kommunisten“, der die Bibel gelesen und auch sonst unglaublich gebildet schien. Ca. 3 Stunden tauschten sie sich über Geschichte, Politik, Religion und Gesellschaft aus.
Und wovon handelte deine, Ulli?
“Über Schwangerschaft, Abtreibung, Todesstrafe und Homophobie… das kam unerwartet.”

Ihren schönsten Moment im Unterricht kann Ulli gar nicht genau eingrenzen. Immer dann, wenn sie die Klasse zum “Goodbye” sagen aufstehen lässt, schaut sie in ihre fröhlichen Gesichter und weiß, dass sie es wieder einmal geschafft hat, die Schüler für wenigstens 40 Minuten aus ihrem tristen Schulalltag entfliehen zu lassen. Diesen Moment beschreibt sie als besonders erfüllend.
Was war Sebastians schönster Moment im Unterricht?
„Jedes Mal, wenn die Schüler vor Beginn etwas an die Tafel geschrieben haben (z.B. You are cool, Everyday happy!, I love you) und einem das dann ganz stolz präsentierten.“

Beschreibe einen Moment, in dem einfach alles gestimmt hat.
Sebastian: „Ein Basketballspiel mit Chinesen auf mir haushoch überlegenem Niveau (die Chinesen sind bekanntlich ja verrückt nach Basketball), trotzdem konnte ich beim Spiel durch viel laufen und integrationsbereitschaft meiner Mitspieler letztendlich ein paar Körbe werfen.“
Ulli: “Wenn in China jemals alles perfekt gewesen wäre, wäre es nicht China gewesen.“

Lieber Sebastian, gibt es einen Ort, an dem du so richtig entspannen kannst?
„ Im Aini Coffee zusammen mit der Filialleiterin und Freunden, außerdem natürlich in den Teebergen.“
…und für Ulli ist es „ [ihr] Bett. Sieben grüne Decken als Unterlage kommen einer Matratze schon relativ nahe :D“

Eine Sache, die sicher viele brennend interessiert: Ulli, Wie lautet deine peinlichste Fettnäpfchengeschichte?
„Zwei Wochen nachdem wir hier waren habe ich meinem Office auf die Frage „Wie schnell läufst du auf 100m?“ mit „Zwölf Sekunden.“ Geantwortet, weil ich dachte sie meinten 50m… egal wie oft ich es versucht hatte – am Ende musste ich doch noch beim Sportfest am Staffellauf teilnehmen. Da haben sie dann gemerkt und verstanden was ich ihnen eigentlich die ganze Zeit über mitteilen wollte.“

Als das eckligste, das Sebastian bis jetzt in China essen musste, bezeichnet er „Stinky Tofu“ – schein als wäre der Name Programm, nicht wahr? – stinkt nicht nur, ist auch ziemlich widerlich für seinen Geschmack.
Was war es bei dir, Ulli? Konntest du dich davor drücken oder war es eher eine „Augen zu und durch“-Situation?
„Beim Frühlingsfest: ein Kuhkniegelenk. Klingt eigentlich gar nicht mal so ekelig? Tja, nur doof dass so ein Kniegelenk nur aus Haut, Fett, Fett, einem Fitzelchen Fleisch und ach ja… Haut und Fett besteht. Auf meine Frage hin, ob man die Haut denn auch mit essen würde (eigentlich wollte ich mich davor drücken, da sie ganz und gar nicht wie dünne, knusprige Hühnerhaut, sondern eher labbrig und dick war), bekam ich ein „Ja, natürlich. Die Haut ist doch das Beste!“ zu hören und musste sie also genießen.“

Wie versuchst du (bzw. deine Gruppenmitglieder und du) den Weltwärtsgedanken in deinem Dienst umzusetzen?
Sebastian: Der Weltwärtsgedanke wird sicherlich hauptsächlich unbewusst umgesetzt. So befinden wir uns in einem fremden Land mit einer wirklich sehr anderen Kultur, lernen (wenn auch mehr oder minder erfolgreich) die Sprache und allein schon das Verlangen nach Freunden macht eine Integration notwendig. Auch Dinge wie Persönlichkeitsentwicklung der Freiwilligen selbst passieren viel stärker als man es sich vorgestellt hat oder auf den ersten Blick wahrnehmen könnte. Bei vielen Gruppenmitgliedern und auch bei mir selbst, habe ich große Veränderungen gerade im Denken wahrgenommen… und wenn man diesen Prozess jeden Tag mit begleitet, fällt er einem ja eigentlich nicht mal so sehr auf.
Ulli: Ganz klar in meinem Unterricht und der Projektarbeit. Zwar halte ich nicht jede Woche Stunden mit dem Thema Kultur, aber schon oft. Die chinesische Kultur bekomme ich mit sobald ich mein Zimmer verlasse. So findet quasi eine Art Kulturaustausch statt.
Und auch bei den Projekten – die hier hauptsächlich aus Aktionen für und mit den Schülern zu Themen wie Weihnachten, Ostern oder Welttanztag stattfinden ganz besonders.

Nun sind wir auch schon bei der vorletzten Frage angelangt… Wie bereitest du dich auf deinen Unterricht vor bzw. was ist dir in deinem Unterricht besonders wichtig? Wenn du jetzt einmal an deine ersten Stunden zurückdenkst, was geht dir dann durch den Kopf, Ulli??
In letzter Zeit bereite ich mich eigentlich immer auf meinen Unterricht vor, indem ich eine Powerpoint Präsentation vorbereite. Aber bevor ich das tue beschäftigt mich oft Tagelang das schwierigste an der Unterrichtsvorbereitung: die Themenfindung. Ist es zu leicht, langweilen sich die guten Klassen, ist es zu schwer schalten die schlechteren Klassen komplett ab. Seit ich mich entschieden haben unterschiedlichen Stoff bei unterschiedlichen Niveau zu unterrichten ist die Themenfindung (auch wenn ich jetzt eigentlich doppelt so viele Themen wie vorher brauche) erheblich leichter geworden. Mit den besseren mache ich dann eben mal eine Woche lang Aufbau und Struktur eine Pflanzenzelle während ich in den schlechteren Klassen drei Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts vorstelle und sie dann in Gruppen gegeneinander herausfinden lasse welcher Kunstrichtung das gezeigte Bild angehört.
Meine Hauptziele waren von Anfang an den Schülern Spaß, Selbstbewusstsein und auch ein wenig besseres Hörverständnis beizubringen. Hier und da habe ich auch die Gelegenheit an ihrer Aussprache zu pfeilen aber primär möchte ich wirklich, dass die Schüler nach meiner Stunde sagen: Ich hatte Spaß. (Wenn sie dabei noch was gelernt haben, bin ich natürlich auch sehr stolz).
Sebastian hat bei der Art seines Unterrichts bzw. seiner Unterrichtsvorbereitung ebenfalls eine erhebliche Entwicklung festgestellt. Er sagt:
Mein Unterricht besteht für die Oberstufenschüler momentan aus einer Geschichte, die ich ins Englische übersetzt habe. Die Essenz dieses Textes, der auf den ersten Blick von Elefanten im Zirkus handelt, besteht aus der Aufforderung, nichts, was man wirklich möchte, unversucht zu lassen, nur weil man es früher vielleicht schon einmal versucht hat und nicht erfolgreich war. Wir wissen oft gar nicht, was für ungeahnte Fähigkeiten in uns stecken.
Ich habe die Geschichte ausgewählt, weil mir aufgefallen ist, dass viele meiner Schüler ein relativ kleines Selbstvertrauen haben und ihre eigenen Fähigkeiten oft stark unterschätzen. Das geht von Englisch reden vor der Klasse über Gesichter malen bis hin zu Singen auf einem Schulwettbewerb.
In der Mittelstufe kann ich auch mit noch so vielen Vokabelangaben keine anspruchsvollen Dinge wirklich besprechen. Ich unterrichte die 7. Klasse, zu deren Anfang die Schüler überhaupt erst begonnen haben Englisch zu lernen. Dort geht es dann eher um Themen wie Gesichter, Hobbies oder Jobs.
Wenn ich den Unterricht zu Beginn mit meinem jetzigen Unterricht vergleichen soll, fällt ein ganz ganz deutlicher Qualitätsunterschied auf. Vor allem war mein Mittelstufenunterricht zu Beginn sicherlich nicht ganz so gut, mit der Zeit habe ich glaube ich aber ein ganz gutes Gefühl dafür bekommen. Natürlich hilft es auch, immer mal wieder etwas auf chinesisch erklären zu können. Außerdem ist das Niveau der Schüler in der 7. Klasse stark angestiegen in der Zeit.

Was sind deine Wünsche beziehungsweise Ziele für die restliche Zeit deines Freiwilligendienstes, Sebastian?
„Ein Schwimmprojekt durchzusetzen und mich ordentlich mit Chinesen unterhalten zu können.“
Ullis Wünsche sind: „Mehr chinesisch lernen, meinen Unterricht noch ein wenig effektiver gestalten ohne dabei den Spaßfaktor zu mindern, mindestens noch eine große, coole Aktion mitgestalten und nie wieder Kniegelenke essen.“

Abschließende Worte von Sebastian lauten „Love for China!“.

Jinggangshan stellt sich vor!

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Seit zwei Monaten kennt man in Jinggangshan Luftballons nur noch unter dem Namen 树家 (Baumhaus). Wieso? – Weil wir Freiwilligen unsere erste Vorstellaktion gemacht haben.
Die Eindrücke dieser Aktion und ihr Grund möchten wir hier mit euch teilen!

