Zur Verteilung in Dimaluo folgt an dieser Stelle ein Bericht eines Freiwilligen:

Eine Kleiderverteilung vor Weihnachten in Gongshan – dieses Ziel hatten wir uns im September bei der Projektübergabe gesetzt. Also haben wir uns nach Bergschulen umgehört, an denen bedürftige Kinder zur Schule gehen. Wir haben von mehreren Orten erfahren und uns für Dimaluo entschieden, da es nicht allzu weit von Gongshan entfernt ist. Dimaluo ist ein kleines Dorf im Nordosten von Gongshan County, in dem viele Tibeter leben. Dort gibt es eine kleine Grundschule, die die Kinder von der 1. bis zur 3. Klasse besuchen. Die Grundschule bietet Platz für 84 Schüler, die auf drei Klassen verteilt sind und von fünf Lehrern unterrichtet werden. Wir haben die Grundschule an einem Sonntag besucht und mit dem Schulleiter gesprochen, der uns sagte, dass die Kinder manchmal Kleiderspenden von anderen Leuten bekommen. Da die Kinder dort nur von Montag bis Freitag unterrichtet werden, konnten wir uns nur ein grobes Bild machen, wie viel Kleidung benötigt wurde.
Letzten Endes sind wir am 30. Oktober dienstagnachmittags mit vielen Kleidersäcken bepackt per Minibus in Richtung Dimaluo aufgebrochen. Es blieb bis kurz vor der Abfahrt spannend, ob wir einen Minibus finden würden, da uns alle Fahrer zu anderen Fahrern weitergeschickt hatten. Wir hatten aber Glück und konnten uns dann doch rechtzeitig auf den Weg machen. An der Grundschule angekommen, haben wir die ersten Kinder gesehen und es war uns sofort klar, dass eine Kleiderverteilung dringend notwendig war. Die Kleidung der Kinder war sehr schmutzig, viele Kleidungsstücke hatten Löcher oder waren viel zu dünn für den Winter. Einige Kinder hatten vor Kälte rotgefrorene Wangen und sehr rissige Haut.
Als wir ankamen, war gerade Pause und alle Kinder rannten auf dem Schulhof herum. Um uns vorzustellen, haben wir mit der Gitarre ein Lied vorgesungen, was die Kinder sofort begeistert hat. Dann sollten wir in der 3.Klasse eine Stunde Englischunterricht halten. Interessanterweise hatten die Kinder zwar ein Englischbuch, mangels Englischlehrer aber noch nie Englischunterricht gehabt. Nachdem wir Sätze wie „Hello. My name is…“ und „How are you?“ geübt hatten, wurde es sehr lustig, als wir ihnen das Lied „Head, shoulders, knees and toes“ beigebracht haben. Vor allem, als es immer schneller wurde, war die Schüchternheit wie weggeblasen und alle hatten viel Spaß. Nach der Unterrichtsstunde wollten wir mit der Kleiderverteilung beginnen. Zuerst wurden alle Kleider aus den Säcken auf leeren Betten in einem Schlafsaal ausgebreitet. Währenddessen suchte der Schulleiter die ärmsten 20 Kinder aus und brachte sie in ein Klassenzimmer. Dort wurde ihnen von Nina und Helen mit Spielen und Liedern Englischunterricht gegeben, während Nadja und ich an jeweils zwei oder drei Kinder Kleidung verteilt haben. Je nach dem, was die Kinder am dringendsten gebraucht haben, konnten wir ihnen Jacken, Pullover oder Hosen mitgeben. Besonders beliebt waren auch Handschuhe und dicke Socken, da die Klassenzimmer nicht beheizt werden, und es in Dimaluo im Winter ab und zu schneien kann.
Nach der Verteilung haben wir die restlichen, zu großen Kleidungsstücke wieder zusammen gepackt und sind sehr glücklich wieder nach Gongshan gefahren. Es war toll zu sehen, wie sich die Kinder über die Kleider gefreut haben. Allerdings hätten wir noch mehr Kleidung verteilen können, da noch mehr Kinder etwas gebraucht hätten, doch leider hatten wir nicht mehr passende Kleidung zur Verfügung.