China – Ein Land der Kontraste

China – die neue Wirtschaftssupermacht, die 1-Kind-Politik, extrem hohe Luftverschmutzung oder vielleicht auch die chinesische Mauer…. Dies sind wahrscheinlich einige der ersten Begriffe, die einem in den Kopf schießen, sobald man an das (noch) bevölkerungsreichste Land der Erde denkt.
Dass die Volksrepublik sich sehr von Deutschland unterscheidet, ist nichts Neues. Doch kann man China einfach so in einem zusammenfassen?

China

Die Volksrepublik China

Die Geschichte „der mittleren Reiche“ beginnt bereits im Jahr 221 v. Chr. , in welchem das Kaiserreich China entstand. Dieses sollte, auch wenn mit immer wieder auftretenden territorialen Änderungen, bis 1912 fortbestehen. Nach dem chinesischen Bürgerkrieg wurde am 1.10.1949 die Volksrepublik China gegründet, der Staat, den wir heute kennen.

Charakterisierend für diesen ist das übermäßige Wachstum – so werden ganze Städte mit riesigen Hochhäusern quasi über Nacht aus dem Boden gestampft. Dies spiegelt sich auch in der Wirtschaft wider. So wird die Agrarwirtschaft immer weiter eingestellt und die Umsiedlung der Menschen in immer größere Städte vorangetrieben, was sich insbesondere in Provinzen wie z.B. Yunnan oder der inneren Mongolei, die viele Nomaden beheimatet, bemerkbar macht. Diese besitzen im Vergleich zur Ostküste sowieso schon einen größeren Anteil an den 150 Mio. Menschen, die in China unter der UN-Armutsgrenze von einem US-Dollar am Tag leben. Zusammenfassend kann man also sagen, dass während China einen starken Osten besitzt, der Westen eher rückständig ist und teilweise selbst Kennzeichen eines Entwicklungslandes aufweist.
Diese Kluft wird auch durch die 1-Kind-Politik – welche mittlerweile gelockert wird – verstärkt, da insbesondere im Westen sehr kinderreiche Familien existieren. Viele von diesen Kindern sind aufgrund der Restriktionen nicht legal registriert und ihnen wird dadurch die Möglichkeit einer Krankenversicherung oder der Besuch einer Schule verwehrt.

Tradition trifft auf Moderne in Beijing

wir vorm slum

Rechts die Villa, links das Slum

Wenn man von den politisch und wirtschaftlich bedingten Unterschieden absieht, ist die Vielfalt des Landes des Lächelns aber auch kulturell bedingt. Zum einen prägen, wie bereits oben erwähnt, territoriale Änderungen die jahrtausend alte Geschichte, aber auch die Größe des Landes, was flächenmäßig das viertgrößte Land der Erde ist, lässt auf die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse schließen – z.B. die Mongolei im Norden und Tibet im Südwesten, um nur einige zu nennen.
So sind in dem kommunistischen China mit einem großen Anteil an Atheisten dennoch auch die verschiedensten Religionen vertreten, die vom traditionellen Konfuzianismus über den Buddhimus und den Daoismus bis hin zu christlichen und muslimischen Minderheiten reichen.
Abgesehen davon prägen die 55 offiziell anerkannten Minderheiten, zu deren Zahl sicher auch noch einige hinzuzählen sind, die Diversität und das Bild des Landes. Jede Einzelne von ihnen bringt neue Traditionen, eine neue Sprache und eine neue Schrift in die Gesellschaft ein, was auf der Kehrseite aber zu erschwerten Bedingungen in der schulischen Ausbildung und oft zu vorzeitigen Abbrüchen führt.

Yunnan

Berge in Yunnan

Als letztes sollte man auch die geographischen Begebenheiten berücksichtigen. Das Klima ist subtropisch im Südosten, gemäßigt im Osten, kalt und trocken im tibetischen Hochland im Südwesten, trocken in den nördlichen Wüsten und kalt-gemäßigt im Nordosten, was die unterschiedlichsten Lebensräume und Begebenheiten für die Tier- und Pflanzenwelt zum einem, aber zum andern auch für die dort lebenden Menschen schafft.

Yunnan

Reisterassen in Jiangxi

Also nein, China kann man nicht in einem zusammenfassen, sondern man kann von einem Land der Kontraste auf verschiedensten Ebenen sprechen.

Yunnan

Wüste Gobi in der Inneren Mongolei