Was denken die Freiwilligen in der neuen Provinz über ihren Einsatzort?

 – Essen ist neu und unbekannt (Hund etc.)
– Viele Klischees haben sich bestätigt (Schmatzen, Spucken, viel Alkohol etc.)
– nette und hilfsbereite Menschen
– Verständigung schwer aber es klappt
– viel Lärm
– weitläufige Stadt
– Schüler sind größtenteils sehr am Unterricht interessiert
– fast alles ist billig
– Chinesen sind unheimlich sportlich und stehen früh auf

 

Lukas:
Seit knapp zwei Wochen bin ich jetzt in Jiangxi und lebe mich noch immer langsam aber sicher ein. Ich wohne in mitten eines riesigen Dschungelgebirges und es scheint ein wenig so, als seien mittendrin vier oder fünf von diesen Bergen abgetragen und eine Art Kesseltal von den Chinesen errichtet worden. Es sieht teilweise echt atemberaubend aus.
Meine Stadt ist ebenfalls sehr schön. Da ein Großteil dieser und auch der in dem ich wohne erst seit 2004 bestehen, wirkt die ganze Stadt sehr modern und weitläufig. Es gibt viele Parks, Seen und künstlich angelegte Naherholungsgebiete. Zudem sieht man häufig zwei bis dreispurige Straßen sowie gigantische Gebäudekomplexe, aber auch viele leere Flächen auf denen in den nächsten Jahren noch größere Gebäude entstehen sollen.

 

Jan:
Das Essen in der Kantine ist eigentlich echt gut aber ich habe mich noch nicht so wirklich an die Zeiten gewöhnt, zu denen hier gegessen wird. Um 12.00 Uhr fehlt mir einfach noch der Hunger um schon deftig Mittag zu Essen, weil ich da in der Regel noch nicht mal richtig wach bin.
Allerdings ist mir aufgefallen, dass die Chinesen schon immer um 6.00 Uhr wach sind und Badminton etc. spielen. Leider hängt direkt vor unserem Zimmer ein Lautsprecher und man wird von 6.20 Uhr an stündlich durch die Schulklingel aus dem Schlaf gerissen.
Unsere Schule ist echt angenehm. Die Kollegen sind nett und der Schulleiter hat uns von Beginn an als vollwertige Lehrkraft eingebunden. Und bis auf wenige Ausnahmen sind die Schüler sehr wissbegierig und lernwillig.

 

Isy:
„Heute werden es nur 23 Grad!“ – „Verdammt, haben wir genug Jacken mit? Nicht, dass wir nachher noch frieren.“
Das war so ungefähr meine erste Reaktion heute Morgen, als wir auf unsere kleine Wandertour aufbrachen. Und tatsächlich: Das erste Mal seit zwei Wochen war mir nicht zu warm, sondern zu kalt. Es wird Herbst.

Heute ging es in die Berge. Zunächst einmal setzen wir uns also ganz bequem in einen der kleinen Linienbusse, und fuhren gut eine Stunde aus der Innenstadt hinaus auf die Berge. Bei jeder Kurve betätigte der Busfahrer lautstark seine Hupe, um sich auch ja zu vergewissern, dass uns auf den engen Bergwegen niemand entgegen kam. Dann wurde auf’s Gas getreten und die Kurve mit Vollgas geschnitten. Jedem, der auf Achterbahnfahren steht, ist eine solche Busfahrt nur wärmstens zu empfehlen.
In den Bergen selbst wurde uns dann mitgeteilt, dass die Bergstädte eigentlich auch noch Teile von Jinggangshan sind, sozusagen die Altstadt. Das leuchtet einem sogar ein, da die jetzige Innenstadt eher künstlich angelegt ist und sich nie unabhängig von vorgegebenen Bauplänen entwickelt halt.

 

Angelina:
Chinesen sind sehr freundliche und hilfsbereite Menschen. Wir wurden herzlich empfangen und sind gut versorgt. Gemeinsam zu essen hat in China einen besonders hohen Stellenwert. Allerdings ist das Essen für mich noch recht ungewohnt. Einige Vorurteile, die ich aus Deutschland mitgebracht habe, wie Schmatzen beim Essen, Spucken, der große Alkoholkonsum und Hund als Gericht, haben sich für mich bestätigt.
Der Unterricht ist sehr streng und theoretisch. Außerdem ist das Anforderungsniveau hoch. Ich habe das Gefühl, dass die Grundschüler dem nicht gewachsen sind.

 

Matthias:
Die Landschaft hier ist echt schön. Die Stadt ist groß und weitläufig. Wir sind an unserer Schule ziemlich gut versorgt. Wenn wir Hunger bekommen, ist es kein Problem hier etwas zu Essen zu organisieren. Außerdem wird das Essen immer frisch zubereitet. Was ich allerdings bemerkenswert finde, ist der starke Alkoholkonsum der Chinesen. Hier wird zu jedem, sich bietendem Anlass getrunken.