Vor Ort waren wir nur als Englischlehrer der Grund- und Mittelschule bekannt. Kaum jemand wusste, dass wir hier ehrenamtlich arbeiten und außerdem versuchen soziale und umweltschützende Projekte zu gründen und nachhaltig umzusetzen. Das wollten wir natürlich ändern! Also sind wir mit Plakaten und Luftballons als Eyecatcher durch die Straßen und in die Geschäfte gelaufen. Während die Kinder einen Ballon mit der Aufschrift 树家 und unserem Logo bekamen, wurde den Eltern ein Flyer – in Englisch und Chinesisch – in die Hand gedrückt. Viele stellten uns interessierte Fragen zu den Plakatfotos oder den Flyertexten, in denen wir sie aufforderten, sich mit Projektideen über unsere E-Mail- oder WeChat-Adresse an uns zu wenden.

In Jinggangshan gibt es allerdings nicht nur ein Stadtzentrum sondern drei. Also sind zwei weitere Vorstellaktionen geplant, um möglichst alle Bewohner zu erreichen. Außerdem wollen wir „Baumhaus“ auch in unserem Unterricht und in unseren English Corners vorstellen.
Natürlich halten wir unsere Ausgaben so gering wie möglich. Die Plakate verwenden wir bei jeder Aktion wieder, eine Tüte Luftballons reicht für mehrere Aktionen und die Flyer drucken wir so klein wie möglich. Und um das Geld schnell wieder reinzubekommen, machen wir in den Texten ganz viel Werbung für unsere Spendenbox im Supermarkt.

(Herzlichen Dank für den Text an Luana Riebel)

100 Tage China: 100 Tage aufgeregt 外国人 (Ausländer) zugerufen bekommen…

Status

Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht, doch nun sind wir bereits 100 Tage in China. 100 Tage Verwirrung, 100 Tage Neugierde und 100 Tage unvergessliche Momente.
In einem Punkt sind wir uns bis jetzt einig: die Menschen hier sind anders, aber irgendwie auch doch so gleich.

Das Antworten der Jinggangshan Freiwilligen auf die Frage „Wie würdest du deine ersten 100 Tage in China in einem Satz beschreiben?“ erhaltet ihr hier:

Ulli: Jeder Tag ist ein in Plastik eingepacktes Abenteuer!

Martin: Heute hab‘ ich Lust auf Reis.

Marlen: Ganz nach dem Prinzip des Yin und Yang folgten auf Fettnäpfchen die schönsten Stunden, auf Verwirrung und Lärm pure Gastfreundschaft und auf chaotische Spontanität die Ruhe selbst.

Leonie: Die Gegenfrage „Kannst du mit Stäbchen essen?“ beschreibt es perfekt.

Naziha: I LOVE CHINA.

Luana: Alles für die Familie.

Ecki: Welcome to China!

Justin: „Der versteht dich nicht.“

Weihnachtsaktion #2: Wenn weihnachtlich weiße Weihnachtswichtel…

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…finden, dass auch in China ein bisschen Weihnachten sein muss, wenn wir schon hier sind und Kulturaustausch betreiben wollen.
Dies war zumindest unser Gedanke, da wir schon ein Weihnachtsfest als solches verpassen sollten. Denn Weihnachten wird hier zumindest abseits der großen Städte normalerweise gar nicht gefeiert. Die einzig bestehende „Tradition“, die man hier vorfindet, ist, dass sich die Jüngeren (das heißt Chinesen, die maximal 20-22 Jahre alt sind) gegenseitig Äpfel schenken, da das Wort für Weihnachten 平安夜 (Ping’an Ye) dem Wort für Apfel 苹果 (Pingguo) ähnelt, und daraus hervorgehend als Symbol für Sicherheit einsteht. Der Ursprung des Festes sowie sämtliche Traditionen sind einem Großteil der Schüler unbekannt, Santa Claus wenn überhaupt als „Alter Weihnachtsmensch“ ein Begriff, selbst von der Bescherung haben viele noch nie gehört, ein Umstand, den wir in den zwei Wochen zuvor in Unterricht und English Corner zu verändern suchten.
Nun zur eigentlichen Aktion:
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An Heilig Abend selbst besorgten wir uns schließlich drei riesige Säcke Mandarinen und spielten damit auf unsere Weise Weihnachtsmann: In der erste halbstündigen Pause sowie zu Beginn der Mittagspause im Gang zwischen den beide Senior-Gebäuden stehend, zu MP3s Weihnachtslieder mitsingend und an alle vorbeikommenden Schüler die Früchte verteilend. Zum Ende der Mittagspause und während der ersten folgenden Stunde zogen wir dann bei de Juniors durch die Klassenräume, wo wir jeweils als Gesangsquintett mit Weihnachtsmützen auf dem Kopf „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ zum Besten gaben und anschließend jedem Schüler eine Mandarine schenkten – Programm, dass bei diesen (und anscheinend auch bei deren Lehrern) gut ankam, wir aber bei den Seniors leider so nicht durchführen konnten, da diese an diesem Tag gerade ihre monatlichen Examen schrieben.

Einhergehend mit einer Protfolio-Aktion, bei der wir in allen Zimmern der Dormitories A5-Blätter mit Informationen zu Baumhaus und uns Freiwillige verteilten, war es alles in allem ein recht anstrengender Tag, der uns jedoch in der Hoffnung ließ, mit dem ganzen Drumherum im Unterricht zumindest einigen das westliche Weihnachten näher gebracht zu haben, sowie uns in der Schule bekannter.

Weihnachtsaktion #1: Weihnachtsstimmung in der Inneren Mongolei

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Weihnachten ist zwar schon wieder vorüber, aber natürlich saßen wir in China sowie in Peru über die Feiertage nicht auf der faulen Haut! In den nächsten Tagen werden wir von unseren Weihnachtsaktionen, die so unterschiedlich wie die bunten Kugeln eines geschmückten Christbaums sind, berichten.

Weihnachten ist kein Fest, das in China traditionell gefeiert wird, doch das heißt nicht, dass wir keine Weihnachtsstimmung aufkommen lassen können!
Am Samstag den 19.12.15 war es endlich soweit! Nach mehrtägiger Organisation und Vorbereitung haben die deutschen Freiwilligen zur Weihnachtsfeier geladen. Schon Mittwoch wurden die ersten Plätzchenteige geknetet (zwar haben wir keinen Kühlschrank, aber in einer Tüte kann man alles bequem aus dem Fenster hängen, bei -10°C ist ein Gefrierfach überflüssig). Donnerstag standen wir dann von 9:00 Uhr bis nachmittags um 3 Uhr vor dem…„Ofen“. Dieser sieht eher aus wie ein rundes Waffeleisen, das beim Schließen zwischen den beiden Heizplatten ca. 3,5 cm Luft lässt. Durchmesser vielleicht 30 cm. Zwei Heizstufen. Die ersten 3 Fuhren Plätzchen sind etwas dunkel geworden, aber dann hatten wir den Dreh raus: 30 Sek. auf II heizen, 3 Minuten auf I ziehen lassen, 10 Sek. auf II, 1:30 Minuten ziehen lassen, Deckel öffnen, Deckel schließen…so in etwa ging das 6 Stunden lang vor sich hin. Aber das Resultat konnte sich wirklich sehen lassen! Zimtplätzchen, Zitronenplätzchen (sogar liebevoll ausgestochen), Schwarz-Weiß-Gebäck und Kokos-Rosinen-Kekse. Am Freitag dann die letzten Einkäufe; Melina, Julia und Soraya haben noch 2 Kuchen gebacken und ein paar extra Cookies (diesmal in dem Ofen von Freunden) und Samstagvormittag haben wir uns dann aufgeteilt für die Zubereitung von Obst-, Nudel- und Tomaten-Gurken-Salat.
Nach dem Mittag dann den Klassenraum umräumen und vor allem säubern. Es war schon erstaunlich, in wie vielen Tischfächern Eierschalen rumlagen! Oder leere Instantnudelbecher! Obwohl wir uns inzwischen richtig an diese Hartgekochte-Eier-Snack-Kultur angepasst haben. Allerdings räumen wir hinter uns auf. Wobei anzumerken ist, dass es sich um den Klassenraum der ausländischen Studenten handelte.
Alles in allem haben wir, da sind wir uns einig, hervorragende Arbeit geleistet! Der Raum sah sehr schön aus. Was uns noch ein bisschen Sorgen gemacht hat, war als einige der Eingeladenen uns im Vorfeld fragten, ob das Programm denn schon feststehe. Welches Programm?! Bei vorsichtigem Nachfragen erfuhren wir dann, dass es bei chinesischen Feiern anscheinend immer ein Programm mit Erstens, Zweitens, Drittens gibt, welches den Gästen mitgeteilt wird. Wir haben uns dann aber dafür entschlossen, kein richtiges Programm vorzubereiten, dafür fehlte sowieso die Zeit. Schließlich geht es um Kulturaustausch und wir wollten eine Weihnachtsfeier veranstalten, wie wir sie kennen. Gemütliche Stimmung, Freunde, Tee, Kekse und Büffet, Weihnachtsmusik.
Zu Beginn waren unsere chinesischen Gäste noch etwas zurückhaltend, aber das hat sich nach einiger Zeit gegeben und man unterhielt sich angeregt in kleinen Gruppen. Es wurde gegessen und gelacht und um dem Programmcharakter etwas entgegen zu kommen, haben wir auch „Fröhliche Weihnacht“ vorgesungen und ein paar Reaktionsspiele gespielt. Für die meisten Gäste war es ihre erste Weihnachtsfeier und sie haben sich sehr darüber gefreut. Besonders lieb fanden wir, dass sie kleine Geschenke mitgebracht haben, weil sie sich unsicher waren, wie man sich bei einer solchen Feier richtig verhält. Schließlich schenken wir uns an Weihnachten ja gegenseitig etwas. Das meiste war leckerer Knabberkram, zum Beispiel frittierte Süßkartoffelchips, getrocknete Erbsen mit Rinderbrühegeschmack, Erdnüsse im Teigmantel, Trockenfrüchte… Ein besonders guter Freund hat uns einen ganz speziellen Tee geschenkt, der 2 Jahre lang zu Pferd von der Provinz Yunnan bis in die Innere Mongolei transportiert wurde. Mit genau 15 Pferden, wenn wir das richtig verstanden haben. Sieht sehr edel aus!
Wir hatten jedenfalls einen tollen, sehr weihnachtlichen Tag!
Davon abgesehen, bekommt man in Hohhot auch so mit, dass es Weihnachtszeit ist. Es gibt immer wieder westliche Bäckereien zwischen den anderen Läden, diese sind in den Schaufenstern mit Weihnachtsmännern und anderem Schnick-Schnack geschmückt. In Importläden läuft durchgängig Weihnachtsmusik (das arme Personal) und in den Shopping-Malls werden alle Register gezogen, was die Dekoration angeht. In den meisten dieser Läden müssen alle Angestellten Weihnachtsmützen, -haarreife oder sogar komplette Weihnachtsmannoutfits tragen. Einen Weihnachtsmann haben wir auch schon auf dem Fahrrad durch die Stadt touren sehen. Am 23. und 24. gab es überall in bunter Folie und Geschenkkartons eingepacktes Obst zu kaufen. Das Weihnachtsfest wird in China offensichtlich immer populärer, wobei natürlich fraglich ist, worum es den Leuten dabei geht. Anscheinend hauptsächlich die nette Stimmung und das gegenseitige aneinander Denken.

