Erste Eindrücke aus Liuku

Hier ein paar Zitate der frisch angekommenen Freiwilligen in Liuku:

 – sehr sehr anders als Deutschland
– alles ein bisschen chaotisch
– Schüler sind sehr lieb
– man weiß nie genau, was man isst, aber das ist interessant
– viel Lärm
– Bus fahren ist super

 

– wunderschöne Natur
– Umgangsformen anders als in Deutschland
– ständige „Furcht“ oder „Respekt“ etwas falsches zu sagen oder sich falsch zu verhalten
– Magenprobleme
– es ist billiger hier als in Deutschland
– das Bier ist kein Bier
– der Verkehr ist krass!
– viele Chinesen sind unsicher und schüchtern

 

Meine ersten Eindrücke:

– allgemein: sehr intensive Sinneswahrnehmungen (-> extreme Farben, Gerüche und Geräusche, Lärm), aber nach und nach nimmt man diese Kontraste immer weniger wahr, sie werden zum Alltag

– Menschen: sehr offen und freundlich, großes Interesse an uns, manchmal aber zu aufdringlich (besonders abends seitens der chinesischen Männer)

– Schule: großes Gelände; sehr extrovertierte, ständig grüßende Schüler, nur im Unterricht schüchterner und/oder weniger motiviert; äußerst freundliche Englischlehrer, mit denen die Kommunikation reibungslos funktioniert und die sich rührend um uns kümmern (-> gemeinsames Abendessen etc.)

-> nur noch kein Stundenplan!!! (bisher nur Vertretungsstunden)

– Wohnsituation: sehr anders als in Deutschland, zu zweit ein kleines Zimmer, aber ich fühle mich sehr wohl und kann mich über nichts beklagen

– Location: Landschaft, Berge sind wunderschön!!

-> insgesamt: mit allem zufrieden und gespannt auf das kommende Jahr!

 

Erste Eindrücke :

Die Straßen sind sehr voll und man darf seinen Müll überall hinwerfen. Auch beim Essen wirft man seinen Müll meistens einfach unter den Tisch. Es gibt fast an jeder Straßenecke jemanden der etwas verkauft oder anbietet. Außerdem  leuchten so gut wie alle Häuser. Das meiste Essen schwimmt im Fett trotzdem ist es ganz gut. Die Leute essen wirklich so gut wie immer Reis und viele sind auch ziemlich verplant. Ob etwas eine Stunde früher oder später anfängt und wann welche Räume geöffnet haben wissen die meisten, wenn man sie fragt nicht. Dafür sind unsere Lehrer und Nachbarn sehr freundlich und wollen einen oft einladen. Die Menschen auf der Straße sind immer sehr erstaunt uns zu sehen, obwohl schon so viele Freiwillige vor uns da waren. Auch machen viele Fotos von uns. So gut wie alle sprechen kein Englisch oder kaum.

Der Baustil und die Gebäude sind so wie man sie sich in China auch vorstellt. Die Toiletten sind gar nicht so schlimm wie gedacht.

„Unsere Klassen“ sind sehr unterschiedlich. Manche sind sehr interessiert und andere schlafen im Unterricht ein.

Insgesamt habe ich aber einen guten Eindruck von Land und Leuten und freue mich weitere Wochen hier verbringen zu dürfen.

 

Es ist sehr warm und wuselig, so wie man sich das vorstellt. Überall gibt es Essen und viel passiert auf der Straße. Die Chinesen sind freundlich aber schwer zu durchschauen. Die Schüler haben extrem viel zu tuen, eigentlich ein Wunder, dass sie noch aufnahmebereit sind in meinen stunden. Liuku hat eine angenehme Größe: nicht zu groß und unpersönlich aber man kriegt her trotzdem fast alles was man sie braucht. Die Berge machen Lust auf wandern, der Nujiang ist ziemlich braun.

