Innere Mongolei

Die innere Mongolei, eines der drei autonomen Gebiete Chinas, liegt ganz im Norden der Volksrepublik angrenzend an Russland, der Mongolei und 8 weiteren chinesischen Provinzen und belegt mit seiner Gesamtfläche von fast 1.200.000km² Platz 3 der flächenmäßig größten Provinzen des Reichs der Mitte.

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Die Bezeichnung „innere Mongolei“ noch aus den Zeiten der Qing-Dynastie bezieht sich auf die geographische Lage Pekings zu der „inneren“ und der früher noch existierenden „äußeren“ Mongolei und lässt sich aus der mandschurischen Sprache ableiten.
Urspünglich stellte sie einmal den Lebensraum für die verschiedensten normadischen Hirtenstämmen wie den Tartaren und den Mongolen dar, bis der später als Dschingis Khan bekannte Temujin alle mongolischen Stämme im 12. Jahrhundert einigte, mit ihnen ein mächtiges Reich errichtete und damit die Yuan-Dynastie gründete. Diese blieb bis ins 14. Jahrhundert bestehen, danach wurde das Gebiet in einfache chinesische Provinzen aufgeteilt, bis schließlich die „innere Mongolei“ als autonomes Gebiet nach sowjetischem Vorbild 1947 unter Mao geschaffen wurde.

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Nei Menggu ist nicht nur hinter dem Qinghai-Tibet-Plateau das zweitgrößte Plateau Chinas, denn der größte Teil der Provinz liegt 1000m über dem Meeresspiegel, sondern einigt auch mit ihren Wüsten und den Hügel- und Steppenlandschaften, ihren kleinen Bergen und dem Hochland, ihren Seen von z.T. über 1000 km² Oberfläche und ihren 1000 Flüssen ein sehr vielfältiges naturelles Bild.

Hier herrscht ein gemäßigtes Kontinentalklima mit oft langen, kalten Wintern und kurzen, warmen Sommern und z.T. besonders nach Südosten kontinuierlich zunehmenden unbeständigen Monsunklima.
Doch trotz ihres zusätzlichen Reichtums an Bodenschätzen, hier befinden sich 120 von den bisher weltweit gefundenen 140 Mineralien, steht das grüne Denken in der Provinz an einer ganz besonderen Stelle. Denn durch die immer weiter vorangetriebene Urbanisierung in China und dem Treibhauseffekt wird die Natur stark in Mitleidenschaft gezogen: Nicht nur immer häufiger auftretende Sandstürme sind die Konsequenz, sondern auch die Verwüstung schreitet voran und das bei einem tatsächlichen und potenziell verwüsteten Anteil der Fläche von 60%. Abgesehen davon führen die zunehmenden Überschwemmungen und die daraus resultierende Verschlammung zu einem Landverlust von ca. 300.000 ha pro Jahr.
Gegen diese ernstzunehmenden ökologischen Probleme stehen die Lösungsvorschläge der Regierung u.a. in Form von Graspflanzungen und Aufforstungsprogrammen mit dem Ziel der vollständigen Genesung und Sanierung der Landschaft bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts. Somit stellt das grüne Denken und der Naturschutz eine der als wichtigsten geltenden Projekte der Provinz dar.

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Trotz allem ist die innere Mongolei eine der wichtigsten Kohle-, Stahl- und Eisenindustriebasen Chinas und auch ihre Landwirtschaft und Viehzucht spielt eine bedeutende Rolle für die Volksrepublik. Dies erkennt man auch daran, dass die Hälfte der zur Fläche verhältnismäßig geringen Bevölkerungsanzahl von 25 Millionen Einwohnern auch noch heute in der Landwirtschaft arbeitet. Insgesamt sind hier 49 verschiedene Nationalitäten vertreten, wovon die größten Gruppen von den Han-Chinesen (79%), Mongolen (17%) und Mandschu (2%) repräsentiert werden.

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Auch wenn es für Reisende in Anbetracht mit der für chinesische Verhältnisse nahen Hauptstadt der Volksrepublik wenn überhaupt eher als Geheimtipp gilt, hat Nei Menggu für Touristen einiges zu bieten. Neben der Stadt Bautou und der Hauptstadt Hohhot kann man z.B. das Dschingis-Khan-Mausoleum und Teile der chinesischen Mauer besichtigen. Als besonderes Highlight sollten die Wüsten aber auch die Grassteppenlandschaft, die 73% der gesamten von ganz China ausmacht, und auf der im Sommer einige traditionelle mongolische Festivals stattfinden, gelten.

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