05:30 Uhr
Aufstehen! Und mit der Uhrzeit haben wir es noch gut. Der Großteil der Familie steht teilweise schon um 4 Uhr auf. Als erstes wird sich der Besen geschnappt und für ca. 10 min vor der Haustür gefegt, danach geht es dann ans Duschen, Zähne putzen und Anziehen. Wobei Rafael jeden morgen auch extra noch seine Hemden bügelt. An was man sich nicht so alles gewöhnt.

06:30 Uhr
Ich und meine Gastschwester machen uns auf den Weg zum Schulbus und treffen auf die ersten Schulkinderaugen. Das Warten auf den Bus füllen die vielen Mütter der Kinder mit angeregten Diskussionen oder dem Füttern der kleineren Kinder..und wenn das nicht geschieht, dann halten einen immer noch die Kinder auf Trapp, bis das zum Schulbus umfunktionierte, große, klappernde Tro Tro eintrifft. (Lustigerweise trifft man auf diesen Tro Tros oft auch auf einige alte Wagen, die wohl aus Deutschland eingeschifft wurden. Es kommt nämlich nicht selten vor, dass man dann auch mal „Feuerwehr“, „Bäckerei Meier“ oder sonst was auf den Hintertüren liest.)

08:00 Uhr
Ankunft in der Schule und Versammlung aller Schulkinder und Lehrer auf dem Hof (Assembly). Allmorgendlich wird hier dann gebetet, Ansagen gemacht und am Ende zurück in die Klassen marschiert.

08:20 Uhr
Der Unterricht beginnt.

10:00 Uhr
Erste Pause. Die Kinder spielen auf dem Hof oder rennen auch gerne mal durch das Schulgebäude. Es gibt die Möglichkeit sich ein warmes Frühstück in der Schulküche zu holen, was wie üblich, meistens aus Reis besteht.
Ein sehr beliebtes Frühstück, mit dem Namen Waatse
enthält zum Beispiel neben Reis auch Bohnen, eine scharfe Soße und optional Salat oder Nudeln. Womit man sich nicht wundern sollte, wenn man hier schnell mal ein paar Pfunde zulegt.

10:30 Uhr
Zweite Unterrichtseinheit. Zu den Grundfächern, wie Mathe, Englisch etc., wird hier ebenfalls Ga (eine der etlichen ghanaischen Sprachen, die vorallem in Teshie gesprochen wird) unterrichtet, sowie eine Art Hauswirtschaftslehre, bei der man dann im Unterricht auch mal die Möglichkeit hat Fufu, Jollof oder andere ghanaische Köstlichkeiten zuzubereiten.

12:00 Uhr
Mittagspause. Die Klassen bekommen nacheinander ihr Essen. Die Kleinsten zu erst. Gegessen wird natürlich mit den Händen, solange man sich nicht seinen Löffel mitbringt oder einen der begehrten Küchenlöffel erhascht, die auch nur dann begehrt sind, wenn es mal nicht so leicht ist das Gericht geschickt mit den Händen in den Mund zu manövrieren.

13:00 Uhr
3. Unterrichtseinheit. Da es an dem Senior-Schüler Kelvin liegt, die Schulglocke zusammen mit einem kräftigen Ruf aus seiner Kehle zu betätigen, kann es dank seines Talentes, die Zeit perfekt in den Augen zu halten, auch mal dazu kommen, dass der dritte Block pünktlich um 12 nach 1 Uhr angeleutet wird.

14:30 Uhr
Assembly.
Die Kinder versammeln sich wieder alle auf dem Hof und es wird ein zweites Mal gebetet, ein paar Ansagen werden gemacht und letzte Worte gefunden.

14:45 Uhr
Extra Classes (4. Unterrichtseinheit). Auch wenn das ganze „Extra Classes“ heißt und es eigentlich ein extra Angebot ist, trifft man auf keinen Schüler, der vorzeitig die Schule verlässt.

15:30 Uhr
Die Schule ist offiziell vorbei. Bis der Schulbus eintrudelt und die Kinder langsam nach Hause gehen, kann es aber gut nochmal eine halbe Stunde dauern. Jetzt finden auch die wirklichen Extra Classes statt, in denen die Kinder noch eine Art extra Unterricht bekommen und ihre Hausaufgaben machen können. Hierran nehmen jedoch nur vereinzelt Kinder teil.

16:30 Uhr
Zuhause angekommen. Der Schultag ist zu Ende. Die letzten paar Stunden wird sich ausgeruht, etwas zu Essen geholt und dann geht es auch schon ins Bett.

20:00 – 21:00 Uhr
Gute Nacht. Auch wenn ich mir vorher nie vorstellen konnte mal so früh schlafen zu gehen, fühlt es sich doch so am besten an. Wenn es dann noch nachts kräftig regnet (wie es zurzeit in der Regenzeit nicht selten vorkommen kann), ist der Schlaf gerettet