 

– eine Stadt ohne Touristen -> man fällt immer auf
– laut (wohnen an einer Hauptstraße)
– gespannt auf alles neue
– werde das Gefühl nicht los, dass hinter jeder Ecke ein neues Abenteuer wartet
– tolle Arbeit im Kindergarten
– es ist sehr viel zu tun, und zu wenig Zeit

 

– laut
– die Frauen tragen sehr kurze Hosen und Kleider
– schöne Landschaft
– der Kindergarten ist sehr schön bunt und modern

 

Plötzlich war man dann in China und alles hat sich normal, gut, anders und toll angefühlt. Auf den Straßen ist überall Leben. Vieles sieht gemütlich aus, wahrscheinlich weil vieles pragmatisch zusammen gebastelt wird. Wenn man in Liuku durch die Straßen geht sind dort meist viele Stände mit Essen und dann wenn man gerade aus nach oben ans Ende der Straße blickt, sieht man diese unglaublichen Berge. Die Natur ist generell sehr schön: kräfitg grün und viele wundertolle Schmetterlinge… und das Essen ist wahnsinnig lecker! Im Alltag passiert oft etwas Unerwartetes was bis jetzt nie ein Problem war, wenn man einfach mit den anderen „mitgeht“. Glücklicherweise sind sehr viele Menschen die wir getroffen haben sehr freundlich und hilfsbereit, was den Alltag bis jetzt sehr erleichtert hat, weil man vor allem durch die fremde Sprache doch sonst schon häufig verloren gegangen wäre. Komisch finde ich wenn ich durch mein Aussehen so „besonders“ bin und ich dadurch beneidet oder zum Vorzeigeobjekt werde. Das Aussehen verschafft einem Vorteile aber man merkt auch dass es Vorurteile „uns“ gegenüber gibt. Die allgemeine Mentalität der Menschen in Liuku ist auf jeden Fall angenehm und interessant und anders als in Deutschland/Berlin.

 

– die Menschen sind freundlich
– das Essen ist geil
– ingesamt nice
– supergeile Natur
– geiles Wetter

 

China ist so anders als jeder Ort, an dem ich je zuvor gewesen bin. Ich habe mich schon jetzt in mein neues Zuhause, Liuku, verliebt. Die herzlichen Menschen, die riesigen Berge, das Essen und und und.

Als Freiwilliger ist man schon eine Art Attraktion, jedoch empfinde ich das ganze als angenehm, da die Menschen überhaupt nicht aufdringlich sind. Es wird einem immer ein Lächeln geschenkt, egal wo man hingeht.
Die Natur hier im Nujiang Tal ist einfach der hammer, überall grüne, riesige Berge. Sehr beeindruckend – I love it! Ich freue mich schon wahnsinnig mehr davon zu sehen!
Schule und Wohnung gefallen mir sehr gut. So kann ich jeden morgen auf unserem Balkon duschen und die Berge um Liuku bewundern. Es wird an allen Schulen extrem viel Basketball gespielt, was ich sehr cool finde! Hier also auch viel Sport..
Ich stehe total auf das Essen hier. Auch wenn ich mich schon langsam an die chinesischen Preise gewöhne, so bekommt man hier sehr leckeres Essen für vergleichsweise wenig Geld.
Ich freue mich auf ein tolles Jahr, bis jetzt gefällt mir China einfach nur super!!!

 

 