Unser hoher Norden

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Sechs Wochen Innere Mongolei, sechs Wochen Hohhot – eine Zeit, die sich anfühlt wie ein halbes Leben oder wie ein Wimpernschlag. Es war turbulent bei uns im hohen Norden, es war chaotisch, es war neu und es war spannend – es war unser eigenes kleines Multikulti-Tänzchen ums mongolisch-nomadische Lagerfeuer…

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Dschingis wacht über Euch

Hohhot ist schon ein gefährliches Pflaster – beim ersten Versuch, eine einspurige Verkehrsstraße gegen sieben Uhr morgens oder acht Uhr abends zu überqueren, ist das eigene Lebensende plötzlich in greifbarer Nähe, wenn man der Frage, ob man etwas scharf essen möchte, mit einem deutlichen Nein entgegenkommt, stellt man sich auf schwerwiegende Brandverletzungen im Rachenraum ein und sollte man zu den morgens noch verschlafeneren Geschöpfen auf Erden zählen, kann man sich darauf verlassen, dass einen die abgefrorenen minus-zwanzig-Grad-Ohrläppchen schnell wieder munter machen! Aber – der Mensch gewöhnt sich nicht nur an alles, wenn er einen Ort nur genug liebt, verliebt er sich auch in die kleinen Unmöglichkeiten – und egal, wie viele Überraschungen wir in den ersten Wochen gesehen haben, wir sind sicher, dass unsere Stadt uns sogar irgendwie mag!
Denn hier, im mongolischen Norden, unterstützt man natürlich schon aus Tradition den großen Herrscher, der noch heute auf seinem Sockel vor dem schönsten Tempel der Stadt thront und seine Untertanen beobachtet: Dschingis Khan, der große Eroberer, er ist immer noch da, wird immer noch verehrt, er ist allgegenwärtig. Er soll sich mit den Göttern und Helden angefreundet haben, unser Dschingis, er soll die Stadt und ihre Umgebung bis heute beschützten. Da können wir doch damit rechnen, dass er auch ein paar arme deutsche Weltwärtsler vor dem drohenden Chili- oder Taxitod bewahrt, oder?

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Chinesisch essen für Fortgeschrittene, Level 5: Hua Goa

China ist bekannt für auf der ganzen Welt als normal und höflich angesehene Essgewohnheiten, ein Vorbild für die vornehme Haltung von Bestecken und eine große Verfechterin der Kaffeekultur… hier sollte man sich nie bei Tisch die Nase schnäuzen und nie die Teekanne mit dem Hals nach vorn auf einen anderen Menschen zudrehen, nie mit Stäbchen spielen und nach dem Essen nicht zu lange sitzen bleiben. Gut, dass wir das alles jetzt wissen, heißt…ja, es heißt, dass wir das alles mindestens einmal falsch gemacht haben! Aber bei drei Millionen Einwohnern läuft man ja nicht jedem noch einmal über den Weg… Wir haben hier gelernt, dass man ohne zu zögern den Kopf in den Suppentopf stecken und die Nudeln einzeln einsaugen darf, dass man schlürfen kann und Männer einfach auf die Straße spucken. Dass es nicht leicht ist, die breiten Reisnudeln mit Stäbchen zu essen, während gerollte Fladen nur von einer bestimmten Seite genommen werden dürfen, dass Eier unmöglich sind und man sie am besten nicht in der Suppe bestellt, da sie prinzipiell dorthin zurück fallen und dabei den gesamten Tisch vollspritzen… Dass das Essen hier völlig anders ist, als im Chinarestaurant und gleichzeitig so viele Male besser (und nein, es gibt keinen Hund, bei uns ist eher Lamm an der Tagesordnung…) und dass es ausnahmslos überall und zu jeder Mahlzeit heißes Wasser oder Tee gibt. Dass jede chinesische Familie mit ein bisschen Geld einen elektrischen Teetisch hat, über den die Engländer vor Neid erblassen würden. Und die Deutschen auch, was das Gewichtslimit auf dem Rückflug angeht, das haben wir noch nicht gelernt, das wird wohl die letzte große Erfahrung, wenn wir mit unserem Teelabor zum Mitnehmen am Check-In-Schalter stehen…

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Wenn man noch einen Moment Schleichwerbung machen dürfte – dann wäre es für etwas ganz besonders winterlich-mongolisches. Es wäre für eine ziemlich besondere Art, Fondue zu kochen, eine, in der es eine scharfe, kochende Suppe gibt, in die nach und nach kiloweise Fleisch, Gemüse, Tofu und alle möglichen und unmöglichen Dinge verschwinden, die wir in Europa noch nie gesehen haben, aber dringend dorthin importieren müssten. Hua Goa, Hot Pot – es ist wie eine chinesische Suppe, nur dass man sich mit den Stäbchen einzelne Dinge herausfischt und auf seinen Teller lädt – also wie eine Suppe, bei der man sich leider nicht einmal vorbeugen kann, um sie in sich hinein zu schlürfen. Ein neues Suppenlevel also – viel Freude am Geschmack und an der neuen Schwierigkeitsstufe!

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Überleben bei minus 16 Grad, Schneeballschlachten und Sonnenbrand

Wie schon angedeutet, es ist hier kalt. Das heißt, als wir gekommen sind, war es das nicht – wir sind tatsächlich von plus auf minus zwanzig Grad gekommen und das in gerade einmal einem knappen Monat. Überall ist es weiß geworden, die Shopping Malls wünschen uns „Merry Xmas and New Year Happy 2016“ und Weihnachten rückt näher, ohne dass man dafür hektisch zum verkaufsoffenen Adventssonntag rennen muss.

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Im Winter liegt eine unglaubliche Ruhe über der Stadt, die Autos fahren gezwungenermaßen gefühlte fünfzig Stundenkilometer langsamer als sonst, die Menschen nehmen sich mehr Zeit (nicht nur zum Schneegenuss, sondern auch aus Angst vor den vereisten Böden) und unsere Studenten lernen, was Schneemann auf Englisch heißt und lachen über den Ausdruck, dass eine Nase einem davonlaufen kann, wenn sie nur erkältet genug ist. Die Sonne ist das Einzige, was genauso stark zu bleiben scheint, wie im Sommer, wenn Dschingis nicht über uns wachen würde, wäre das beinahe schon gefährlich… und die Fröhlichkeit der Menschen um uns herum ändert sich genauso wenig. Ab und zu finden Deutsch-Chinesische Schneeballschlachten statt und die Glückshormone dürfen genauso in die Höhe schießen, wie die ständigen chinesischen Feuerwerkskracher, die man bei jedem Festtag (also jedes Wochenende, Winter wie Sommer) unter den Fenstern sehen kann. China ist manchmal so laut, dass man es eigentlich im fernen Deutschland schon wieder hören muss…

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Chinesisch vom Fach

Die Sprache. Darüber könnte man eigentlich Seiten schreiben, vielleicht möchte ja jemand demnächst seine Doktorarbeit machen und sucht noch ein Thema… Als wir hierher gekommen sind, konnten wir Hallo sagen und ausdrücken, wo wir herkommen. Wir konnten die Frage, aus welchem Land wir sind, nicht verstehen – aber wir konnten sagen, dass wir Deutsche sind. Tatsächlich war das allerdings in neunzig Prozent der Fälle sowieso die richtige Antwort… Inzwischen, nach beinahe vier Wochen chinesischem Chinesischunterricht (soll heißen: Intensivkurs nach Plan) können wir sogar schon, wenn auch noch mit gelegentlicher Zeichensprache, ab und zu Gespräche führen. Und wir verstehen, warum unsere Schüler gerne mal „also can…“ schreiben, Spaß haben mit „go play“ übersetzen und prinzipiell in jedem zweiten Satz entweder kein Subjekt, oder kein Verb einbauen. Ihre Sprache hat da so ihre Eigenheiten – aber, wenn man versteht, was das Problem ist, wird alles sehr viel einfacher. Überhaupt wäre die zweite Doktorarbeit über das Grammatikkorrigieren unserer Studenten fällig, über unseren Speaking-Unterricht und unsere Englisch-Corner-Debatten, über unser vorsichtiges Herantasten an den chinesischen Akzent (fit und fat kann man tatsächlich gleich aussprechen, sollte man aber nicht), an den Ausdruck (ja, filial obedience steht im Übersetzter, nein, im normalen Gespräch versteht das trotzdem nicht jeder) und über unsere langsam aufgebauten Freundschaften, die das Englisch unserer Chinesen verbessern und unsere Chinesischvokabeln anstrengen. Hände, Füße und das Handy sind sinnvoll – aber in alleine den wenigen Wochen Hohhot, die wir erleben durften, ist der Kopf auch schon mit eingestiegen.

