Hohhot

Die Hauptstadt der Inneren Mongolei, Hohhot (Hūhéhàotè), ist eine Stadt der Gegensätze. Mit mehr als 2,5 Millionen Einwohnern und Hochhäusern so weit das Auge reicht, ist es trotzdem eine teilweise sehr grüne Stadt mit Bäumen am Straßenrand und Trauerweiden in den Parks. Die Moderne und das „Archaische“ sind gleichstark vertreten, man sieht viel Reichtum, aber mindestens genauso viel Armut und der Kulturen-Clash der Chinesen und der Mongolen ist auch nicht zu verkennen.

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Im Norden umschlossen von Bergen, den Great Blue Mountains, im Süden grenzend an das Hetao Plateau und in der Nähe der Grasslands und der Wüste Gobi, ist Hohhot im zentral-südlichen Teil der Inneren Mongolei angelegt und außerdem nur fünf Auto Stunden von Beijing entfernt.
Das Wetter, beziehungsweise die Luft, ist sehr trocken und teilweise ein wenig staubig/sandig. Es wird im Winter sehr kalt (Januar durchschnittlich ~ -15°C) und im Sommer recht warm (Juli durchschnittlich ~22°C), auch soll der Sommer wesentlich nasser sein als der Winter und bekommt manche Jahre viel, manche Jahre wenig Regen. Die bisherige Erfahrung war aber auch, dass es sich wärmer anfühlt, als es ist und man sich nicht solche Sorgen um die krass klingenden Temperaturen machen sollte, der Wind jedoch kann manchmal beißend und sehr kalt werden.

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In der Stadt findet man verschiedene Universitäten, wie die Inner Mongolia Normal University, die Inner Mongolia University und die Inner Mongolia Agricultural University. Somit gibt es einen Teil der Stadt, welcher von Einwohnern als die „Universitätsstadt“ bezeichnet wird. Ähnlich vielen deutschen Universitätsstädten sieht man 100e von Fahrrädern und chinesischen E-Rädern auf den Seitenstreifen der bis zu 8-spurigen Straßen – diese Straßen sind befahren von verrückterem Verkehr, als es sich Deutsche jemals vorstellen könnten. Busse machen U-Turns in der Mitte der (60 km/h) Straße, drei Spuren werden gerne mal zu vier wenn die Chinesen die gestrichelten Spurenlinien mal wieder lieber als Vorschlag als als Vorgabe ansehen und Bauarbeiten bleiben ohne Warnschilder oder Absperrungen. Und zwischen diesen verrückten Autos laufen die Fußgänger in absoluter Seelenruhe über die Straße – und checken dabei ihr Smartphone. Obwohl es also so absolut anders ist, als alles an was wir regelnfolgenden, „korrekten“ Deutschen gewohnt sind, passt man sich schnell an und auch die Chinesen im Straßenverkehr achten sehr auf alles Unerwartete. Somit ist es lange nicht so schwierig die Straße zu überqueren wie man denkt.

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Und an jeder Straßenecke findet man Imbisse/Resaurants. Man könnte sich nie weit von „Zuhause“ entfernen und trotzdem jeden Tag woanders essen – und fast alles ist lecker. Es gibt Nudeln, Reis und Dumplings. Traditionell Chinesisches und Mongolisches. Heiß und kalt und wenn man mal keine Lust auf das Angebotene hat, gibt es immer und überall kleine Wagen, welche süße Obstspieße und Fleischspieße und vieles mehr für wenig Geld anbieten.
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Die Menschen hier begegnen Ausländern auch fast immer offen und mit großen Augen und Lächeln. Man wird oft angesprochen (Wo kommt ihr her?, Was macht ihr hier?) und auch absolutes Unverständnis der Fragen bringt sie nicht vom Weiterreden ab – sehr sympatisch.

Allgemein erlebt man Hohhot als laut und bunt. Feuerwerke (teilweise schon um 8.15 Uhr morgens an einem Samstag) sieht und hört man täglich, der Verkehr dröhnt durch die Nacht und selbst Läden und Busse reden mit den vorbei laufenden Passanten – über außen angebrachte Lautsprecher welche entweder irgendwelche Werbung, Begrüßungen oder Musik ausstrahlen. „Hochhäuser, die nicht blinken, sind noch im Rohbau“ – diese Aussage gilt nicht nur für Hochhäuser im Allgemeinen, sondern auch für jede Art von Laden. Der Weg nachts durch die Stadt wird so von vielen bunten Lichtern und Schildern gesäumt und ist keinesfalls mehr dunkel.
So kann man eine abenteuerliche Zeit in einem absolut authentischen Ort Chinas verbringen.

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