Education for all in Peru und Nachhaltigkeit in Ccapi (Peru)

Education for all

Hoch in den Bergen der Anden, liegt der frühere „Nabel der Welt“ Cusco nicht fern von hier liegen die kleinen Dörfer Lucre und Tipon. Kleine Gässchen, eine Lagune, fruchtbare Felder, viele Taxifahrer, noch mehr Tiendas, freundliche Einheimische und Straßenhunde fallen einem flüchtigem Besucher zuerst ins Auge. Schaut man genauer hin, bietet sich einem die Chance mehr über die Menschen vor Ort zu erfahren. Schnell bemerkt man die Offenheit der Peruaner, wenn man auf der Straße angesprochen wird und sie einen über sein Heimatland ausquetschen. Hier leben wir für ein Jahr als Englischlehrer und unterrichten an insgesamt 8 verschiedenen Schulen rund um unsere Orte. In den ersten Klassen bedeutet dies, dass man zuerst einmal die temperamentvollen Kinder zur Ruhe bringen muss, ihnen erklärt, warum sie Englisch lernen sollen, um ihnen dann Tiere, Farben oder Zahlen auf Englisch beizubringen. In den höheren Klassen, kann man hingegen oft schon kleine Texte übersetzen lassen oder Dialoge einüben. Trotzdem fällt jedoch auf, dass das Englischniveau sehr niedrig ist, die Aussprache nur schwer verständlich und die Rechtschreibung katastrophal ist.

Die Lehrer beherrschen ebenfalls nur in Ausnahmefällen die englische Sprache und können den Schülern daher auch nur wenig Wissen weitergeben. Aus diesem Grund versuchen wir neben der Schule eine Abendschule einzurichten. Geplant ist den interessierten Schülern die Chance zu geben nachmittags gezielt gefördert zu werden. Sowohl die besonders guten Schüler, als auch die mit dem Stoff hinterher hinkenden Kinder, sollen die Möglichkeit haben sich bilden zu können. Darüber hinaus möchten wir aber auch die Lehrer ansprechen, uns mit ihnen zusammensetzen und ihnen unsere Englischkenntnisse weitergeben, während sie uns mit ihrer pädagogischen Erfahrung helfen können. Aber auch Erwachsene sind willkommen bei uns Englisch zu lernen. Neben der Abendschule ist uns aufgefallen, dass viele kleine Kinder nach der Schule direkt ins Internetcafé laufen, um dort den ganzen Tag Computerspiele zu spielen. Durch eine Fußball AG versuchen wir diese dazu zu motivieren sich sportlich zu betätigen und an die frische Luft zu kommen. So treffen wir uns jeden Montag auf einer großen Fußballplatz mit ungefähr 30 Kindern zum gemeinsamen Fußball spielen. In Absprache mit den Schulen sind außerdem Projekttage geplant, an denen wir Stände organisieren und aufbauen können, um auf Probleme und wichtige Themen hinzuweisen. Als erstes ist ein Mülltag geplant, an dem wir über die große Umweltverschmutzung hier in den Dörfern reden. Da Peru jedoch zu den neuen Ländern des Baumhaus-Projektes gehört, liegt der Schwerpunkt im Moment noch auf dem Englischunterricht, da die anderen Projekte noch in der Planungs- und Organisierungsphase stecken. Neben den Projekten und dem Unterricht erfahren wir jedoch auch viel über die peruanische Kultur. So sprechen hier viele ältere Menschen Quechua, die alte Sprache der Inkas und ein wichtiger Bestandteil ihrer Kultur. Diese wird sehr von den früheren Inkas dominiert und zeichnet sich durch viele traditionelle Tänze, Feiern und Feste aus. Die Gastfreundschaft wird in Peru sehr groß geschrieben, so werden Gäste stets mit offenem Armen empfangen. Mit diesem Wissen geht man durch Lucre und sieht viel mehr als nur kleine Gässchen, eine Lagune, fruchtbare Felder, viele Taxifahrer, noch mehr Tiendas, freundliche Einheimische und Straßenhunde, sondern fühlt sich selbst als ein Teil des Dorfes, der Kultur, der Menschen hier in Peru.

Nachhaltigkeit in Ccapi (Peru)

Zehn Stunden entfernt von der Hektik Cuscos scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In dem kleinen Bergdorf Ccapi kann man die Kultur Perus noch in seiner herkömmlichen Art und Weise genießen. Während in vielen Regionen rund um Cusco, die alte Inkasprache Quechua immer mehr in Vergessenheit gerät, so lernen die Kinder in Ccapi von klein auf die alte Sprache. Auch Autos sieht man hier noch wenig, genauso wenig, wie man oft vergeblich versucht Empfang mit seinem Handy zu bekommen. In diesem idyllischen Örtchen leben wir für ein Jahr, unterrichten Englisch und organisieren Projekte. Zu Ccapi gehört neben der Grundschule auch eine Weiterführende Schule, so dass wir für den gesamten Englischunterricht des Dorfes zuständig sind. Mit den Schülern müssen wir meistens von ganz vorne anfangen, da die Lehrer von dem Fach Englisch nur sehr geringe Ahnung haben und die Aussprache nicht richtig beherrschen. Neben der Schulbildung versuchen wir aber auch im Bereich der Nachhaltigkeit zu helfen. Hierfür stellt uns der Bürgermeister ein Stück Land zur Verfügung, auf dem wir Bäume pflanzen dürfen. Geplant sind hierfür Obstbäume, wessen Früchte von den Einheimischen dann geerntet werden können. Neben den Obstbäumen sollen aber auch Bäume für Brennholz gepflanzt werden, so dass eine nachhaltige Forstwirtschaft erlernt werden kann. Neben den Erträgen dienen die Bäume ebenfalls als Erosionsschutz, welcher in der Regenzeit wichtig ist. Neben der Baumschule möchten wir außerdem eine Bibliothek einrichten, so dass die Einheimischen die Möglichkeit haben sich zu bilden und mehr über die Welt zu lernen. Um dieses Projekt in die Tat umzusetzen arbeiten wir mit dem Leo-Club in Cusco zusammen, welcher zusammen mit uns Bücherspenden sammeln möchte, um die Bibliothek auszustatten. Auf diese Weise versuchen wir in Ccapi nach und nach die Entwicklung zu verbessern, um einen einheitlicheren Lebensstandard zu schaffen.