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Women shi Pengyou

Wir lieben die Welt, das ist die richtige Einstellung, wenn man ins Ausland geht. Vor allem, ganz besonders, sehr wichtigerweise, in China… egal, ob man etwas möchte, oder nicht, wenn man jemanden in seinem Büro besucht, geht es zu allererst darum, wie gut es einem selbst, dann dem Gesprächspartner geht und wie sehr man sich schon in der Stadt zurechtfindet. Danach werden uniinterne Informationen diskutiert und über China im Ganzen spekuliert, bis schließlich durch die Frage „can I help with anything else“ aufgefordert wird, das eigentliche Anliegen kurz und sachlich zu erläutern. Eine Aufgabenstellung wie im Abitur. Aber sehr nützlich, denn wenn man die chinesischen Diplomatiefreundschaftstaktiken erst einmal durchschaut, erreicht man für Gewöhnlich, was man will.
Aber, natürlich, women shi pengyou, wir sind Freunde, geht noch viel tiefer, als das bloße Bekannten- und Diplomatienetzwerk, das haben wir in diesen kurzen sechs Wochen zu unserem großen Glück auch gelernt. Denn in China ist es leicht, Freundschaften zu schließen, wenn man sie bloß ein bisschen pflegt, sich ein paarmal trifft und offen ist, die Pläne für den Nachmittag innerhalb von dreißig Sekunden wieder umzustellen. Wenn man die WeChat-App runterlädt und dort schnell genug auf Nachrichten reagiert, ist das auch äußerst nützlich. Chinesen sind vor allem ganz und gar nicht so zurückhaltend, abwartend oder verschlossen, wie es und das Klischee berichtet und wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, gibt es gute Chancen auf längere Kontakte. Das zeigt sich dann darin, dass man auch als ausländischer Gast ohne große Schuldgefühle sagen darf, wenn einem eine bestimmte Vorspeise des tellerreichen Mittagessens mit mindestens zehn Beilagen nicht so ganz richtig schmeckt. Und darin, dass das chinesisch-deutsche Lachen im Gespräch immer lauter wird…
Wir sind nicht in China und wir sind nicht in der Mongolei, wir sind nicht auf dem Dorf, aber auch nicht in der Großstadt. Wir sind in Huhehaote, Nei Menggu, bei Dschingis und den Schneemännern, dort, wo Eselskarren noch von Zeit zu Zeit auf den Straßen Orangen und Birnen verkaufen und wo James Bond im Kino läuft. Wir sind gerade ein paar kurze Wochen hier und wir wissen, was „Ich liebe Hohhot“ auf Chinesisch heißt…

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Kleines Adventsspecial!

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Fernab der Heimat kommt vor allem in der Weihnachtszeit schnell Sehnsucht auf. Sowohl bei den Freiwilligen, die den Duft von frisch gebackenen Plätzchen, prächtig geschmückte Weihnachtsbäume sowie aufregende Weihnachtsmärkte vermissen, als auch bei den Familien in Deutschland, die Sehnsucht nach ihrem so weit entfernten Familienmitglied haben.

Um diese Zeit womöglich ein klein wenig angenehmer zu gestalten – und gleichzeitig einen kleinen Einblick in das chinesische beziehungsweise das peruanische Leben zu geben – haben wir Freiwilligen uns überlegt jeden Tag, ähnlich wie bei einem Adventskalender, ein eigens geschossenes Foto zu veröffentlichen.
Finden könnt ihr die „Kläppchen“ jeden Tag rechts unten auf der Startseite der offiziellen Baumhaus Internetseite (http://www.baumhaus-projekt.de/).

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Unser Sozialprojekt in Peru

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Unser erstes Sozialprojekt ist geschafft – Am Sonntag haben wir mit den Schülern unseres schönen Dorfes Oropesa Müll gesammelt und jede Menge Aufklärung geleistet. Die Belohnung: Kuchen, Götterspeise und Limonade für alle Helfer. Hier ein paar Eindrücke des Tages!

Endlich angekommen!

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Mit etwas Verspätung und zahlreichen Turbulenzen leben sich nun auch unsere China-Freiwilligen in ihre oft so ungewohnte Umgebung ein. Die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit der Chinesen hilft dabei natürlich ungemein. Jeder Tag bringt auf’s neue viele spannende Ereignisse mit sich!

Die meisten haben mittlerweile begonnen zu unterrichten und langsam aber sicher kehrt der Alltag ein. Natürlich gehören dazu in den neu besetzten Städten bzw. Provinzen die ersten Scoutingtouren durch das Umland.
Auch die chinesische Sprache, die manch einem vorher womöglich unbezwingbar erschien, macht allmählich Fortschritte.

Insgesamt blicken wir also gespannt auf eine Baumhaus-Generation mit vielen neuen Standorten und Projektideen.

Die letzten Stunden der Freiwilligen auf deutschem Boden am Flughafen in Frankfurt

Die letzten Stunden der Freiwilligen auf deutschem Boden am Flughafen in Frankfurt

Die Freiwilligen am Hamburger Flughafen verabschieden sich

Die Freiwilligen am Hamburger Flughafen verabschieden sich

12 Monate Freiwilligendienst gehen zu Ende – was nun?

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Nach unserem weltwärts-Dienst in China und Peru haben wir Freiwillige uns nach kurzer Zeit in Deutschland auf unserem Nachbereitungsseminar getroffen. Vier Tage lang hieß es, sich mit dem vergangenen Freiwilligendienst in Bezug auf Rück-, Augen- und Ausblick zu beschäftigen. Hierbei war es besonders schön, alle (bereits zurückgekehrten) Mitfreiwilligen wieder zu treffen und sich intensiv austauschen zu können.

Anstoß gegeben haben dabei auch die vielseitigen Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten im Rahmen des Seminars. So waren nach dem Dienst einige Fragen, die uns auf dem Vorbereitungsseminar noch beschäftigt hatten, mittlerweile geklärt; gleichzeitig wurden aber auch viele neue Fragen aufgeworfen.

Zu Beginn haben wir uns mit unseren Veränderungen und Erfahrungen, die das Jahr entscheidend geprägt haben, beschäftigt. Anschließend spielten vor allem unsere Ankunft und Einfindung in Deutschland eine große Rolle: So waren die wahrgenommenen Unterschiede in Kultur und Lebensweise zwischen Gastland und Deutschland groß. Interessant war dabei auch der Austausch mit den Freiwilligen anderer Provinzen und Länder, da sich die gesammelten Erfahrungen durchaus auch innerhalb eines Landes unterschieden. Der Ausblick bereitete uns sowohl auf unseren zukünftigen Alltag in Deutschland als auch auf mögliches Engagement im Rahmen von weltwärts, sozialen Projekten und Baumhaus vor.

Mit dem Ende des Seminars ist unser Freiwilligendienst offiziell abgeschlossen und hier trennen sich unsere Wege. Dennoch werden uns die Erlebnisse und Erfahrungen des vergangenen Jahres bei Baumhaus weiterhin verbinden und immer zum gemeinsamen Austausch anregen. Das Erlebte wird uns ein Leben lang begleiten und nachhaltig prägen.

So schnell vorbei!

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Diesen Sommer fand die vierte Summerschool statt:
Interview mit Nelly Kewitz, Hauptverantwortliche der Summerschool

Was ist Ihr Eindruck der diesjährigen Summerschool?

Ein sehr guter. Insgesamt war es eine schöne Zeit, es ist alles gut gelaufen.
Es war ein Ort, wo Schüler und Lehrer etwas lernen konnten, und auch ein Ort der interkulturellen Begegnung. Es kamen junge Menschen, zwischen 6 und 25 Jahren, aus verschiedenen Lebensumständen zusammen.

Das hört sich nach einer Menge Verantwortung an, was für Ängste hatten Sie denn vor der Summerschool?

Ich muss ehrlich sagen, ich hatte Angst, dass die Chinesen aus den Universitäten in Kunming und Baoshan, die wir dieses Jahr als Lehrer engagiert haben, nicht kommen, schockiert sind, vorzeitig wieder abreisen, mit den Kindern nicht klarkommen oder bestürzt sind, dass sie zum Beispiel keine Computer haben in den Klassenzimmern. Und natürlich eben auch, dass die Kinder überhaupt nicht kommen oder die Schule uns die Räume verweigert oder das Restaurant kein Mittagessen für uns zubereitet.

Wie schläft man denn in der letzten Nacht?

In der letzten Nacht habe ich gut geschlafen, da waren die chinesischen Lehrer ja schon da, aber die Nacht bevor diese angekommen sind habe ich nicht gut geschlafen.

Was für Neuerungen im Vergleich zu den letzten Jahren gab es?