Summer School 2014

Endlich geschafft! 4 Wochen Summer School sind vorbei. Wir wollen ja nicht lügen, es war schon ziemlich anstrengend, aber es hat auch super viel Spaß gemacht.
Dieses Jahr wurden 12 potenzielle Schüler und alle anderen bereits eingeschulten Schüler unterrichtet, in insgesamt vier Klassen. Jeden Morgen wurden die Kinder von Freiwilligen aus ihrem jeweiligen Slum abgeholt und zum Frühstück in die Schule gebracht. Im Verlauf des Tages hatten die Schüler Mathe, Chinesisch, Sport und Musik.
Ein Novum dieses Jahr war der Englischunterricht für die zukünftigen Drittklässler, der von uns Freiwilligen gegeben wurde. Der restliche Unterricht wurde von Bekannten und teilweise von unseren ehemaligen Schülern gehalten, die großes Interesse am Projekt haben. Anders als wir sprechen sie chinesisch (fließend) und Lisu, die Muttersprache der Kinder, was ihnen einen nicht unerheblichen Vorteil verschafft ;). Auch wenn wir uns mit Chinesisch Mühe gegeben haben, wurden unsere Anweisungen nicht immer verstanden. Da unsere Kinder ziemlich clever sind, haben sie uns aber sicher auch ab und zu absichtlich missverstanden.
Trotzdem war die Summerschool ein voller Erfolg. Wir hatten feste Regeln und Abläufe an die sich die Schüler schnell gewöhnt haben: Hände Waschen vor dem Essen, Zähne putzen danach und regelmäßig Haare waschen. Vor allem die Haarpflege erfreute sich riesiger Beliebtheit. Bald haben sich jede Pause Schüler die Haare gewaschen, teils mit Seife, wenn sie kein Shampoo hatten. Mit viel Elan erledigten sie ihre Pflichten. Niemals hätte man einen deutschen Schüler so begeistert den Schulhof kehren oder die Toiletten putzen sehen.
Diese Gewöhnung an den Schulalltag und Vermittlung der Wichtigkeit von Körperhygiene waren ein Hauptziel der Summer School. Dass besonders Letzteres notwendig war, kann man daran sehen, dass manche Kinder während der gesamten 4 Wochen jeden Tag die selbe dreckige Kleidung trugen.
Das Ziel des eigentlichen Unterrichts war die stoffliche Vorbereitung und Vertiefung besonders in den Fächern Chinesisch und Mathematik. Anhand des Verhaltens und der Leistung der Schüler im Unterricht, konnten wir bei den 12 Neuen entscheiden wer dieses Jahr schon bereit für die Schule ist und wer noch nicht. Bei den älteren bereits eingeschulten Kindern geht es in der Summer School vor allem darum ihnen für das nächste Schuljahr einen kleinen Vorsprung zu verschaffen.
Noch lieber als den Unterricht mochten sie jedoch die Pausen, in denen die Jungs egal bei welchem Wetter Basketball gespielt haben und die Mädchen Seil gesprungen sind. Sie dabei zu beaufsichtigen war schwieriger als einen Sack Läuse zu hüten (wobei wir uns letztere teilweise eingefangen haben). Auch wenn wir bis weilen an den Rand des Wahnsinns getrieben wurden, hatten wir Schüler und Lehrer eine tolle Zeit .

Tobias Fischer und Maxine Freistühler

 

Eine Kleiderverteilung zum Verzweifeln

Wer glaubt, dass beim „Baumhaus-Projekt“ und den einzelnen Projekten immer alles glatt läuft, der täuscht sich.

Diese Erfahrungen durften auch wir drei Freiwillige aus Lanping, Freddy, Ninja und Leonard, am Sonntag, den 08.06. machen.

So war es eigentlich gedacht, dass wir drei zusammen mit unserem chinesischen Helfer nach Sanchongshan, einem Dorf ganz in der Nähe Jindings, fahren, um dort Erwachsenenkleidung für rund 280 Erwachsene abzugeben. Da es angeblich nicht möglich war, all die Bewohner des Dorfes kommen zu lassen, weil es sich über einen ganz Berg hinweg erstreckt, packten wir zuvor Säcke mit Kleidung, die wir dem Ortsvorsteher übergeben wollten. Zuvor hatten wir uns Gedanken dazu gemacht, wie viele Kleidungsstücke jeder bekommen könne, und wir hofften auch, dass ein paar Bewohner zum Ortsvorsteher kommen würden, damit wir ihm exemplarisch zeigen könnten, wie wir uns die Verteilung vorstellten. In unserer Vorstellung lief somit alles geordnet und gesittet ab.

Jedoch kommt es immer anders, als man denkt.

Das erste Problem, das sich auftat, war, dass der Pick-Up, den wir gemietet hatten, einen Abschnitt des Berges nicht hinaufkam. Auch das Anschieben mit Hilfe einiger Frauen des Dorfes brachte nichts. Daraufhin meinte der Ortsvorsteher, der Wagen solle umdrehen und die untere Straße nehmen, da wir dann dort verteilen könnten.

Wie? Verteilen? Das war aber eigentlich nicht so abgesprochen! Denn das war auch der Grund, weshalb wir nur zu dritt mit einem chinesischen Helfer nach Sanchongshan gefahren sind und nicht mit allen Freiwilligen. Auf der anderen Seite sind wir aber auch schon lange genug in China, um zu wissen, dass hier nicht immer alles so abläuft, wie man es sich vorstellt, sodass wir uns damit arrangierten.

Auch die Tatsache, dass wir mitten auf einer staubigen Straße verteilen sollten, war dann nicht mehr zu ändern. Wobei es schon von Vorteil gewesen wäre, die Kleider auf einem sauberen Boden auszulegen.

Jedoch stellten wir auch hier schnell fest, dass wir uns zu viele Gedanken machten.

Wieso?

