Am Freitag, den 14. Juni 2013, fand die erste Kleiderverteilung von Baumhaus im Dulong-Tal statt. Hierfür hatte eine Grundschule in Liuku viel Kinderkleidung gespendet, weitere Sachen kamen aus der Grundschule in Gongshan. Da es in Gongshan nur vier Freiwille gibt, bekamen wir Hilfe aus Liuku von fünf weiteren Freiwilligen.

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Am Freitagmorgen ging es schon um halb acht an der Grundschule in Gongshan los: Der Minibus wurde mit einem großen Haufen Kleidung bepackt, danach quetschten wir uns noch hinterher. Die Fahrt war ganz so, wie wir es in Erinnerung hatten: Asphaltiert und kurvig am Anfang, später holprig und mit einer Aussicht, die nach jeder Kurve schöner wurde.

Vier Stunden, unzählige Schlaglöcher und einen Tunnel, der Domi an die “Speiseröhre eines Drachen” erinnerte, später erblickten wir dann unter uns den grünblauen Dulongfluss. Nun war es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel, der Grundschule im Hauptort des Tals, Kongdang (孔当). Dort angekommen wurden wir sehr freundlich von einer Englischlehrerin und einer Horde Schülern empfangen, die uns halfen die Kleidung in einem Klassenraum zu verstauen. Nach einem Begrüßungsessen und ein wenig ausruhen ging es dann noch am gleichen Abend ans Verteilen.

Abends war die Temperatur um einiges angenehmer als noch zu unserer Ankunft. Also brachten wir die ganze Kleidung auf den Schulhof und breiteten auf zwei Tischtennisplatten die vorsortierten Jungs- bzw. Mädchenkleider aus. Daraufhin teilten wir die Helfer, sprich uns Freiwillige und einige chinesische Lehrer, gleichmäßig auf die Stationen auf und fingen an, Kleidung an die erste Klasse auszugeben. Dabei merkte man einen deutlichen Unterschied zwischen deutschen und chinesischen Helfern – hier wurde gefragt “喜不喜欢?” (Gefällt dir das?), wobei man auch öfters ein verlegenes Kopfschütteln erntete, dort wurde einfach in die Hand gedrückt, wenn es passte… So kam Klasse nach Klasse, Schüler nach Schüler und jeder bekam eine Hose, ein dünnes und ein dickes Oberteil.

Kurz vor neun Uhr abends waren wir dann fertig und konnten, während die Kinder sich schon bettfertig machten, ein Fazit ziehen: Der Ablauf der Aktion war dadurch, dass immer die ganze Klasse anstand, etwas chaotisch gewesen, aber durch die anwesenden Lehrer stets unter Kontrolle. Wir hatten ca. 250 SchülerInnen mit Kleidung versorgt, d.h. alle 1.-5. Klassen der Schule. Übrig waren nur wenige viel zu große oder zu kleine Sachen. Die Kinder hatten größtenteils einen bedürftigen, aber recht ordentlichen Eindruck gemacht, und (obwohl manche recht wählerisch waren) sich sehr über ihre neuen Kleider gefreut.

Da Kleidung vor allem auch bei Kindern sehr schnell kaputt geht planen wir, auch nächstes Jahr wieder an dieser Schule zu verteilen. Da wir nun schon im Dulongtal waren, fuhren Nina und Helen am nächsten Tag noch zur Grundschule im Norden des Tals. Hier gab es drei Klassen und insgesamt 63 Schüler, die noch deutlich ärmer waren, als die in Kongdang. Daher steht eine Kleider- und Hygieneaktion dort ganz oben auf dem Plan für die neuen Freiwilligen.

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