Dieses Jahr konnten wir Studenten dafür begeistern, einen ganzen Monat, also die gesamte Dauer der Summerschool, nach Liuku zu kommen.
In den letzten Jahren waren es Freunde und Schüler, die zwar vereinzelt auch 4 Wochen, aber manchmal nur einen Tag geholfen haben. Die Organisation der vierten Summerschool ging dadurch besser und es entstand eine Routine, durch die der Alltag für alle entspannter wurde. Außerdem entstand so Zeit und Raum zum Spielen und unbeschwertem Umgang mit den Kindern.
Drei Studenten aus Peking wollten auch gerne kommen und haben mit unseren ältesten, der dritten Klasse, neben verschiedenen Unterrichtsfächern, auch etwas über Erste Hilfe gelehrt, mit Ihnen über mögliche Berufe gesprochen sowie einen kleinen Gesangswettbewerb organisiert. Damit sollen die Kinder nicht nur auf die Schule sondern auf die Zukunft, aufs Leben, vorbereitet werden. Schüler wurden nur als Praktikanten eingesetzt, die die Studenten bei Ihrem Unterricht begleitet haben, oder auf Wunsch auch Stunden übernehmen konnten.

Stand die Summerschool dieses Jahr unter höherem Druck, bezüglich der Entwicklungen im Nujiang-Tal? [Das Nujiang Tal wird im Gegensatz zu diesem Jahr nicht mit 16 Freiwilligen sondern nur mit höchstens 4 Freiwilligen besetzt]

Nein würde ich nicht sagen. Ich würde viel eher sagen, dass wir darauf hinarbeiten mehr mit Chinesen zusammen zu arbeiten. Wir hoffen, dass die Summerschool nächstes Jahr wieder stattfinden kann.
Die chinesischen Freiwilligen aus den regionalen Universitäten sind motiviert und haben sich schon nach der Summerschool 2016 erkundigt. Es gibt also Hoffnung, dass das Slumkids Projekt nicht nur weiterhin existieren wird sondern sich weiter verbessern wird.

Warum ist die Summerschool denn so wichtig?

Die Kinder erhalten keine Förderung Zuhause, da ihre Eltern zum Teil selber nicht zur Schule gegangen sind. Die Summerschool ist Nachhilfe und Förderung in einem. Sie bietet die Möglichkeit Lücken auszugleichen und Wissen zu festigen, so dass die Kinder weniger Probleme in der Schule haben und dieser möglichst lange folgen können.
Dieses Jahr konnten wir einigen Schülern auch Einzelunterricht geben, um sie möglichst gut zu fördern oder ihnen zu helfen. Am besten wäre natürlich aber ein wöchentliches Nachhilfeprogramm.
Dies konnten wir leider nicht erreichen wegen einem Mangel an Freiwilligen vor Ort, denn eine Universität gibt es hier nicht, und die Schüler habe mit der Schule und alle anderen mit ihrer Arbeit viel zu tun.

Was für Probleme gab es?

Das Wetter war nicht so gut, es gab viel Regen, deshalb konnte auch der Gang zum Mittagessen Probleme bereiten, da die Kinder keine Regensachen hatten. Aber auch hierfür fanden wir eine Lösung, damit die Kinder nicht krank werden. Es wurden dünne Schaumstoffplatten, die eigentlich als Unterlage für den Mittagsschlaf dienten, unter den Kindern aufgeteilt, die dann mit diesem über dem Kopf trocken durch den Regen marschieren konnten.
Auch die Drittklässler, die jetzt in die vierte Klasse kommen, stellten uns in der Mittagspause vor eine Herausforderung. Es sollte eine Zeit der Ruhe sein, da die Anwohner auch eine Mittagspause beanspruchen, und dementsprechend nur Stillarbeit stattfinden sollte. Aber wie begeistert man schon viel zu coole Drittklässler über vier Wochen für Malen oder Lesen? Schließlich fand aber jeder eine Art der Beschäftigung. Hier waren die Chinesen auch von großer Hilfe.
Auch könnte man die Kommunikation zwischen uns und den chinesischen Freiwilligen manchmal als Herausforderung sehen. Ihr Englisch ist nicht so gut, und unser Chinesisch ist auch nicht besser. Doch wir haben uns sehr gut verstanden und nicht nur verschiedene Sprachen voneinander gelernt.

Welche Veränderungen hätten Sie sich gewünscht für die Summerschool?

Es wäre toll, wenn alle Kinder und Betreuer in der Schule schlafen würden, so könnte man dann mehr Freizeitaktivitäten machen. Auch würde den Kindern die lange Anfahrt jeden Morgen erspart bleiben.
Ich stelle mir Workshops vor, in denen Kinder an verschiedene Dinge heran geführt werden könnten, oder, dass Gruppenspiele wie eine Schnitzeljagd organisiert werden. Luxus wie im Ferienlager. Auch könnte die Förderung der einzelnen Kinder noch besser organisiert werden. Für mehr Einzelunterricht bräuchten wir aber auch mehr Klassenzimmer, als wir dieses Jahr von der Grundschule zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Was war ihre größte Überraschung während der Summerschool?

Es gab eigentlich zwei!
Einmal hat es mich richtig gefreut, dass die Chinesen alle Sachen so gut angenommen haben und ihre Aufgaben sehr gut erfüllt haben. Eigentlich waren sie nur zum Unterrichten da, doch haben sie uns hervorragend bei der Organisation geholfen. Sie haben alle unsere Anliegen und Ideen verstanden und gut umgesetzt sowie neue eingebracht.
Das Zweite war, dass die Drittklässler eigentlich nur zwei Wochen kommen sollten, da sie schon in der Winterschool eine Woche Nachhilfe erhalten haben, um noch ein bisschen länger ihre Ferien genießen zu können. Zu unserer großen Freunde, sind aber fast alle einfach weiter gekommen, und haben nach weiterem Unterricht regelrecht verlangt!

Jetzt da die Summerschool vorbei ist, was fühlen Sie? (In drei Worten)

So schnell vorbei!

Unser Dank gilt den chinesischen und deutschen Freiwilligen, die aus ganz China angereist sind um uns zu helfen, und den Spendern für das Slumkidsprojekt.
Natürlich auch den Paten der Slumkids, die teilweise schon seit Jahren, diese 38 Wunder unterstützen und ihnen somit einen Weg in eine bessere Zukunft bereiten.

Nelly Kewitz ist ein Jahr lang Freiwillige an der Lushui Yizhong , Gruppenleiterin in Liuku und Mutter für jegliche Sorgen der Gruppe gewesen.
Sie wird die nächsten 3 Monate die Freiwilligen in Yunnan, in das Leben in China und die Projektarbeit einführen.

Post aus Peru!

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Vor drei Wochen ist die dritte Generation der Freiwilligen in Peru angekommen. Wir elf haben den 23-Stunden-Flug gut überstanden und leben uns gerade in den Gastfamilien ein. Was aber viel wichtiger ist: Wir sind jetzt Lehrer und unterrichten jeden Tag Klassen unserer Dörfer in Englisch. Das ist schon eine kleine Herausforderung, macht aber auch unheimlich viel Spaß. Unser Spanisch verbessert sich jeden Tag ein wenig und dank unserer Gastfamilien lernen wir die peruanische Kultur lernen, inklusive eines Crash-Kurses in Quechua. Hoffentlich können wir bald unsere ersten Projekte aufbauen!

Schüler der Primaria in Yanamanchi

Schüler der Primaria in Yanamanchi

Kleiderverteilung in Sichuan

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Nachdem die Freiwilligen aus Sichuan an zwei Grundschulen in der Umgebung von Linshui festgestellt hatten, dass die Kleidung einiger Kinder stark verschmutzt ist, wurde im Rahmen von zwei großen Sammelaktionen in Guang’an u.a. Sommer- und Winterkleidung gesammelt. Diese haben die Freiwilligen kurz vor Ferienbeginn in Zusammenarbeit mit einigen Chinesen vor Ort nun an die Kinder in Tongshi und Gujia verteilt.

Eindrücke aus einer chinesischen Behindertenschule

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Seit etwa einen Monat besuchen die Freiwilligen in Guang’an (Provinz Sichuan) an den Wochenenden eine chinesische Behindertenschule. In der Schule werden etwas mehr als 200 geistig behinderte und taubstumme Schüler von der Grundschule bis zur Oberstufe unterrichtet. Die Kinder wohnen in der Schule und fahren teilweise an den Wochenenden nach Hause. Die Freiwilligen spielen in der Regel oder halten Englischunterricht ab. Der Kontakt mit den Kindern war für die Freiwilligen eine ganz neue Erfahrung, die bei ihnen viele neue Eindrücke hinterlassen hat:

Luise:

Unglaublich schön zu erleben, wie problemlos die Kommunikation zwischen uns Freiwilligen und den Behinderten funktioniert. Es macht eine Menge Spaß mit den Schülern dort zu spielen, vor allem, wenn man merkt, wie schnell man ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

DSC03136Jan-David:

Der Unterricht in der Behindertenschule war eine gänzlich neue Erfahrung. Der Umgang mit geistig und körperlich eingeschränkten Schülern erfordert viel Geduld, das ist aber kein Problem, da die Schüler sehr neugierig sind und sie stets Spaß daran haben mit uns zu abeiten und zu spielen.

DSC03148Christiane:

In der Behindertenschule habe ich ein völlig neues Verständnis von zwischenmenschlicher Kommunikation erlernt. Mich hat die Eleganz und Schnelligkeit mit der sich die taubstummen Schüler mithilfe von Gebärdensprache verständigen sehr beeindruckt. Es hat mich sehr gefreut wie herzlich wir von den Lehrern und Schülern aufgenommen wurden. Durch den Enthusiasmus von allen Beteiligten hat jeder Besuch bisher sehr viel Spaß gemacht.

DSC03180Melanie:

Sehr willkommen und gut aufgenommen fühlte man sich gleich beim Betreten der Schule. Gemeinsam wurde dann besprochen, was wir vorhatten und entsprechend vorbereitet. Die Schüler waren alle sehr interessiert, sind freundlich auf uns zugekommen und auch bei der anschließenden Musikstunde hatten sie sichtlich ihren Spaß und haben gerne mitgemacht.