Die Leute, die gekommen waren, bedienten sich einfach selbst, ohne auf uns Rücksicht zu nehmen oder auch nur auf uns zu hören. Sie zogen die Säcke vom der Ladefläche hinunter, rissen die Säcke auf und zogen die Kleidung hinaus. Gefiel ihnen das Kleidungsstück nicht, landete es eben im Staub und wurde dreckig. Fanden sie etwas, dass ihnen sauber genug war, gefiel und passte, steckten sie es ein.

Auch der Versuch, mit unserem chinesischen Helfer und dem Ortsvorsteher, der auch die Minderheitensprache sprach, Ordnung in das Chaos zu bringen, scheiterte kläglich. Und so hatten wir vor uns eine basarartige Aktion, die uns erst einmal handlungsunfähig machte. Wir waren so überrascht von dem gierigen und chaotischen Verhalten der Dorfbewohner, die die Kleidung noch nicht einmal sonderlich nötig hatten, dass wir nur bei dem Wagen stehen konnten und fassungslos die Situation beobachteten. Irgendwann entschlossen wir uns dazu, die restliche Kleidung wieder einzusammeln und auf die Ladefläche zu befördern, da alles ohne Ordnung verlief und sich die Leute auch viel zu viel nahmen, als dass letztendlich alle Bewohner etwas haben könnten. Auch dabei leisteten die Dorfbewohner erheblichen Widerstand, diskutierten mit uns und meckerten, dass wir die Kleidung einsammelten. Sie kamen sogar zurück an den Pick-Up und bedienten sich noch einmal dort. Irgendwann schafften wir es, den Ort des Chaos zu verlassen, da wir die übrige Kleidung eingesammelt hatten und die Leute gesättigt schienen.

Es war eine große Katastrophe, ein Chaos, das auch schon andere Freiwillige erlebten. Und nun waren eben wir dran.

Was nehmen wir aus dieser Verteilung, die wir enttäuscht verließen, mit?

Nichts kommt so, wie man es erwartet. Kinder sind um einiges dankbarer als Erwachsene. Und die nächste Erwachsenenverteilung wird besser und organisierter!

Laowo – Kleiderverteilung

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Ende April veranstalteten wir eine Kleiderverteilung in Laowo, einem kleinen Dorf an einem Nebenfluss des Nujiangs. Im Rahmen dieser Aktion verteilten wir an die bedürftigsten 200 Schüler der Grundschule Laowos und wiesen sie in die Grundlagen der täglichen Hygiene ein. Ausgestattet mit einem als Zahnbürste umfunktionierten Besen, kamen wir mit genügend Vorbereitungszeit an. Diese wurde durch den Schulleiter kurzerhand aufgehoben, indem er die für das Ende geplante Kleiderverteilung vorzog. Innerhalb von 5 Minuten wurde also die Bibliothek, die uns zur Verfügung gestellt wurde, mit rund 500 Kleidungsstücken ausgestattet. Zu dem Zeitpunkt hatte sich rund um den Schulhof eine lange Schlange aus geduldig wartenden Schülern gebildet. Dank einer gut durchdachten Aufgabenverteilung, hilfsbereiten Lehrern und eines exzellenten Übersetzers ging die Verteilung reibungslos vonstatten.
Bei der im Anschluss stattfinden Hygieneaktion, kam eine neue Lehrmethode zum Einsatz: ein Zeichentrickfilm, in dem das Karies – Monster durch das Zahnputzteam vertrieben wurde, beeindruckte die Kinder sehr. Umso begeisterter folgten sie dem Zahnputzschauspiel, bei dem die weißen Zähne auf die vorher aus Versehen verteilten weißen T-Shirts verzichten mussten. Dass es beim anschließenden Zähneputzen vermehrt zu Zahnfleischbluten kam, ließ darauf schließen, dass bei vielen Kindern das Zähneputzen nicht auf dem Tagesplan stand und die Aktion deswegen umso wichtiger war.
Als wir uns dann nach einem erfolgreichen Vormittag verabschiedeten, winkten uns 200 mit einem Baumhaus-Logo versehene Kinderhände hinterher.

Regina Wiegand und Fabian Fischer

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Hygieneaktion und Kleiderverteilung in Long Tan

Long Tan ist ein kleines Bergdorf ca. 40 Minuten nördlich von Lanping. In der örtlichen Grundschule gehen 80 Kinder der umliegenden Dörfer zur Schule. Einige von ihnen sind noch im Vorschulalter, da es in der Umgebung keinen Kindergarten gibt, es sich die Eltern aber auch nicht leisten können zu Hause zu bleiben, um auf sie aufzupassen. Die Woche über leben und schlafen die meisten Kinder in der Schule, einem alten renovierungsbedürftigen Gebäude. Da es nicht genug Platz für alle Schüler gibt, schlafen sie jeweils zu zweit in einem Bett. Außerdem besitzen die meisten von ihnen so wenig Kleidung, dass sie eine ganze Woche lang dasselbe tragen müssen. Wenn es regnet und sie nass werden, können sie also ihre Kleidung nicht wechseln, was natürlich dazu führt, dass sie häufiger krank werden. Auch Mundhygiene ist noch ein Fremdwort für sie, denn zumindest in der Schule haben sie keine Zahnputzutensilien.
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Von den Lebensumständen der Kinder ergriffen, haben wir, das Team Lanping, uns dazu entschlossen eine Kleiderverteilung und eine Hygieneaktion in Long Tan durchzuführen. So machten wir uns am 5. Mai mit 80 Zahnbürsten, -pasta und -putzbechern, ca. 40 Kleidersäcken und 2 chinesischen Helfern auf den Weg zur Grundschule. Nachdem die Kleidung ausgeladen, in zwei Klassenzimmer gebracht und dort ordentlich auf den Tischen ausgelegt worden war, begannen wir unser Programm mit dem Zahnputzschauspiel: drei Freiwillige standen in weißen T-Shirts vor den Kindern, denen unsere Übersetzerin in der lokalen Minderheitensprache erklärte, dass dies ihre Zähne seien. Gespannt beobachteten die Kinder dann, wie die böse Karies den Zähnen ganz viele Süßigkeiten gab, die überall an den Zähnen kleben blieben. Und als wäre das nicht schlimm genug, fing die Karies dann auch noch an die Zähne zu verhauen, woraufhin diese vor Schmerzen aufschrien. Zum Glück kam dann aber die rettende Zahnbürste, welche die Karies besiegt und die Zähne wieder sauber geputzt hat. Mit dem abschließenden Applaus waren wir uns sicher die Kinder bereits auf die Seite der Zahnbürste gezogen zu haben.
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So war es also an der Zeit, ihnen die neuen Zahnputzbecher zu verteilen, auf die sie erst einmal ihre Namen schreiben durften. Dann gab es für jeden Schüler eine Zahnbürste und -pasta und los ging es mit dem gemeinsamen Zähneputzen. Während unsere Übersetzerin die richtigen Bewegungen anhand eines Gebisses demonstrierte, gingen wir Freiwilligen mit einem guten Beispiel voran und putzten uns unsere Zähne sehr gründlich und gewissenhaft. Damit wir auch auf jedes Kind achten konnten, haben wir die Schüler in Kleingruppen eingeteilt und einen Teil von ihnen mit Spielen wie „Plumpsack“ und „Kettenfangen“ belustigt, während sie warten mussten. Es ist schwer zu sagen, was den Kindern mehr Spaß gemacht hat, denn auch beim Zähneputzen waren sie kaum noch zu stoppen. Schließlich haben wir noch ein paar Plakate aufgehangen und mit dem guten Gefühl, dass die Schüler Lust an der Zahnpflege gefunden haben, unsere Hygieneaktion beendet.
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Nach dem Mittagessen wurde dann die Kleidung verteilt. Hierbei war uns wichtig, dass die neuen Sachen von der Größe her passten, sie dem Kind aber auch gefallen haben. Beim Verteilen ist uns aufgefallen, dass ein paar Schüler nur sehr dünne, löchrige und von Regen durchnässte Schuhe ohne Socken trugen. Zum Glück hatten wir aber auch ein paar Kinderschuhe dabei und konnten ihnen dann zusätzlich noch ein Paar warme Stiefel oder Turnschuhe geben. Die fehlenden Socken möchten wir bei unserem nächsten Besuch nachreichen, da wir davon leider nicht genug auf Vorrat hatten. Sieben Schüler haben außerdem einen neuen Schulranzen bekommen, da ihr Alter kaputt war, beziehungsweise sie gar keinen besaßen. So haben wir insgesamt ca. 340 Kleidungsstücke verteilt und wurden mit strahlenden Lächeln belohnt. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr darauf, sie noch einmal zu besuchen und zu gucken, ob wir ihre Begeisterung fürs Zähneputzen haben dauerhaft wecken können.
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