DSC03156Lukas:

Worte reichen nicht aus, um Momente wie diese beschreiben zu können. Ich merke dadurch einfach was es bedeutet ein Mensch zu sein. Seien sie durch Sprache, Gehör oder geistig eingeschränkt. Wir lachen über die selben Sachen, unterstützen uns wenn wir etwas nicht vestehen oder genießen bewusst die Zeit im Stillen und hören Musik. Es ist toll, dass wir uns aufgrund unserer Stärken und Schwächen gegenseitig ergänzen können. Genau so wichtig ist aber auch der gemeinsame Nenner bei Menschen unteschiedlicher Nation, Religion, Aussehen, Ansichten, etc. Ich hätte nicht gedacht, dass ich solche Erkenntnisse aus dieser Arbeit schließen werde.

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Kleiderprojekt in Sichuan

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Die Baumhaus-Freiwilligen in der Provinz Sichuan haben in den letzten Wochen ein Kleiderprojekt auf die Beine gestellt und mittlerweile können die ersten Schulen angefahren werden und Kinder vor allem mit Winterkleidung versorgt werden.thumb_IMG_7564_1024

In Linshui haben die Freiwilligen bei der Durchführung ihres Projektes „Frühlingsfest im Schuhkarton“ an Dorfschulen in Ganzi (柑子) und Gujia (古家) bemerkt, dass die Schülerinnen und Schüler vermehrt schmutzige und kaputte Kleidung tragen. Schon bei einem Besuch in den Wintermonaten fiel auf, dass einige der Schüler noch bei kälteren Temperaturen Sandalen trugen. Da die Freiwilligen in Linshui nicht an Grund- oder Mittelschulen unterrichten, dies aber in Guang’an der Fall ist, und die Schülerinnen und Schüler dort etwas wohlhabender sind, schien es sinnvoller zu sein, die Kleider in Guang’an zu sammeln. thumb_IMG_7544_1024An der Shiyan Xuexiao, eine Grund- und Mittelschule in Guang’an, waren die Lehrer und der Headmaster begeistert von dem Projekt, alte Kleider, Spielzeug und Bücher zu sammeln. In der vergangenen Woche wurden Plakate aufgehängt und Flyer an die Eltern verteilt, um so gut es geht, über das Projekt zu informieren. Am Montag fing die Sammlung an, am ersten Tag kam leider nicht allzu viel zusammen, da viele Schülerinnen und Schüler das Projekt über das Wochenende vergessen hatten. Dafür wurden die Freiwilligen am Dienstag und Mittwoch von großen Mengen an Kleidung und Büchern überrascht. Auch an der Youyi Zhongxue stoß die Projektidee auf große Begeisterung bei der Schulleitung und die Freiwilligen konnten von Dienstag bis Donnerstag Bücher und Spielzeug sammeln. Die Schüler waren allesamt sehr offen für die Idee etwas zu spenden und schleppten Tasche über Taschen mit altem Spielzeug und Büchern in die Schule. Jetzt gilt es diese zu sortieren, in Kartons zu verpacken und in das 40 Kilometer entfernte Linshui zu fahren, damit die Freiwilligen dort die Kleider verteilen können.

Bisher ist das Kleiderprojekt als eine einmalige Aktion geplant. Sollte allerdings an weiteren Dorfschulen der Bedarf an Kleidung bestehen, könnte das Projekt in ähnlicher Form ein weiteres Mal stattfinden. In Zusammenarbeit mit den Chinesen ist dies auch in kürzester Zeit ohne Schwierigkeiten zu organisieren und durchzuführen.

Frühlingsfest im Schukarton

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1431482963556Nachdem im Laufe des Frühlingsfests allerhand liebevoll zusammengestellte Pakete aus Deutschland bei den Freiwilligen in Linshui angekommen waren, die allerhand nützliche Dinge, Spielsachen und auch einiges für die Leckermäulchen enthielten, darunter Schulmaterialien, Kleidung, Kuscheltiere, Bastelsachen, Bonbons und Schokolade und zudem auch vereinzelt persönliche Briefe der Absender an die Kinder, sind die Freiwilligen nun damit beschäftigt, diese Pakete gerecht zu verteilen.

1431482890296 Dazu wählen sie bestimmte Schulen von den Listen des Bildungsministeriums, die alle besonders bedürftigen Kinder des Landkreises mit schweren Einzelschicksalen aufführen, aus und statten diesen in Absprache mit den höheren Regierungsebenen und den Schulleitern der betreffenden Schulen einen Besuch ab.
In der Regel werden sie von einigen Lehrern begleitet, die sich in der Umgebung Linshuis gut auskennen, den ersten Kontakt zu den anderen Schulen herstellen und außerdem Kommunikationsschwierigkeiten vorbeugen.  1431483170647Vor Ort werden die Freiwilligen sehr herzlich empfangen, dürfen auf dem Schulhof kleine Activities durchführen oder in einzelnen Klassen unterrichten, um auch bei den Kindern auf dem Land Interesse für die englische Sprache anzuregen. Die Pakete werden im Anschluss daran persönlich an die Waisenkinder überreicht. Die Freude über die unerwartete Überraschung ist immer groß und mit einem manchmal etwas verschüchterten, aber doch glücklichen Lächeln nehmen die Kinder ihre Geschenke entgegen. Im Anschluss an die Übergabe versuchen die Freiwilligen dann noch, den Kleinen ein paar motivierende Worte mit auf den Weg zu geben; dass sie hoffen, die Kinder werden sich in der Schule anstrengen und fleißig lernen. Man sieht sich immer zwei Mal im Leben – vielleicht eines Tages drüben in Deutschland!1431483201541Im Rahmen dieser Verteilaktionen erhalten die Freiwilligen zudem einen guten Einblick in die Bedingungen an den jeweiligen Schulen. Bei einer Grundschule, die sie in Ganzi besuchten, stach ihnen beispielsweise in die Augen, dass die Kleidung eines Großteils der Kinder sehr schmutzig und stark abgetragen war. Angesichts dieses Problems bemühen sie sich nun in Kooperation mit den anderen Freiwilligen aus Guangan ein Kleiderprojekt auf die Beine zu stellen, um die Kinder mit Kleidung zu versorgen. Mit der Absicht eine langfristige Zusammenarbeit mit den besonders armen, ländlichen Schulen zu beginnen, halten die Freiwilligen in diesem Sinne ihre Augen offen – in der Hoffnung, den Kindern das Leben ein bisschen leichter zu machen.

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Huang Wan Sheng – Hoffnungsfunken des Nujiang-Tals

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Huang Wan Sheng oder mit Englischem Namen einfach Bob ist ein junger Chinese der Teil des Sparks-Programmes ist. Sparks steht für die Hoffnungsfunken des Nujiang-Tals, einer der ärmsten Regionen im Südwesten Chinas. Diese Hoffnungsfunken sind Schüler aus der Region, die den Traum haben, an einer Universität zu studieren, um ihrer Heimat Hoffnung zu geben. Bob studiert inzwischen an der YuXi ShiFan DaXue (YuXi Normal University) Informatik, was durch Spenden ermöglicht wird. Zum Semesterende hat er zwei Berichte zu seinen bisherigen Universitätserfahrungen und seinen persönlichen Veränderungen geschrieben:

The report of my progress and personal development

Dear Sir or Madam:

The last semester, with the help of the Peter Jochimsen Foundation, I enjoyed my university′s life very much, I am heartfelt thanks very much about the“Baum Haus” Foundation’s help.  And I want to say“thank you Mr Peter Jochimsen and all of the'Boum Haus'volunteers”. If don’t have the foundation's help, maybe I would give up my study. In fact, in this ago, I am always not only worried about my school things, but also worried about my school fee and my parents'health, especially in the senior three. But now, something is better because of your help!Then, I will tell you about further progress with my study and my personal development.

About my first university's life —— First of all, I am the monitor of our class and I learned a lot from it. I like this job very much and I always try my best to do it , my classmates and teachers commend my ability to provide for my class. Secondly, I enhance my skills by joined some university's clubs, I took part in The Student Union and organized some activities, we helped many poor old man and some children. I enjoy it very much. Thirdly, I also studied hard and got good grade in the final exam and passed the College English Test Brand 4. Surely, I also did some part-time jobs in my spare time.

If you ask me, what will I do in the future what is my plan about next semester. I want to say , I want to be a strong teacher, I want to have my own school in the future, I work by myself. Because I think I to be teacher of in somewhere school, I only can teach few of students. More importantly, I don’ t have enough ability to help some poor student. So if I have my own school, not only I can teach, but also but also I can help more and more poor students. Not only can give they some material needs, also can give education, which is my real dream. And I will try let it happen. It is not only my dream, but also the Baum haus gave me this dream .

In this semester, I will try my best to read more books to enhance my knowledge. And I will prepare for College English Test Brand 6. Moreover, I will make some money by do part-time job in my spare time, then I will do something that I want to do. Surely, I will adhere to study hard and enjoy more clubs.

At the end of it I want say again “thank you very much”, because had your help, I become more self- confident and happier!

Wish all the best!

                                                                                       Bob, 2015.3.1

Bob 4

Dear Sir

How are you? I am Bob; Chinese name is Huang Wansheng, who is supported by you. My family thanks very much for your help. Now I am studying at Yu xi University and everything is good, I can receive 600 Yuan per month and received my school fee 4900 Yuan last term. I really want to thank this warm hearted organization and you, you help me make my university’s life so meaningful.

This year, I am our class monitor; I organized some activities, which made my campus life busier and more interesting. On the winter vacation, I organized the tutor center school, I began to as tutor of two students, they are boys, lovely. Then, I recruit five students from senior and primary school, I help them do their homework and made up the lessons they missed everyday. Teaching is learning, teaching made the pressure, but it helped me learn how to teach and get along with students well. Moreover, I made some money from the tutor job to help my family.

My father has severe rheumatism, if the rheumatism breaks; he can’t walk and need to rest three or four month. My mother has severe gynaecopathia and retarded, sometimes, they were ill. I need to go back home to care for them or take them to hospital and can’t earn any money for my sister and me. I want to keep my study, so I try my best to earn money for this family and my school fee. I think I am so lucky. First of all, I met so many warm hearted people. My teachers always not only help my study but also give me some clothes. More importantly, I met the volunteers; they are so friendly and nice. With the volunteers’ encouragement, I have the bravery to face the life and get much happiness. I want to say, I like spending time with the volunteers very much. And it changes me a lot; I can say that if I haven’t met those volunteers I wouldn’t have today’s life. At least, I wouldn’t come to university because of my family and my sister is still in university. Every year, I not only have to support my parents but also pay some my sister’s school fee. I felt so stressful, but two years ago, Nora who is one of my best volunteer friends, She told me this organization of “tree house” can help me. I became so happy and excited. Now, I get so much happiness with “tree house” sunshine. I tried to find what is my dream, what will I do, I become more confident.

Today I have my own dream, I want to be a teacher, but not stay in just some school, I want to have my own school. On the one hand, there is employment pressure in China. One the other hand, the tree house let me know help people is the most meaningful things and I want to help more people by my school.

Maybe I am young. can you give me some ideas about my dream and something else?

I repeat my thanks again for your kind help .Please give my kind regards to your family and this kind organization!

Leider ist noch nicht genug Geld an Spenden gesammelt worden um Huang Wan Shengs Studium komplett zu finanzieren. Bisher wurde in etwa die Hälfte der benötigte Summe von ca. 5600 Euro aufgebracht.

Wenn Sie Huáng Wàn Shēng mit einer Spende unterstützen wollen, können sie das hier tun. Helfen sie uns, sein Leben zu verändern.

  Bob 2

Arm und glücklich

Hervorgehoben

DSC_2830Da stehen wir nun blöd da. Die Fahrerin des Containers will partout nicht den Schotterweg zur Bergschule DaHua hochfahren. Zu viel Angst habe sie. Im Grunde genommen gut, denn der Weg hat tatsächlich einige knifflige Stellen. Die Kleidung selber zu tragen ist aber schlichtweg unmöglich. Dafür ist es einfach zu viel und der Weg auch zu lang. Es gibt nur noch einen letzten Ausweg: HeWen! Er ist derSchulleiter der Bergschule in DaHua. Schon vor der Verteilung hatte ich viel Kontakt mit ihm, da er uns beim Scouten sofort sympathisch und kompetent erschien. Und siehe, er hat sofort eine Lösung parat. Ein Freund von ihm, den er kontaktiert hat, kommt zu uns nach unten. Danach laden wir die Kleidung in einen anderen Laster und er bringt den Wagen sicher nach oben. Dort warten schon viele Kinder, um uns zu helfen, die Kleidung über einen kleinen Weg zur Schule zu bringen.

DSC_3131Wir, die sechs Jungs aus Lanping, oder liebevoll auch „Affenbande“ genannt, hatten seit der letzten Kleiderverteilung nämlich fleißig Klamotten gesammelt und sortiert. Anfang April hatten wir erneut so viel beisammen, dass wir entschieden neue Schulen in der Gegend Tu’e, die etwa zweieinhalb Stunden entfernt ist, zu besuchen. Eine davon ist die Schule in DaHua. Mit ihrem Schulleiter, HeWen, planten wir die ganze Aktion, die auch noch in vier anderen Schulen stattfinden sollte. Mit einem vorher erstellten detaillierten Ablaufplan wusste er bereits, was auf ihn zukommt und was wir benötigen. Bei der Verteilung mit dabei sind auch Janno und Jost aus LiuKu, die uns vorher in LanPing besucht haben.

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In der Schule in DaHua haben wir nicht viel Zeit. Eigentlich laden wir nur die meiste Kleidung ab und nehmen einen kleinen Teil wieder mit nach unten zur Schule in QiaoTou. Diese Schule hat nämlich 15 Waisenkindern, denen wir Kleidung geben möchten. Außerdem müssen wir sowieso nach unten, da dort unser Hotel für die erste Nacht ist. In QiaoTou empfängt uns Jade, eine Lehrerin der Schule, die hervorragend Englisch spricht. Sie führt uns in einen Raum, wo die Waisenkinder bereits auf uns warten. Auf Grund der guten Vorbereitungen von Jade geht alles schnell. Da wir nach der kleinen Verteilung den Unterricht nicht stören wollen, gehen wir zum Hotel.

DSC_0134Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Die Reste von der Verteilung am Vorabend müssen nach DaHua gebracht werden, wo eine Verteilung an die ganze Schule (immerhin 30 Schüler) ansteht. Wir überreden einen Minibus-Fahrer uns in die Bergschule zu fahren. Um neun Uhr kommen wir in DaHua an und verteilen an die Kinder sowohl Kleidung, als auch Hygieneartikel.

DSC_3756Danach steht die große Wanderung an. HeWen hat im Vorhinein etwa 15 Esel organisiert, die die Kinder- und Erwachsenenkleidung aus DaHua nach LaSiDi bringen sollten. LaSiDI liegt noch weiter in den Bergen und ist wie die anderen beiden Dörfer, LiSuCun und HuangLongDeng, nur zu Fuß zu erreichen. Da die Begleiter der Esel beim Packen merken, dass es zu viel Kleidung ist, machen sich Einige von ihnen selbst als Packesel nützlich. Einer von ihnen, geschätzt 50 Jahre alt, recht dürr, schleppt durch eine raffinierte Tragtechnik sogar fünf volle Säcke. Vom Gewicht her entspricht das achtzig bis neunzig Kilo. Wir sind schwer beeindruckt und fühlen uns fast schon schlecht. Wir tragen auf dem Weg nämlich keinen einzigen Sack. Ehrlich gesagt hätte es auch keiner von uns geschafft. Der Weg stellt sich nämlich als sehr anspruchsvoll heraus. Zumal die Sonne nun auch auf unsere Köpfe knallt. Die Landschaft entschädigt allerdings alle Anstrengungen. Umgeben von mächtigen Bergen, saftigem Grün und einem rauschenden Bach, bleibt einem manchmal nur der Mund offen stehen. Obwohl wir nur wenige Minuten nach den Eseln und ihren Begleitern loslaufen, werden wir sie auf dem etwa dreistündigen Weg nie einholen. Die Chinesen sind unglaubliche Arbeitstiere. Großen Respekt. Auch in der Schule in LaSiDi stehen die gut 100 Kinder bei unserer Ankunft schon bereit. Sie kommen aus den besagten drei Dörfern. Einigen ist ihre Armut von Weitem schon anzusehen. Da uns kein Raum zur Verfügung steht, bereiten wir auf einer Tischtennisplatte die Verteilung vor. Während es bei unserer letzten Verteilung noch Probleme gab, wenn Lehrer sich einmischen in die Verteilung, ist die Hilfe der Lehrer diesmal sehr nützlich. Das liegt vor allem wieder an HeWen, der unsere Vorgaben, wie viel Kleidung ein Kind bekommen soll, respektiert und an die anderen Lehrer weitergibt. Deshalb geht alles wieder sehr schnell und die Kinder bekommen Kleidung und Hygieneartikel. Später sollen noch die Erwachsenen kommen. Bei ihnen gibt es allerdings keinen festen Zeitpunkt. Sie wissen von ihren Dorfvorstehern, dass die Kleidung in der LaSiDi lagert und sie dort Kleidung holen können. So kommen also im Minutentakt Erwachsene vorbei und wühlen in den Kleidungssäcken. HeWen fragt sogar schon von sich aus, wie viel Kleidung ein Erwachsener bekommen darf. Nachdem wir es ihm gesagt haben, kontrolliert er wieder streng die Erwachsenen und sorgt dafür, dass alles fair abläuft. Nebenbei spielen wir mit den Kindern, die entweder an der Schule wohnen oder auf ihre Eltern warten, die noch nach Kleidung suchen. Beim Spielen mit den Kindern kann man entdecken, dass sich hinter dem überschüssigen Testosteron bei uns allen ein großes Herz verbirgt. Abends essen wir noch gemütlich mit den Schulverantwortlichen und fallen danach todmüde in unser Bett oder halt auf den Boden. Denn an der Schule gibt es nur zwei Betten für uns. Somit schlafen jeweils zwei im Bett und vier auf dem Boden. Letztlich ist es aber sehr komfortabel.

DSC_4393Am nächsten Tag kehren vier der Freiwilligen nach Lanping zurück. Jost, Janno, Philipp und ich bleiben, wie vorgesehen, noch einen Tag, um einerseits die jeweiligen Schulen zu besuchen und uns mehr mit den Kindern zu beschäftigen. Andererseits gefällt uns das einfache Leben hier, das einen des Öfteren gefühlsmäßig in das Mittelalter versetzt. Nachdem wir um halb Acht morgens unser erstes Bier abgelehnt haben, machen wir uns auf den Weg in das eine Stunde entfernte HuangLongDeng. Dort spielen wir mit den Kindern Basketball und bringen ihnen danach ein englisches Lied bei, in den verschiedene Obstsorten vorkommen. Die Kinder und wir haben großen Spaß. Gegen Vormittag gehen wir wieder zurück nach LaSiDi, um dort zu essen. Nach einer kleinen Mittagspause wandern wir nach LiSuCun, was etwa eine halbe Stunde entfernt ist und bei uns allen den heftigsten Eindruck hinterlässt. Nachdem wir auch dort den Kindern ein wenig Englisch beibringen, führt uns der Schulleiter durch die Schule. Was wir sehen, sind viele kaputte Bänke, Tafeln und Tische. Beim Essen erzählt mir HeWen, dass die Schüler und Lehrer noch nicht mal täglich Reis essen kann, was in China das billigste Essen ist. Auf die Frage, ob unsere Organisation der Schule Geld geben könne, muss ich ihm leider antworten, dass das nicht möglich sei, da wir erstens nicht einfach nur Geld geben und zweitens nicht viel Geld haben. Allerdings biete ich ihm an, dass wir am Kindertag am 1.Juni wiederkommen, um die Schulen mit Schulmaterialien zu beliefern, die wir in Lanping gesammelt haben. Auch wenn es nur eine kleine Geste ist, löst es bei HeWen große Freude aus.DSC_0401Nach einer erholsamen Nacht zurück in LaSiDi, unterrichten wir morgens noch die Schüler dort. Daraufhin begeben wir uns mit HeWen auf den Heimweg, der natürlich zurück viel erträglicher ist. Der Abschied von HeWen fällt uns nicht leicht, da wir zusammen sehr emotionale Tage verbracht haben. Wir sind froh, dass wir nochmal wiederkommen werden, denn die Zeit war, obwohl man viel Armut gesehen hat, unbeschreiblich schön. Noch heute schwirren meine Gedanken vor allem um den einen Satz, den HeWen sagte, als ich mich x-Mal entschuldigt habe, dass wir leider nicht genügend Geld haben. „Wir haben zwar kein Geld, aber wir sind glücklich.“ So wahr.

Spendenbox­eröffnung in Jinggangshan!

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Zum zweiten Halbjahr des Freiwilligendienstes hin ist nun auch die Projektarbeit in Jinggangshan durchgestartet. Am Montag Nachmittag wurde die neue Spendenbox in dem größten Supermarkt der Stadt unter den Augen vieler Schaulustiger eröffnet. Während an einem Informationsstand über die Projektarbeit und über Baumhaus selbst informiert wurde, wurden unter großer Beliebtheit bei Alt und Jung ausserdem Malvorlagen und Luftballons an die Umstehenden verschenkt.

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Die Spendenbox wurde in den letzten Wochen von den Freiwilligen selbst designt und
zusammengebaut. Das gesammelte Geld soll für die Unterstützung des Slum­Kids­Projekts sowie zukünftiger Projekte verwendet werden. Auch organisationsübergreifende Projekte wie z.B. die Katastrophenhilfe in den von dem starken Erdbeben im April betroffenen Gebieten ist dabei nicht ausgeschlossen.

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Die Freiwillige Mila Tost (19) äusserte sich zu der Eröffnung mit den Worten:

„Wir hoffen, dass die Leute mit der gleichen Begeisterung, mit der sie auf unsere Spendenboxreagiert haben, auch spenden werden. Aber das stllt mit der Grosszuegikeit und Hilfsbereitschaft Jinggangshans kein Problem dar.“

Neuer Look für einen Kleidercontainer

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Nun kann sich auch der Kleidercontainer in Lanping wieder richtig sehen lassen. Die seit geraumer Zeit etwas ausgeblichene Farbe ist einer kreativen Meisterleistung gewichen, welche durch Team Lanping, die tatkräftige Mitarbeit der kommunistischen Jugendliga, sowie der Hilfe der Passanten, ermöglicht wurde. In mehrtägiger Vorarbeit wurde der alte Lack abgeschliffen und mit rotem Autolack ganz im Baumhausstil grundiert. Am Samstag, dem 25. April, war es dann soweit. Dank des guten Wetters konnten sich viele Menschen, insbesondere Kinder, finden, um einen Handabdruck auf dem Container zu hinterlassen. Für alle, die mitmachen wollten, standen Einweghandschuhe zur Verfügung, sodass sich die meisten am Ende doch überreden ließen sich die Hände mehr oder weniger schmutzig zu machen. Die Jugendliga half unser Projekt auf Chinesisch auf dem Container zu erklären, während wir noch einige künstlerische Details anmalten. Insgesamt war es eine schöne und spaßige Aktion im Auslaufprojekt Lanping und in Hinblick auf die Kooperation mit der Jugendliga.

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250 Tage Peru: Ein Rückblick

Ganze acht Monate haben wir nun schon in Peru verbracht. Knapp 250 Tage Leben zwischen den Riesen der Anden, in einer peruanischen Gastfamilie, in Schulen voller fröhlicher Kinder, inmitten von Menschen, die nur Spanisch und Quetschua sprechen. Wie haben wir diese Zeit erlebt? Hier ein paar Fragen und die Antworten unserer Freiwilligen.

Wenn ihr eure Zeit in Peru in einem Satz zusammenfassen würdet, wie würde er lauten?
Sophie: Ein Abenteuer mit vielen Höhen, Tiefen – und Parasiten..
Eva: Lang, kurz und bis jetzt das lehrreichste Jahr meines Lebens.
Johanna: Auch wenn es manchmal hart ist, die nächste positive Überraschung wartet an der nächsten Ecke.

Wie sieht ein typischer Tag für euch aus?
Marie: Gegen sieben stehe ich auf (ich habe meist sehr spät Unterricht) und frühstücke. Dann fahre ich zur Schule (ich habe nur zwei Klassen in Oropesa) und unterrichte 2 bis 3 Stunden. Zurück zuhause helfe ich mit Johanna im Restaurant, esse Mittag und bereite meinen Unterricht nach, die folgenden Stunden vor und korrigiere Arbeitsblätter. Wenn es dann noch nicht zu spät ist, besuche ich anschließend die anderen Freiwilligen. Abends sitzen Johanna und ich mit unserer Gastfamilie zusammen, trinken Tee und schauen fern.
Leon: Noch vor sechs aufwachen, Unterricht und Projektarbeit vorbereiten, Haare waschen und ab zur Schule, mit Schülern in der Mensa essen, nach Hause oder in die Bibliothek gehen, um das Internet zu nutzen; Freunde besuchen; zur Plaza laufen und mit Leuten reden, Hühnchen essen und direkt nach Hause zum Schlafen, außer es gibt noch Fußballtraining.

Was ist für euch der größte Unterschied zwischen Peru und Deutschland?
Nelly: Kinderziehung und Umgang der Menschen miteinander, aber auch ganz klar die Organisationsweise. Hier wird z.B. ständig das Wasser einfach abgedreht, dann steht man mit Shampoo im Haar unter der Dusche und denkt nur „Na toll.“
Daria: Das Leben einer peruanischen Familie unserer Region spielt sich hauptsächlich in ihrem Dorf ab. Hier geht man zur Schule, kauft ein, geht seinen Hobbies nach. In die Stadt wird nur selten gefahren. Dadurch existiert hier auch eine sehr vertraute Dorfgemeinschaft. Ein anderer großer Unterschied ist, dass die Bevölkerung nicht nur sehr leichtgläubig ist, sondern auch unglaublich abergläubisch.

Was ist euer Lieblingsessen in Peru?
Susanne: Escaveche und Papa a la Huancaina
Sophie: Chuletta mit Kartoffeln und Aji-Soße
Leon: Die Antwort ist einfach: Ceviche! Dieses Fischgericht bereite ich jeden Sonntagmorgen um 5:30 mit meiner Nachbarin für den Verkauf vor und bekomme dann selbst noch eine große Portion ab. So lecker!

Was ist euer schönster Moment im Unterricht? .
Johanna: Wenn die Kinder dich umarmen und erklären, dass sie schon gewartet haben und endlich weiterlernen wollen.
Daria: Es ist ein tolles Gefühl, wenn du merkst, dass deine Schüler am Unterricht Spaß haben“

Was werdet ihr an Peru am meisten vermissen?
Marie: Wahrscheinlich meine – manchmal sehr nervigen – Schüler. Die meisten habe ich doch schon sehr ins Herz geschlossen.
Eva: Die Ruhe, die Zeit, der viele Schlaf und im Einklang mit mir selbst zu sein. Außerdem die Berge, einige meiner Schüler, mein Patenkind und meine peruanische Familie. Und wahrscheinlich noch tausend weitere Dinge, die ich erst sagen kann, wenn ich wieder in Deutschland bin.

Worauf freut ihr euch am meisten, wenn ihr an eure Rückkehr nach Deutschland denkt?
Susanne: Wieder richtig vegetarisch zu kochen!
Nelly: Laubwälder, warme Duschen, Radfahren

Was wollt ihr in den nächsten 110 Tagen noch erreichen?
Sophie: Nach Macchu Picchu fahren, mein Spanisch verbessern, das Internatsprojekt voranbringen
Marie: Ich möchte mit den anderen Freiwilligen noch unser „Augenprojekt“ durchführen, wofür ich verantwortlich bin. In meinen Klassen will ich erreichen, dass zumindest alle meine Schüler der Secundaria (weiterführende Schule) das „simple present“ und das „simple past“ können.
Eva: Eine bessere Grundlage für die nächsten Freiwilligen schaffen, damit sie nicht dieselben Probleme haben, wie wir und noch wenigstens ein Projekt in Ccapacmarca auf die Beine stellen.

Johanna, Nelly, Marie und Susanne leben in Oropesa. Leon, Sophie und Daria dürfen das Dorf Lucre ihr Zuhause nennen. Eva lebt zusammen mit zwei anderen Freiwilligen, Jule und Tatjana, in Ccapacmarca.